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Klimagerechtigkeit beginnt auch auf kleinerer Bühne

Themenspecial "Es geht! Gerecht.": Mit der „Fairen Gemeinde“ entsteht im Erzbistum Paderborn ein Netzwerk für mehr Gerechtigkeit und Klimaschutz
© lovelyday12 / Shutterstock.com
Unser Glaube
30. März 2022

Klimagerechtigkeit beginnt auch auf kleinerer Bühne

Themenspecial "Es geht! Gerecht.": Mit der „Fairen Gemeinde“ entsteht im Erzbistum Paderborn ein Netzwerk für mehr Gerechtigkeit und Klimaschutz

Erderwärmung, 1,5-Grad-Ziel, Klimagerechtigkeit – es sind Menschheitsthemen, die das bischöfliche Hilfswerk MISEREOR in diesem Jahr in den Mittelpunkt seiner Fastenaktion „Es geht! Gerecht.“ stellt. Themen, die für die ganz große Bühne taugen. Allerdings kann man auch auf kleinerer Bühne damit beginnen, etwas für Klimaschutz und Klimagerechtigkeit zu tun. Wie zum Beispiel die Einrichtungen, die von der Initiative „Faire Gemeinde“ im Erzbistum Paderborn ausgezeichnet worden sind: etwa als „Faires Bildungshaus“, „Fairer Verband“, „Fairer Konvent“ oder eben als „Faire Gemeinde“. Insgesamt 84 Einrichtungen haben das Zertifikat inzwischen erhalten.

Die Zertifizierung: keine unlösbare Aufgabe

„Die Initiative ‚Faire Gemeinde‘ zeigt, dass alle etwas für den Schutz des Klimas und mehr Gerechtigkeit auf der Welt tun können“, sagt Koordinator Maximilian Schultes aus dem Bereich Pastorale Dienste. „Die Kriterien, die Einrichtungen oder Gruppen für das Zertifikat erfüllen müssen, sind keine unlösbaren Aufgaben. Trotzdem handelt es sich um wirksame Maßnahmen. Im Kern geht es darum, das eigene Engagement in verschiedenen Bereichen zu steigern. Je mehr Menschen sich daran beteiligen, desto wirksamer ist das.“

Die HEGGE: „Alle sollten ihr möglichstes tun“

Das Christliche Bildungshaus Die HEGGE war das erste Bildungshaus im Erzbistum Paderborn, das im Jahr 2013 als „fair“ zertifiziert wurde. Im vergangenen Jahr erfolgte die erneute Auszeichnung als „Faires Bildungshaus“. Dagmar Feldmann, in der HEGGE hauptamtliche pädagogische Mitarbeiterin und sehr engagiert beim Thema Nachhaltigkeit, muss nicht lange nach Gründen suchen, warum sich das Bildungshaus dem Rezertifizierungsverfahren gestellt hat: „Unsere Welt steht an einem äußerst kritischen Punkt der Erdgeschichte“, sagt sie. „Da sollten alle ihr Möglichstes tun, um Gerechtigkeit, Frieden und Umweltschonung voranzubringen.“

Um das Zertifikat erneut zu erhalten, hat die HEGGE vor allem das Thema „Nachhaltige Mobilität“ in den Blick genommen. „Viele unserer Gäste würden gerne Fahrgemeinschaften nutzen oder einen Bus, wenn denn einer zur Hegge fahren würde“, so Dagmar Feldmann. Doch leider sei das Bildungshaus noch nicht an den öffentlichen Nahverkehr angeschlossen. Das Team der HEGGE suchte daher das Gespräch mit Hoteliers und Kommunalpolitikern in der Region und konnte so Lösungsmöglichkeiten für eine bessere Anbindung des Hauses an das örtliche Verkehrsnetz einleiten.

