„Der Anspruch von MISEREOR ist seit seiner Gründung im Jahr 1958, gemeinsam etwas gegen Hunger und Armut in der Welt zu tun“, erklärt Klauke. Entstanden sei das bischöfliche Hilfswerk aus der Erfahrung der Nachkriegszeit in Deutschland: „Damals spürten die Menschen: ‚Wir sind wieder auf die Beine gekommen durch die Solidarität von anderen‘. Das kann heute mehr denn je ein Anstoß sein, Menschen zu helfen, denen es noch schlechter geht als uns“, gibt Ulrich Klauke zu bedenken.
Mindestabstand ist schwer einzuhalten
Weltweit und insbesondere in den diesjährigen MISEREOR-Beispielländern Syrien und Libyen seien viele Menschen vom Corona-Virus bedroht, erklärt Klauke. „Aber die Menschen dort leben in absolut desolaten und beengten Zuständen in Flüchtlingslagern, wo es schwer ist, sich an Mindestabstände zu halten.“ Der Libanon beispielsweise habe ein Drittel der Fläche von Nordrhein-Westfalen. „Vor der Syrien-Krise lebten dort 4,5 Millionen Menschen. Heute sind es durch den Flüchtlingsstrom aus Syrien 6 Millionen“, veranschaulicht Klauke die Situation.
In anderen Teilen der Welt existiere ein anderes Krankheitsverständnis als in Deutschland, macht der Entwicklungsreferent deutlich. Kranke Menschen würden dort zum Teil sozial ausgegrenzt. „Deshalb ist es so wichtig, dass diese Menschen Solidarität erleben. Sie sind nicht in der Lage, sich so zu schützen, wie wir es hier tun können. Wir können dort mit gesundheitlicher Aufklärung aber beispielsweise schon viel bewirken“, weiß Klauke aus seinen Erfahrungen zu berichten.