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Kirchweihjubiläum von St. Vitus in Westheim

Erzbischof Hans-Josef Becker feiert Pontifalamt zum 125-jährigen Jubiläum / „Stein gewordener Glaube“

Erzbischof Hans-Josef Becker feiert Pontifalamt zum 125-jährigen Jubiläum / „Stein gewordener Glaube“

Vor 125 Jahren wurde die Pfarrkirche St. Vitus in Westheim geweiht: Am 12. November 1895 kam dazu Weihbischof Gockel aus Paderborn ins Diemeltal. Die Pfarrchronik berichtet, dass er feierlich vom Bahnhof aus zum Gotteshaus geleitet wurde, alle Westheimer Häuser waren damals geschmückt, 46 große Ehrenbögen über der Straße errichtet, so dass man aus dem Staunen nicht mehr herauskam.

Zur 125-jährigen Jubiläumsfeier der Kirchweihe am 8. November 2020 reiste wieder ein Nachfolger der Apostel an, ebenfalls ein Bischof aus Paderborn, Erzbischof Hans-Josef Becker. Kirchturm und Kirchplatz waren dazu mit Fahnen geschmückt, und erstmals seit Jahrzehnten auch wieder der Altarraum. Wegen der Corona-Pandemie konnten leider nur wenige Gläubige am Pontifikalamt teilnehmen. Propst Meinolf Kemper hieß den Paderborner Erzbischof auch im Namen von Pastor Karl-Heinz Böckelmann und Gemeindereferentin Katrin Schröder herzlich willkommen. Er erinnerte daran, dass das ursprünglich geplante Festjahr, unter anderem mit einer großen Prozession und anschließendem Pfarrfest, einer Ausstellung und Konzerten, leider ausfallen musste. Umso größer sei die Freude, dass wenigstens der Höhepunkt und Abschluss des Festjahres feierlich begangen werden könne, das eigentliche Kirchweihjubiläum. Für die Zukunft wünschte Propst Kemper, dass immer wieder – wie schon in Vergangenheit und Gegenwart – begeisterte Christen den Glauben und die Nächstenliebe weitergeben.

Werde Hoffnungsträger

Der Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker schaute in seiner Predigt voller Dankbarkeit zurück auf das Engagement der Vorfahren, die das Gotteshaus errichteten, den „Stein gewordenen Glauben“. Viele Menschen hätten hier schon in Freud und Leid gebetet. Erzbischof Becker fragte, was die immer weniger werdenden Christen in Deutschland einmal der Welt hinterlassen würden, welche Spur von ihnen gelegt werde? Er erinnerte in seiner Antwort an den berühmten Sohn des Dorfes, Joseph Theodor Graf zu Stolberg-Stolberg, der 1849 mit anderen den Bonifatiusverein gründete, und griff das Leitwort des Diaspora-Hilfswerkes im Corona-Jahr auf: „Werde Hoffnungsträger“. „Gerade jetzt brauchen wir Menschen, die zupacken und anderen Hoffnung geben, auch in Westheim. Werdet einander zu Hoffnungsträgern, denkt nicht nur an euch selber. Wir sollen klug sein und wissen, worauf es auch in den Unwägbarkeiten des Lebens ankommt. Wir können unsere Spur in diese Welt eingraben, weil Gott treu bleibt und uns entgegenkommt, egal, was auch immer geschieht“, so der Erzbischof.

Jubiläums-Wünsche

Durch die Fürbitten im Gottesdienst in den vielen Anliegen der verschiedenen Generationen wurde sichtbar, wie aus Puzzleteilen ein Bild des Geburtstagskindes, die St. Vitus-Kirche, entstand. Seitens der evangelischen Gemeinde sprach Pfarrerin Kathrin Günther Glück- und Segenswünsche. Sie verglich die kleinere, aber ältere evangelische Kirche Westheims mit der größeren katholischen. Beide seien Schwestern, die Freude und Hoffnung miteinander teilen.

Der neue Marsberger Bürgermeister Thomas Schröder gratulierte im Namen der Stadt und versprach, die gute Zusammenarbeit der politischen Gemeinde mit den Kirchen fortzusetzen. Gerade die Pandemie zeige, wie wichtig Kirchen und Gottesdienste als Zufluchtsorte seien. Er wünschte der Gemeinde Kraft, auch in Zukunft die anstehenden Aufgaben zu meistern.

Festschrift zum Jubiläum

Pastor Karl-Heinz Böckelmann wies darauf hin, dass eine Festschrift erstellt wurde, die, bereichert durch viele Fotos, einen umfassenden Einblick gibt in die Geschichte und Gegenwart der St.-Vitus-Gemeinde. Darin sind auch weitere Grußworte abgedruckt, etwa von Ortsbürgermeister Weiffen. Er spricht seitens der Dorfgemeinschaft allen ein Dankeschön aus, die sich auch in schweren Zeiten um die Kirche verdient gemacht haben. Westheim sei stolz auf sein Gotteshaus, das auch in Zukunft der Ort bleiben möge, an dem die Liebe Gottes immer wieder neu erlebt werden kann. Es sei auch künftig der Auftrag, die Botschaft vom Reich Gottes durch Gebet und soziales Engagement den kommenden Generationen weiterzugeben. Die Festschrift kann in der Kirche käuflich erworben werden. Der Erlös, wie auch die Kollekte und weitere Geldgeschenke des Tages kommen Hilfsprojekten in den Partnergemeinden Goma (Kongo) und Trichur (Indien) zugute.

Das Pontifikalamt, umrahmt von den Fahnenabordnungen der Vereine, war auch musikalisch ein Hochgenuss, gestaltet von einer Schola, zwei Trompetensolistinnen, einem Perkussionisten und dem Organisten.

Der Pfarrgemeinderatsvorsitzende Franz Lange dankte im Namen der Gremien allen, die zum guten Gelingen des Festhochamtes beigetragen haben. Erzbischof Becker überreichte er einen guten „Westheimer Tropfen“. Sein Wunsch, dass sich nach der Pandemie die Gemeinde wieder in Gänze um den Altar versammeln kann, sprach allen aus dem Herzen.

Die Eucharistiefeier kann auch noch in den kommenden Tagen auf dem YouTube-Kanal des Pastoralen Raumes Marsberg angeschaut werden.

Text: Pastoraler Raum Marsberg

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