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© Erzbistum Paderborn / Heiko Appelbaum
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Im Erzbistum Paderborn hat junges Engagement eine große Zukunft

Jugendarbeit feiert Feste am Wochenende: 60 Jahre Bund St. Sebastianus Schützenjugend (BDSJ) und Einweihung des neuen Diözesanzentrums der Pfadfinder

Dieses Wochenende im Erzbistum Paderborn stand mit zwei bedeutenden Ereignissen ganz im Zeichen der katholischen Jugendarbeit: In Werl-Büderich kamen Hunderte junge Schützen zum Diözesanjungschützentag und zum Jubiläum „60 Jahre Bund St. Sebastianus Schützenjugend“ (BDSJ) im Erzbistum Paderborn zusammen. In Rüthen wurde das neue Diözesanzentrum der Pfadfinderinnen und Pfadfinder feierlich eröffnet und gesegnet. Beide Anlässe begleitete Generalvikar Dr. Michael Bredeck, der für Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz die Gottesdienste feierte, dieser an der Amtseinführung von Papst Leo XIV in Rom teilnahm.

So unterschiedlich beide Jugendverbände und Ereignisse auch sind, wurde sehr deutlich, dass die Kirche in Gemeinschaft stark verwurzelt ist. Ob Schützen oder Pfadfinder: Glaube und Gemeinschaft sind hier jeweils maßgebend und einen die Menschen jeglichen Alters. Und besonders die junge Generation zeigt großes Engagement und beweist damit, dass sie ihrer Verantwortung für die Zukunft gerecht werden will.

Schützen bieten Heimat der offenen Herzen und des Mitgefühls

Jannis Bussmann, Kommandeur der Rosenkavaliere Büderich – so heißen die Jungschützen in dem zur Wallfahrtsstadt Werl gehörenden Ort – formulierte in seinem Grußwort die Bedeutung des Schützennachwuchses: „Unter dem Motto ‚Tradition bewahren, Gemeinschaft erfahren‘ stehen die Werte, die unsere Schützenfamilie ausmachen. Unsere Jugend ist das Fundament unserer Gemeinschaft – in den Jugendabteilungen unserer Vereine werden Traditionen gelebt, Werte vermittelt und das Schützenwesen in die Zukunft getragen. Denn in unseren Jugendgruppen wachsen die Majestäten und Vorsitzenden von morgen heran.“

Darauf aufbauend wandte sich Dr. Michael Bredeck während des von der Blaskapelle Büderich musikalisch begleiteten Gottesdienstes in der St.-Kunibert-Kirche mit persönlichen Worten an die Gläubigen: „Das Heilige Jahr 2025 in Rom steht unter dem Leitwort ‚Pilger der Hoffnung‘. Und Hoffnung benötigen wir Menschen derzeit mehr denn je. Tragen Sie Ihrerseits die Hoffnung weiter und machen Sie den Mitmenschen Mut, für das Gute einzustehen.“

In der Predigt hieß es treffend zum Schützenwesen und seinen zentralen Begriffen Glaube – Sitte – Heimat: „Aber was heißt das eigentlich? Was heißt das vor allem für junge Menschen? Sind das nicht in den Augen vieler auch leicht angestaubte Begriffe? Was ist für Sie selbst attraktiv am Schützenwesen, als junger Mensch? Im Zeitalter von Pluralität, KI, Massen-Medien … Ohne klare Ziele kein Schützenwesen – Schützen brauchen Ziele! Aber welche?“

Und als Fazit des Generalvikars: „Es ist die Frage nach einer Heimat der offenen Herzen und des Mitgefühls. Nach einer Heimat, die offen ist für die Überraschungen Gottes, der uns herausfordert und lockt. Der uns sagt: Sei mit Herzblut dabei, öffne dein Herz, sei nicht eng! ‚Schützen brauchen Ziele‘ – Schützen brauchen Glauben und Heimat. Schützen brauchen Glauben als Heimat.“

Pfadfinderzentrum als ein Ort der Heimat

Eine etwas andere Sicht auf den Heimatbegriff bot die feierliche Eröffnung des Diözesanzentrums der Pfadfinder in Rüthen. Unweit des Ortes, malerisch im Wald gelegen, haben hier die Pfadfinder eine neue Heimat für ihre Jugendarbeit gebaut. Mit großem finanziellen Engagement verschiedener Partner, darunter auch das Erzbistum Paderborn, wurde ein eindrucksvolles, funktionales und nachhaltiges Bauwerk errichtet, das – gemeinsam mit der bereits geweihten Kapelle – ein harmonisches bauliches Ensemble bildet.

