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© Paul shuang / Shutterstock.com
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Jetzt ist ER da und wirkt

Am 8. Mai ist Weltgebetstag um geistliche Berufungen. Aber was begeistert junge Menschen an Gott? Wir haben drei von ihnen gefragt. Im dritten Teil der Reihe erzählt Jacob Heemann, warum Kirche für ihn eine für das Leben relevante Gemeinschaft ist

Sich selbst bezeichnet Jacob Heemann, 23 Jahre alt und Trainee im Dekanat Büren-Delbrück, als „gut katholisch“ sozialisiert. Seine Zeit als Messdiener erlebte er als ein Aufblühen, die Jugendarbeit als befreiend und bereichernd. Nach seinem Studium der Sozialen Arbeit lag es für ihn nahe, sich beim Erzbistum Paderborn als Trainee zu bewerben, um das positiv Erlebte an Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene weiterzugeben. Zwischenzeitlich hat er ein berufsbegleitendes Zweitstudium der Theologie aufgenommen.

Seinen Glaubensweg beschreibt Jacob Heemann als Weg in zwei Etappen. Die Kindheit und frühe Jugend waren geprägt vom Einsatz als Messdiener. „Ich habe eine Aufgabe bekommen und war glücklich und stolz, wenn ich alles richtig gemacht habe“, erinnert er sich. Diese Aufgabe ging schon damals über die Pflichten als Helfer im Gottesdienst hinaus. Auch die Aneignung von Wissen und Glaubensinhalten verstand Jacob in seiner Kindheit als eine ihm anvertraute Obliegenheit. „Für mein Umfeld und mich war das die Normalität.“

Horizonterweiterung zwischen Wallfahrtskitsch

Mit 15 oder 16 Jahren aber war ihm diese Normalität nicht mehr genug. „Damals habe ich angefangen, über den Tellerrand des Heimatdorfs und meines Kinderglaubens hinauszublicken“, berichtet Jacob Heemann. Einiges von dem, was er dort vorfand, war für ihn spannend, anderes wirkte befremdlich. Auch in Glaubensdingen war nun nicht mehr alles so eindeutig wie in Kindertagen, sondern abhängig von der Betrachtungsweise. „Ich konnte anfangs nur schwer mit unterschiedlichen Ausdeutungen religiöser Inhalte umgehen“, gibt Jacob Heemann zu. „Für mich war dies manchmal ein Zeichen von Beliebigkeit.“

Sein Engagement für die Kirche ließ aber nicht nach. Es verlagerte sich vielmehr, etwa zu Aktivitäten im Jugendhaus Hardehausen und bei Young Mission. „Dort merkte ich, dass ich mit meinen Gedanken nicht allein war, dass es viele andere Leute in meinem Alter gab, die ähnliche Fragen stellten“, erklärt Jacob Heemann. Ein besonderes Erlebnis war für ihn die Fahrt zum Weltjugendtag 2016 in Polen, ein anderes die Jugendwallfahrt nach Lourdes. Diese Wallfahrt nahm Jacob Heemann als besonders intensive Zeit wahr. Zum einen war da dieser fürchterlich durchkommerzialisierte Wallfahrtskitsch, zum anderen aber konnte der Heranwachsende mit seinen Mitreisenden tiefe Gespräche führen und erleben, wie Katechesen seinen Horizont erweiterten.

Liturgie bewirkt mehr

In diese Zeit entwickelte er auch ein neues Verständnis von Liturgie. Ging es in seinen Kindheitstagen darum, im Gottesdienst als Messdiener möglichst gut zu funktionieren, erlebte Jacob Heemann nun eine andere Ebene seines Glaubens. „Seither bewirkt Liturgie mehr bei mir. Ich spüre: Jetzt ist ER da, ER wirkt. Ich stehe wirklich in Kontakt mit Gott.“

Bedingt durch seinen reiferen Glauben sieht Jacob Heemann Kirche seither als Gemeinschaft, die für das Leben vieler Menschen Relevanz besitzt, auch für sein eigenes Leben. Folgerichtig ist daher, dass sich der junge Mann auch beruflich in die Kirche einbringen will und sie bei ihrem Aufbruch begleichen möchte. Sein Interessensgebiet ist dabei die Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. „Ich möchte auf diese Weise etwas von dem Guten zurückzugeben, das ich auf meinem Weg zum Glauben erfahren habe“, erklärt Jacob Heemann. Seine Anstellung als Trainee läuft im September 2022 aus, doch auch in der Folgezeit will er für die Kirche arbeiten – möglichst auf einer halben Stelle. Den Rest der Zeit braucht er für das Theologiestudium, das er 2021 aufgenommen hat.

 

Hans Pöllmann, freier Redakteur

Weltgebetstag um geistliche Berufungen am 8. Mai 2022

Seit 1964 begeht die Katholische Kirche am vierten Sonntag der Osterzeit den Weltgebetstag um geistliche Berufungen. Der heilige Papst Paul VI. hatte ihn eingeführt, um jedes Jahr für junge Menschen zu beten, die sich von Gott anrühren lassen und das Evangelium verkünden.

Im Erzbistum Paderborn steht der Weltgebetstag, der dieses Jahr auf den 8. Mai fällt, unter dem Motto „in allem du“. Den Auftakt macht am Samstagabend eine Veranstaltung in der alten Wallfahrtsbasilika in Werl. Um 18.00 Uhr beginnt dort ein Wortgottesdienst, bei dem junge Menschen Zeugnis davon geben, wie sie zum Glauben gefunden haben und was er ihnen in ihrem Leben bedeutet. Im Anschluss ist auch ein persönlicher Austausch möglich. Ein Konzert des „Jungen Chores“ aus Iserlohn rundet den Abend ab.

Die Veranstaltung in Werl ist sogleich auch der Auftakt der 24-Stunden-Gebetsaktion „Werft die Netze aus “, die im Erzbistum Paderborn und deutschlandweit zum Gebet um geistliche Berufungen einlädt. Gebetszeiten rund um den Weltgebetstag können jederzeit auf dieser Website eingetragen werden. Am Sonntag, den 8. Mai, werden zudem junge Menschen an verschiedenen Orten des Erzbistums von ihrer persönlichen Berufung erzählen.

Weitere Informationen zur Veranstaltung in Werl.

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