Eine Reise in ein Land voller Naturwunder, Chancen und Herausforderungen für die katholische Kirche: Bonifatiuswerk-Generalsekretär Monsignore Georg Austen hat mit einer Spendergruppe Island besucht. Die Reise führte die Teilnehmenden zu Gemeinden, Ordensgemeinschaften und geförderten Projekten des Hilfswerkes. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Kirche in der Diaspora gelingt.
Etwa 172 Nationen gehören in Island zur katholischen Kirche. Die Gläubigen kommen häufig aus Polen, Kroatien, Vietnam, den Philippinen oder der Ukraine. Bonifatiuswerk-Generalsekretär Monsignore Georg Austen hat schon oft die größte Vulkaninsel der Welt besucht und die Entwicklungen der Kirche vor Ort beobachtet. In Sachen Integration sei es das Ziel, dass in der isländischen Öffentlichkeit die katholische Diaspora-Kirche nicht nur als „Migrantenkirche“ wahrgenommen werde, sondern als eine große Vielfalt in der Einheit. Das ökumenische Verhältnis zu den anderen christlichen Konfessionen sei grundsätzlich gut.
Die Schwestern müssen ihren Lebensunterhalt praktisch erbetteln
Dass Unterstützung von außen notwendig ist, wurde bei der Reise ebenfalls deutlich. „Besonders beeindruckt hat mich der Einsatz der Ordensschwestern, die in der Pastoral mit oft weiten Entfernungen und ohne festes Gehalt arbeiten. Die Schwestern müssen ihren Lebensunterhalt praktisch erbetteln“, erklärt Austen. „Als Hilfswerk für den Glauben und die Solidarität sehen wir es als unsere Aufgabe, diese Ordensgemeinschaften und Gemeinden in der Diaspora mit den Verantwortlichen der Ortskirchen nicht allein zu lassen.“ Außerdem erhalte jeder Priester wegen der hohen Lebenshaltungskosten und auch Versicherungskosten in Island und der begrenzten finanziellen Mittel der katholischen Kirche vor Ort eine monatliche Unterstützung von 700 Euro. Das Diaspora-Kommissariat der deutschen Bischöfe, das Hilfswerk von Priestern für Priester, stelle diese Hilfe bereit.
„Was mich wirklich bewegt hat“, sagt der Spender Friedrich Werneke aus Verl, „war zu sehen, mit welcher Energie Menschen etwas verfolgen und mit wie viel Aufwand sie versuchen, etwas voranzutreiben.“ Nur etwa vier Prozent der Bevölkerung sind in Island als Katholiken registriert.