Das Team der HEGGE beteiligte sich 2021 außerdem beim „Stadtradeln“ in Willebadessen. Bei dieser Aktion ging es darum, 21 Tage lang möglichst viele Alltagswege klimafreundlich mit dem Fahrrad zurückzulegen. Die Mitarbeitenden im Bildungshaus sammelten 6331 Kilometer und konnten so insgesamt 900 Kilogramm CO2 einsparen – damit belegten sie den 3. Platz. Auch 2022 wolle man wieder beim Stadtradeln mitmachen, sagt Dagmar Feldmann und verspricht: „Wir bleiben dran an diesem wichtigen Thema!“

Kolpingwerk Diözesanverband: Langjähriges Engagement für Gerechtigkeit

2021 erhielt das Kolpingwerk Diözesanverband Paderborn das Zertifikat als „Fairer Verband“. Damit folgte es einem guten Beispiel – quasi aus dem eigenen Haus: Die Kolpingjugend war 2017 erstmals ausgezeichnet worden, im November 2021 erhielt sie bereits die Rezertifizierung.

Bei den Erwachsenen im Kolpingwerk sind Themen wie Gerechtigkeit und Umweltschutz trotz der erst jetzt erfolgten Auszeichnung ebenfalls nicht neu. „Das Kolpingwerk Paderborn setzt sich schon lange für Gerechtigkeit in globalen Lieferketten und Nachhaltigkeit ein“ betont der Diözesanvorsitzende Winfried Henke. „Das Engagement beginnt beim über 25 Jahre andauernden Einsatz für Fairen Handel mit dem TATICO-Kaffee. Es reicht über Bildungsangebote für Kolpingsfamilien und weitere Interessierte bis hin zur Aktion Kolping-Radeln, bei der Teilnehmende im Jahr 2021 mehr als 105.000 Kilometer zurückgelegt haben.“ Das Besondere: Pro vollendeten 50 Kilometern haben Kolpingwerk und Kolpingjugend einen Baum gespendet – das ergab 2.112 Bäume, die jetzt in der Nähe von Dringenberg bei Bad Driburg eingepflanzt werden konnten. Außerdem erhielten alle teilnehmenden Gruppen einen Baum zum Selberpflanzen. Im Sommer 2022 findet die Aktion Kolping-Radeln zum zweiten Mal statt.

Was bedeutet das Zertifikat „Fairer Verband“ für das Kolpingwerk? „Für uns bedeutet das, alle unsere Aktivitäten bewusst an diesen Kriterien auszurichten und Menschen dafür zu sensibilisieren“, so Winfried Henke. „In der Zusammenarbeit mit den Kaffeeproduzierenden in Honduras sind für uns der direkte Handel und eine gleichberechtigte Partnerschaft essentiell.“

Auf dem Weg zum Netzwerk

Nach wie vor können Gemeinden und Einrichtungen im Erzbistum Paderborn sich um das Zertifikat bewerben. „Unsere Hoffnung ist, dass durch die wachsende Zahl an zertifizierten Einrichtungen das Bewusstsein für klimabewusstes und globalgerechtes Handeln weiter wächst“, so Maximilian Schultes. „Deshalb freuen wir uns über jeden, der diesen Weg gehen möchte. Und wir hoffen, dass auf diese Weise ein Netzwerk für mehr Gerechtigkeit und Klimaschutz entsteht.“

Die Geschichte der „Fairen Gemeinde“ begann im Jahr 2012. Damals schlossen sich Diözesankomitee, der BDKJ-Diözesanverband sowie das Referat „Mission – Entwicklung – Frieden“ zusammen, um ein Zertifizierungsprogramm im Erzbistum einzuführen. Finanzielle Unterstützung dafür erhielten sie aus dem Fonds für Innovative Projekte im Erzbistum Paderborn. Nachdem die Fördermittel 2017 ausgelaufen waren, pausierte die „Faire Gemeinde“ für drei Jahre. 2020 verstetigte das Erzbistum Paderborn dann das Projekt.

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Ein Beitrag von:
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Dr. Claudia Nieser

 
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