Das Eröffnungswochenende war in doppeltem Sinne ein voller Erfolg: Rund 1.000 Gäste nahmen Einblicke, etwa zehn Pfadfinderstämme mit rund 400 jungen Pfadfinderinnen und Pfadfindern übernachteten auf den Zeltwiesen des Geländes und lebten Gemeinschaft – inklusive abendlichem Lagerfeuer.

Pastor Thorsten Hasse, Diözesankurat der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG), lobte anlässlich der Eröffnung – an der zahlreiche Gäste aus Politik und Gesellschaft teilnahmen – die „hervorragende Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen im Erzbistum während des Neubau-Projektes, die uns enorm viel Rückenwind gegeben hat“.

"In diesem Projekt steckt eine Menge Herzblut"

Dass selbst widrige Umstände die Motivation junger Menschen nicht schmälern können, zeigt das Beispiel des jüngsten Elements auf dem Gelände: Beim großen Außenspielplatz haben rund 60 Jugendliche unter fachlicher Anleitung mitgebaut – und das, obwohl das Gelände kurz zuvor durch massiven Niederschlag unter Wasser gesetzt worden war. Der Schlamm ist getrocknet, und der Spielplatz wird bereits fleißig genutzt – ebenso wie der Hochseilgarten auf der anderen Seite des Hauptgebäudes. Dieser ist übrigens auch für mobilitätseingeschränkte Menschen erlebbar – ein Rollstuhl in schwindelerregender Höhe ist dafür ein sichtbares Zeichen. Entsprechend lobte Peter Weiken, Bürgermeister der Stadt Rüthen, in seinem Grußwort: „Hier erreicht Kirche die Menschen.“

Generalvikar Dr. Michael Bredeck betonte:„In diesem Projekt, das ich über viele Jahre begleiten durfte, steckt eine Menge Herzblut. Die hohe Wertschätzung aus Stadt und Kreis zeigt die Bedeutung dieser Einrichtung. Der politische Wille im Erzbistum wurde seinerzeit eindeutig ausgedrückt und das Ergebnis ist begeisternd. Die Zukunft dieses Hauses liegt nun in den Händen der Menschen, die hier wirken und zu Gast sind.“

Einen engen Bezug zum Pfadfindertum zitierte der Generalvikar in der von Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz verfassten Predigt: „Pfadfinderinnen und Pfadfinder wollen die Welt besser hinterlassen, als sie sie vorgefunden haben. Das ist ein Grundpfeiler der Spiritualität des ‚Allzeit bereit!‘. Und deshalb mischen sich Pfadfinderinnen und Pfadfinder ein in Gesellschaft, Kirche und Staat und sind politisch aktiv. Wie auch die Kirche als Ganze immer politisch aktiv ist und sein muss. So habe ich selbst die Pfadfinderinnen und Pfadfinder immer wieder erfahren, als Brückenbauerinnen und Brückenbauer, von Mensch zu Mensch, zur Natur, zur Schönheit der Welt, zu den Leidenden und Menschen am Rand. Und damit zu Gott.“

Im Anschluss an den Freiluft-Gottesdienst erfolgte die Segnung des Neubaus durch Generalvikar Michael Bredeck. Der besondere Tag endete dann – standesgemäß – mit Lagerfeuer-Romantik auf dem weitläufigen Außengelände.

© Erzbistum Paderborn / Heiko Appelbaum

Text und Fotos: Heiko Appelbaum

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