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© Jan Tillmann
© Jan Tillmann

Hinter den Mauern des Vatikans – Begegnungen, die bleiben

52 Jugendliche und Erwachsene aus dem Warburger Land erlebten bei ihrer Pilgerfahrt seltene Einblicke in das Leben der katholischen Weltkirche und eine lebendige Gemeinschaft im Glauben.

Orte besuchen, die nur wenigen zugänglich sind, Persönlichkeiten der Weltkirche begegnen und mit tausenden Gläubigen den Papst erleben: Mit unvergesslichen Eindrücken kehrten 38 Jugendliche und 14 Erwachsene aus dem Warburger Land von einer achttägigen Pilgerfahrt nach Rom zurück. Vom 22. bis 29. Oktober erlebte die Gruppe unter Leitung von Jan Tillmann und Pfarrer Johannes Insel ein außergewöhnlich vielseitiges Programm. Bereits zum elften Mal seit 2015 ermöglichte die Fahrt jungen Menschen besondere Begegnungen mit der weltweiten katholischen Kirche.

Einblicke in den Alltag der Schweizergarde

Gleich am Anreisetag besuchte die Gruppe das Hauptquartier der Päpstlichen Schweizergarde. Vizekorporal Claude Frei und Hellebardier Gabriel Steinmann führten durch die Kaserne und berichteten vom Alltag im Dienst des Papstes. In der Waffenkammer bestaunten die Warburger historische Rüstungen, Uniformen und Waffen, im Ehrenhof durften sie selbst eine Hellebarde führen. Besonders beeindruckten die persönliche Überzeugung, Disziplin und Einsatzbereitschaft der jungen Gardisten. Nach einer Heiligen Messe in der Gardekapelle blieb bei einem gemeinsamen Apéro Zeit für persönliche Gespräche.

Persönliche Begegnungen mit der Weltkirche

Eine weitere außergewöhnliche Begegnung erwartete die Warburger in der Basilika Santa Maria Maggiore. Rolandas Kardinal Makrickas, Erzpriester der Marienbasilika, berichtete im persönlichen Gespräch von seinem Glaubensweg, seiner Zeit im diplomatischen Dienst des Heiligen Stuhls und seiner engen Verbindung zu Papst Franziskus, dessen Grab die Gruppe ebenfalls besuchte. Franziskus hatte ihn erst 2024 zum Kardinal erhoben. Mit 53 Jahren gehörte Makrickas zu den jüngsten Teilnehmern des letzten Konklaves.

Auch im Päpstlichen Nordamerikanischen Kolleg auf dem Gianicolo-Hügel standen persönliche Begegnungen im Mittelpunkt. Die Seminaristen Andrew Lehnen und Thomas Cain führten die Warburger durch das Kolleg und erzählten offen von ihrer Berufung und ihrem Weg zum Priestertum. Der ungezwungene Austausch mit den beiden jungen Amerikanern vermittelte einen ermutigenden Einblick in eine lebendige Kirche. Von der Dachterrasse bot sich anschließend ein herrlicher Blick über das abendliche Rom.

Rom zwischen Antike, Vatikan und Fußball

Auch Castel Gandolfo, die traditionelle Sommerresidenz der Päpste, bot seltene Einblicke. Papst Leo XIV. hat die regelmäßigen Aufenthalte dort wieder aufgenommen. Die Warburger konnten dennoch die päpstlichen Gemächer im Apostolischen Palast besichtigen, die weitläufigen Gärten der Päpstlichen Villen erkunden und bei einem gemeinsamen Mittagessen Produkte vom vatikanischen Bauernhof genießen.

Neben diesen Begegnungen begeisterten die berühmten Sehenswürdigkeiten der Ewigen Stadt, zu denen Brigitte Malvagna die Gruppe führte: Forum Romanum und Kolosseum ließen die Antike lebendig werden, prächtige Plätze und Brunnen das barocke Rom. Die Vatikanischen Gärten, die Kunstschätze der Vatikanischen Museen mit der Sixtinischen Kapelle und der Petersdom beeindruckten ebenso wie die frühchristlichen Stätten. Bei sommerlichem Wetter ging es auch ans Mittelmeer, wo einige Teilnehmer noch badeten, während andere die Ausgrabungen der antiken Hafenstadt Ostia erkundeten. Für Begeisterung sorgte auch eine abendliche Führung durch das Olympiastadion, in dem Deutschland 1990 Fußballweltmeister wurde. Die Warburger besichtigten Umkleidekabinen, Spielertunnel, Trainerplätze am Spielfeldrand und exklusive Tribünenbereiche.

