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© Photo Kozyr / Shutterstock.com
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Keine Krise auf dem Arbeitsmarkt

Austausch mit den Geschäftsführungen der Agenturen für Arbeit im Gebiet des Erzbistums Paderborn

Es gibt keine Krise, sondern nur eine leichte Eintrübung – so lässt sich die Einschätzung der Geschäftsführungen der Agenturen für Arbeit im Gebiet des Erzbistums Paderborn zur Lage auf dem Arbeitsmarkt zusammenfassen. Zum jährlichen Austausch trafen sich am Freitag die Leiterinnen und Leiter der Arbeitsagenturen mit Erzbischof Hans-Josef Becker, Generalvikar Alfons Hardt und weiteren Vertretern des Erzbistums Paderborn im Sozialinstitut Kommende Dortmund.

Weiterbildung

Wie Erzbischof Becker in seiner Begrüßung betonte, ging es bei dem Austausch besonders auch um „Fragen nach jenen Menschen, die nicht in den Arbeitsmarkt integriert sind, den langzeitarbeitslosen Menschen, den Geringqualifizierten oder den Geflüchteten und Migranten“. Das schließe die Fragen nach den Rahmenbedingungen einer funktionierenden, Arbeit schaffenden Wirtschaft mit ein.

Im Gespräch lobten die Leiterinnen und Leiter der Arbeitsagenturen die positiven Auswirkungen zweier Gesetze, des Qualifizierungschancengesetzes und des Teilhabechancengesetzes. Beide ermöglichten für verschiedene Zielgruppen unterschiedliche Qualifizierungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten, so dass es in der Regel nicht am Geld für Maßnahmen fehle. Die Weiterbildungsförderung durch das Qualifizierungschancengesetz stellte Heike Bettermann von der Arbeitsagentur in Dortmund in einer Präsentation vor.

Je nachdem, welche Branchen in einer Region vorherrschend sind, ergaben sich unterschiedliche Schilderungen der Situation in den jeweiligen Arbeitsagenturbezirken im Erzbistum Paderborn. Insgesamt wurde eine überwiegend positive Entwicklung deutlich, mit einem boomenden Handwerk und einem stabilen Handel. Vor allem Unternehmen, die sich auf eine Binnennachfrage richten, stünden gut da, während exportabhängige Unternehmen und Automobilzulieferer auch Arbeitsplätze abgebaut hätten.

Positiv wurde eine bislang gute Integration von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt hervorgehoben. Herausforderungen seien hingegen die große Nachfrage nach Fachkräften, vor allem im Gesundheits- und Pflegebereich und erste erkennbare Auswirkungen des demographischen Wandels und der Digitalisierung. Eine Einschätzung zur Digitalisierung stellte Daniela Tomczak, Leiterin der Agentur für Arbeit in Siegen vor. Digitalisierung sei Chance und Risiko zugleich. Es werde einen Wandel von produzierenden Berufen zu mehr Dienstleistungen geben. Außerdem würden die Anforderungen an die Beschäftigten zunehmen und daher seien Qualifizierungen besonders wichtig. Wegfallende Arbeitsplätze würden aber eher durch neue ersetzt, so dass es voraussichtlich zu keinem deutlichen Abbau von Arbeitsplätzen kommen werde.

Weitere Gesprächspartner meinten, die Dynamik der Digitalisierung lasse sich nicht aufhalten, auch wenn vieles, was derzeit machbar sei, in den Betrieben noch nicht umgesetzt werde. Die Kirche sei hier auch gefordert, sich in die ethische Diskussion dieser Veränderungen einzubringen.

Eine Fortsetzung der Gespräche ist bei einem erneuten Treffen im kommenden Jahr geplant. Dazu lud Erzbischof Hans-Josef Becker die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wieder ein.

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