Laden...

logocontainer-upper
logocontainer-lower
© Photo Kozyr / Shutterstock.com
© Photo Kozyr / Shutterstock.com

Hilfe ist wichtiger denn je

Ausfall der MISEREOR-Kollekte: Aufruf zu Solidarität mit den Menschen in den Ländern des Südens

Erstmals in über 60 Jahren kann die MISEREOR-Kollekte am kommenden Sonntag nicht durchgeführt werden, weil wegen der Corona-Krise derzeit keine öffentlichen Gottesdienste gefeiert werden. Der zu erwartende Rückgang an Spendengeldern trifft vor allem Menschen in den Ländern des Südens, die besonders fatal von der Corona-Epidemie bedroht sind. „Sie sind gerade jetzt auf die Unterstützung durch MISEREOR angewiesen“, sagt Ulrich Klauke, Referent für Weltmission, Entwicklung, Frieden im Erzbistum Paderborn. In der Corona-Krise sei es umso wichtiger, die MISEREOR-Fastenaktion auf anderem Wege als durch die gewohnte Kollekte zu unterstützen.

„Der Anspruch von MISEREOR ist seit seiner Gründung im Jahr 1958, gemeinsam etwas gegen Hunger und Armut in der Welt zu tun“, erklärt Klauke. Entstanden sei das bischöfliche Hilfswerk aus der Erfahrung der Nachkriegszeit in Deutschland: „Damals spürten die Menschen: ‚Wir sind wieder auf die Beine gekommen durch die Solidarität von anderen‘. Das kann heute mehr denn je ein Anstoß sein, Menschen zu helfen, denen es noch schlechter geht als uns“, gibt Ulrich Klauke zu bedenken.

Mindestabstand ist schwer einzuhalten

Weltweit und insbesondere in den diesjährigen MISEREOR-Beispielländern Syrien und Libyen seien viele Menschen vom Corona-Virus bedroht, erklärt Klauke. „Aber die Menschen dort leben in absolut desolaten und beengten Zuständen in Flüchtlingslagern, wo es schwer ist, sich an Mindestabstände zu halten.“ Der Libanon beispielsweise habe ein Drittel der Fläche von Nordrhein-Westfalen. „Vor der Syrien-Krise lebten dort 4,5 Millionen Menschen. Heute sind es durch den Flüchtlingsstrom aus Syrien 6 Millionen“, veranschaulicht Klauke die Situation.

In anderen Teilen der Welt existiere ein anderes Krankheitsverständnis als in Deutschland, macht der Entwicklungsreferent deutlich. Kranke Menschen würden dort zum Teil sozial ausgegrenzt. „Deshalb ist es so wichtig, dass diese Menschen Solidarität erleben. Sie sind nicht in der Lage, sich so zu schützen, wie wir es hier tun können. Wir können dort mit gesundheitlicher Aufklärung aber beispielsweise schon viel bewirken“, weiß Klauke aus seinen Erfahrungen zu berichten.

Besonders Bildungsarbeit betroffen

Wenn das Geld aus der MISEREOR-Kollekte ausbleibe, sei vieles an Hilfsarbeit nicht mehr möglich, erklärt der Entwicklungs- und Friedensreferent. „Davon ist besonders die Bildungsarbeit betroffen. Viele Kinder haben dann keine Chance mehr, zur Schule zu gehen.“ Viele Flüchtlingskinder stünden in Bezug auf den Schulbesuch vor einer besonderen Hürde, da sie nach ihrer Flucht aus Syrien für die Teilnahme am Unterricht auch noch eine neue Sprache lernen müssten.

Neue Formen der Solidaritätsarbeit nötig

Wie viel Solidarität bleibt übrig in Zeiten, in denen Menschen in Deutschland selber Ängste haben, viele auch existenzielle? „Bei den Menschen, die im Eine-Welt-Bereich aktiv sind, sehe ich nach wie vor eine große Solidarität. Sie wissen um die Bedrohung vor Ort in den Ländern des Südens und stellen die Frage: ‚Was können wir tun?‘“, so Klauke. Natürlich sehe es zum Teil anders aus bei den Menschen, die meist nur durch die jährliche MISEREOR-Kollekte mitbekommen, dass Hilfe nötig sei: „Diese Gewohnheit bricht jetzt weg. Deswegen brauchen wir viel Phantasie, um zu anderen Formen der Solidaritätsarbeit zu gelangen.“

Derzeit laufen viele Bemühungen, auch auf anderen Wegen als mit der üblichen Fastenkollekte für die Arbeit von MISEREOR und damit um Unterstützung zu werben. Der für MISEREOR zuständige Freiburger Erzbischof Stephan Burger appelliert beispielsweise in einer Videobotschaft eindringlich an die Solidarität mit den Menschen im Globalen Süden.