Begegnung mit Papst Leo XIV. auf dem Petersplatz

Zu den bewegendsten Momenten gehörte die Generalaudienz mit Papst Leo XIV. auf dem Petersplatz. Dank besonderer Gruppenkarten im „Reparto San Pietro“ erlebten die Warburger den Papst aus nächster Nähe. Gemeinsam mit Tausenden Pilgern aus aller Welt spürten sie die Begeisterung und Lebendigkeit der Weltkirche.

Am Nachmittag folgte ein weiterer Höhepunkt: In kleinen Gruppen stiegen die Teilnehmer in die antike Nekropole unter dem Petersdom hinab bis zum Grab des Apostels Petrus. Nur wenigen hundert Menschen täglich ist der Zugang zu dieser historischen Stätte gestattet. Hier wurde die Verbindung zwischen den Anfängen des Christentums und der Kirche von heute besonders unmittelbar erfahrbar.

Hinter den Kulissen der Römischen Kurie

Seltene Einblicke in die Römische Kurie gewährte Pfarrer Dr. Manfred Bauer beim Besuch des Palazzo del Sant’Uffizio, dem Sitz des Dikasteriums für die Glaubenslehre. Er erläuterte Geschichte und Aufgaben der Glaubensbehörde, deren Ursprünge auf die 1542 gegründete Römische Inquisition zurückgehen. Heute befasst sie sich mit Fragen des Glaubens und seiner Weitergabe, aber auch mit schwerwiegenden kirchenrechtlichen Vergehen und Missbrauchsfällen. Auch aktuelle Herausforderungen und Veröffentlichungen kamen zur Sprache. Ein Rundgang durch die Kapelle und der Blick von der Dachterrasse über den Vatikan rundeten die Begegnung ab.

Gemeinsam glauben und Kirche erleben

Geistliche Höhepunkte waren zudem die Sonntagsmesse mit Rektor Prälat Dr. Peter Klasvogt auf dem Campo Santo Teutonico, die Begegnung mit jungen Leuten der Gemeinschaft Sant’Egidio, die sich weltweit für Frieden und Menschen in Not einsetzt, sowie die abschließende Heilige Messe in den Domitilla-Katakomben. Zu einer kurzen Begegnung kam es auch mit Kurt Kardinal Koch, dem Präfekten des Dikasteriums zur Förderung der Einheit der Christen. Für einige Schüler war dies besonders interessant: Sie haben katholische Religionslehre im Oberstufenunterricht belegt und bereits in Klausuren Texte des Kardinals bearbeitet.

Erinnerungen, die bleiben

Die acht Tage waren intensiv, oft war die Gruppe vom frühen Morgen bis spätabends unterwegs. Doch gerade die Vielfalt des Programms und die persönlichen Begegnungen machten die Reise so wertvoll. „Es ist beeindruckend zu erleben, wie viele Menschen aus unterschiedlichen Ländern und Kulturen durch ihren Glauben an Jesus Christus verbunden sind und sich mit großer Freude für die Kirche engagieren“, betont Organisator Jan Tillmann. Gerade junge Menschen sollten erfahren, dass sie mit ihrem Glauben nicht allein stehen. „Diese weltweite Gemeinschaft, die über Länder- und Kulturgrenzen hinweg verbindet und trägt, gibt Orientierung, Zuversicht und Mut für den eigenen Glaubens- und Lebensweg. Das brauchen wir in Deutschland sehr.“

Mit großer Begeisterung, vielen neuen Erfahrungen und bleibenden Erinnerungen kehrten die Warburger nach Hause zurück.

Die Pilgerfahrt wurde finanziell unterstützt vom Erzbistum Paderborn, dem Kreis Höxter, der Bürgerstiftung Warburg, der Vereinigten Volksbank und der PAX-Bank für Kirche und Caritas.

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