Der Themenabend in Corvey bot viele Informationen, persönliche Eindrücke und Denkanstöße, um die Osterbotschaft durch das neue Kunstwerk besser zu verstehen.
Das neue Hochaltarbild der ehemaligen Abteikirche Corvey war Anlass und Zentrum eines Themenabends, bei dem künstlerische, theologische und praktische Perspektiven zusammenkamen. In einer Veranstaltung unter dem Titel „Wie Phönix aus der Asche“ vermittelten vier Referenten einem interessierten Publikum die Bedeutung und Entstehungsgeschichte des großformatigen Gemäldes von Thomas Jessen.
Kunstwerk schließt Lücke
Das 4,50 mal 3,10 Meter große Werk schließt eine Lücke im Wandelaltar der Kirche, die durch die Zerstörung des ursprünglichen Ostermotivs im Jahr 1945 entstanden war. Es thematisiert die österliche Botschaft in einer Bildsprache, die sowohl auf die christliche Überlieferung verweist als auch die Gegenwart anspricht. Entstanden ist es mit Unterstützung des Bonifatiuswerks, des Erzbistums Paderborn, der Kirchengemeinde und weiterer Förderer.
Zum Auftakt des Abends begrüßte Pfarrdechant Dr. Hans-Bernd Krismanek die Gäste sowie die beteiligten Referenten und Musiker. Musikalisch gestaltet wurde die Veranstaltung von der Gregorianik-Schola Marienmünster-Corvey und dem Ensemble Cantus Novus unter Leitung von Hans Hermann Jansen.
Verheutigung der österlichen Botschaft
Generalsekretär Monsignore Georg Austen vom Bonifatiuswerk bezeichnete das Werk als ein Zeichen der Versöhnung und der „Verheutigung der österlichen Botschaft“. Als Ausdruck der Verbundenheit überreichte er einen Pilgerstab, gefertigt von Jugendlichen des Kolping-Berufsbildungswerks Brakel.
Generalvikar Monsignore Dr. Michael Bredeck erläuterte die theologischen Grundlagen des Gemäldes. Er betonte, dass die Auferstehung im Neuen Testament nicht beschrieben, sondern als göttliches Geschehen vorausgesetzt werde. Thomas Jessens Darstellung greife dies auf, indem sie nicht den Vorgang selbst, sondern seine Wirkung auf die Menschen zeige.
Kopie kam nicht infrage
Kunsthistoriker Professor Dr. Christoph Stiegemann stellte eine neu entdeckte historische Aufnahme des verlorenen barocken Gemäldes vor. Aufgrund der schwachen Bildinformationen sei eine Kopie ausgeschlossen gewesen. Das heutige Werk, so Stiegemann, ermögliche der Osterbotschaft eine neue, zeitgemäße Präsenz in der Kirche.
Künstler Thomas Jessen schilderte abschließend die praktischen Herausforderungen bei der Entstehung des großformatigen Bildes. Vom Arbeiten auf engem Raum über den Transport bis zum millimetergenauen Einbau im Hochaltar reichte das Spektrum der Anforderungen. Unterstützt wurde er dabei unter anderem von Kirchenvorstandsmitglied Georg Pietsch.
Bis zum Pfingstfest am 8. und 9. Juni wird das Ostermotiv noch im Altarraum gezeigt. Danach erfolgt der reguläre Wechsel der Altarbilder.