Einige Aktionen sind noch möglich gewesen

„Im Erzbistum Paderborn waren vor den verschärften Kontaktreduzierungen noch einige Aktionen möglich, um auf die MISEREOR-Fastenaktion aufmerksam zu machen“, sagt Ulrich Klauke. Er war mit Anne Ziegler, stellvertretende Regionaldirektorin des Flüchtlingsdienstes der Jesuiten Naher Osten und Nordafrika, im Erzbistum unterwegs. Die Hungertuchwallfahrt des Erzbistums Paderborn, die jährlich zur Eröffnung der MISEREOR-Fastenaktion führt, konnte noch nach Erfurt gelaufen werden. Das diesjährige MISEREOR-Hungertuch hängt prominent im Paderborner Dom. Von Uwe Appold, dem Künstler, der es gestaltet hat, sind dort außerdem Bilder ausgestellt. Zwar werden in vielen Gemeinden die traditionellen Fastenessen ausfallen müssen, die ebenfalls oft durchgeführten Solidaritätsläufe könnten vielleicht zumindest später nachgeholt werden.

Am kommenden Samstag, 28. März 2020, feiert Weihbischof Matthias König, Bischofsvikar für die Aufgaben der Weltkirche und Weltmission, die Vorabendmesse aus der Krypta des Hohen Doms zu Paderborn. In seiner Predigt wird er die Arbeit von MISEREOR zum Schwerpunkt machen. Der Gottesdienst wird per Live-Stream übertragen.

Solidarität ist ein Gewinn

„Ich erlebe die Kontakte mit Menschen, die für Projekte in den Ländern des Südens arbeiten, immer als belebend. Es beeindruckt mich, mit welchem Engagement Leute sich dort einsetzen, um Dinge zu verbessern. Deshalb ist es für mich wichtig, dass wir Solidarität zeigen und uns dabei immer bewusst machen, wie viel wir dadurch gewinnen“, fasst Ulrich Klauke seinen Aufruf zur Unterstützung zusammen – trotz und gerade wegen Corona.

Statt der üblichen Kollekte kann die MISEREOR-Fastenaktion auf verschiedenen Wegen unterstützt werden:

Online-Spende: https://www.misereor.de/spenden

Direkt-Überweisung auf das Konto von MISEREOR: Spendenkonto DE75 3706 0193 0000 1010 10

In den Kirchen: über den Einwurf in MISEREOR-Opferstöcke oder über den Einwurf in normale Opferstöcke (in einem mit „MISEREOR“ gekennzeichneten Briefumschlag)

Hintergrund: MISEREOR

MISEREOR wurde als bischöfliches Hilfswerk im Jahr 1958 gegründet. Bei seiner Fastenaktion wirbt MISEREOR jedes Jahr in ganz Deutschland um Solidarität und Spenden für seine Entwicklungszusammenarbeit in fast 90 Staaten der Erde – in diesem Jahr unter dem Leitwort „Gib Frieden!“. Beispielländer sind in diesem Jahr Syrien und der Libanon. MISEREOR setzt sich für Gerechtigkeit und Bildung, gegen Hunger, Krankheit, Ausgrenzung und Menschenrechtsverletzungen sowie deren Ursachen ein. In Kooperation mit einheimischen Partnern leistet das Werk „Hilfe zur Selbsthilfe“. Seit der Gründung von MISEREOR wurden über 110.000 Projekte in Afrika, dem Nahen Osten, Asien, Ozeanien, Lateinamerika und in der Karibik gefördert.

Weitere Einträge

© Heike Probst ThF-Paderborn

Pressemeldung Ehrendoktorwürde für Caritas-Präsidentin Eva Maria Welskop-Deffaa

Brückenbauerin zwischen Glauben, Wissenschaft und Wohlfahrt
© Katholikentag

Pressemeldung „Ich bin da“

Leitwort für den 105. Deutschen Katholikentag 2028 in Paderborn beschlossen
© Foto: Michael Bodin / Erzbistum Paderborn

Pressemeldung socioMovens erhält Jugendpreis des Westfälischen Friedens

Sozialinstitut Kommende Dortmund als Zentrum / Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz würdigt Einsatz der internationalen Jugendlichen für einen gerechten Frieden in Europa
Kontakt
| |
generalvikariat@erzbistum-paderborn.de
+49 (0)5251 125-0