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© Photo Kozyr / Shutterstock.com
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Libori-Schreinträger auf dem Weg zur Krippe

Neue Figur für Krippe des Paderborner Domes

Mit ihren würdevollen Gewändern und insbesondere mit der kostbaren Last auf ihren Schultern, dem Libori-Schrein mit den Reliquien des heiligen Liborius, prägen die Libori-Schreinträger das Paderborner Libori-Fest. Ab sofort sind die Schreinträger auch an der Krippe des Paderborner Domes vertreten: Die Mitglieder der Bruderschaft freuen sich gemeinsam mit Dompropst Monsignore Joachim Göbel über die neue Figur für die Krippe, die das vielgestaltige Ensemble der dort vertretenen Menschen eindrucksvoll ergänzt.

Begrüßung: Die Mitglieder der Libori-Schreinträgerbruderschaft und Dompropst Monsignore Joachim Göbel freuen sich über die neue Krippenfigur für den Paderborner Dom. Foto: pdp / Thomas Throenle

„Es ist gut, dass sich viele Menschen auf den Weg zur Krippe machen, um dort in Jesus unserem menschgewordenen Gott zu begegnen, sich von ihm ansprechen und berühren lassen“, sagte Dompropst Göbel bei der Begegnung mit den Liborischreinträgern. Die Mitglieder der Bruderschaft hatten anlässlich der Übergabe der neuen Krippenfigur ihre eindrucksvollen Gewänder angezogen, um so „den Neuen“ in ihren Reihen würdig zu begrüßen. Prälat Thomas Dornseifer freut sich mit den Mitgliedern der Libori-Schreinträgerbruderschaft als deren Präses.

Ein Stifter, der nicht genannt werden möchte, hat die neue Krippenfigur finanziert, damit die Krippe des Paderborner Domes weiter bevölkert wird. Dompropst Göbel wies darauf hin, die neue Krippenfigur sei eine wertvolle Ergänzung der an der Krippe vertretenen Personen, die in der Bischofskirche des Erzbistums unter anderem die verschiedenen Regionen der Erzdiözese repräsentieren.

„Der Neue“: Ein Libori-Schreinträger gehört ab sofort zu den Krippenfiguren des Paderborner Domes. (v.l.n.r.) Prälat Thomas Dornseifer, Bruderschaftsmeister Bernhard Riedel, Dompropst Joachim Göbel. Foto: pdp / Thomas Throenle

Stichwort: Paderborner Domkrippe

Weihnachten 1997 schenkten zwei Stifter dem Hohen Dom zu Paderborn eine neue Krippe. Die ursprüngliche Weihnachtskrippe war bei der fast völligen Zerstörung des Doms am Ende des Zweiten Weltkrieges vernichtet worden. Diese Stiftung bildet den Grundstock des heutigen Krippen-Ensembles, das besonders durch die lokalen Bezüge auffällt. Die Krippe der Kathedralkirche ist eine Bistumskrippe, die Menschen aus dem weiten Erzbistum mit dem Erzbischof zum göttlichen Kind in der Krippe führen möchte.

Das Erzbistum Paderborn erstreckt sich über weite Teile von Nordrhein-Westfalen bis nach Hessen und Niedersachsen. Dabei umfasst es ganz unterschiedliche Regionen. Sie alle sind an der Krippe vertreten: ein Bergmann aus dem Ruhrgebiet, ein Waldarbeiter aus dem Sauerland, ein Tischler trägt als Vertreter der lippischen Möbelindustrie eine Wiege, ein Eisenhüttenarbeiter aus dem Siegerland und natürlich ein Paderborner Bäcker mit dem berühmten Kastenbrot. Die Bistumskrippe portraitiert zudem Menschen: Auf den Weg zum göttlichen Kind machen sich auch junge und ältere Menschen, Ordenschristen, eine Lehrerin mit Schülern, ein Schütze, ein Obdachloser, …

Repräsentanten: Ein Libori-Schreinträger in seinem festlichen Gewand bereichert als neue Krippenfigur die vielbevölkerte Weihnachtskrippe im Dom. Foto: pdp / Thomas Throenle

Libori-Bruderschaft und Bruderschaft der Libori-Schreinträger

Die Übertragung der sterblichen Überreste des heiligen Bischofs Liborius im Jahr 836 von Le Mans in Frankreich nach Paderborn hat eine Glaubens- und Gebetstradition entstehen lassen, die trotz aller Wechselfälle im Laufe der Geschichte bis heute lebendig ist: Der 836 geschlossene „Liebesbund ewiger Bruderschaft“ zwischen beiden Diözesen zeigt sich heute als Glaubens- und Gebetsgemeinschaft sowie in zahlreichen freundschaftlichen Beziehungen. Die Libori-Bruderschaft wurde 1736 gegründet aus Anlass der 900-Jahr-Feier der Reliquienübertragung aus Le Mans nach Paderborn.

Der Libori-Schrein wurde in der Vergangenheit bei Prozessionen von unterschiedlichen Gruppen getragen, ab Mitte des 19. Jahrhunderts übernahmen diese Aufgabe Handwerksmeister aus Paderborn. 1961 gründete sich die Bruderschaft der Libori-Schreinträger, die Mitglieder gaben sich eine eigene Satzung. Die Satzung aus dem Jahr 1961 regelt: „Der Paderborner Liborizunft können angehören katholische Männer der Stadt Paderborn von unbescholtenem Ruf, die, soweit sie zum Tragen des Liborischreins berufen sind, nach alter Überlieferung vornehmlich dem Handwerkerstand angehören sollen und von kräftiger Statur sein müssen. Die Kerngruppe der Zunft sind die Schreinträger. … Die vornehmste Aufgabe der Kerngruppe ist das Tragen des Liborischreins bei allen feierlichen Anlässen.“

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