Zur Päpstlichen Familie gehören Menschen, die vom Papst einen Ehrentitel bekommen haben oder denen er einen Päpstlichen Orden verliehen hat, sowie die Ritter und Damen vom Heiligen Grab zu Jerusalem und des Malteserordens. Die anwesenden Mitglieder der Päpstlichen Familie feierten das Pontifikalamt traditionell gekleidet im Hochchor der Paderborner Bischofskirche mit. Die Mädchenkantorei am Dom begleitete den festlichen Gottesdienst vielstimmig, was die Gottesdienstbesuchenden mit Applaus honorierten.
Herzensumkehr und Selbsterkenntnis
Zunächst ging Erzbischof Dr. Bentz auf die aktuelle gesundheitliche Situation von Papst Franziskus ein: „Die Nachrichten über seine ernste Erkrankung haben uns mit tiefer Sorge erfüllt – und da spreche ich insbesondere auch für die Mitglieder der Päpstlichen Familie. Nun scheint unser Papst auf dem Weg der Genesung zu sein und die Signale aus dem Vatikan stimmen zuversichtlich.“
Große Aufmerksamkeit erhielt der Paderborner Erzbischof für seine Predigt, in der er teilweise ausdrücklich die aktuelle weltweite Situation mit ihren politischen Verwerfungen ansprach. Ein zentraler Begriff war dabei die Empörungskultur, die in Politik und Gesellschaft ihre Kreise ziehe: „Beispiele zur Dynamik der Empörung, bei der es am Ende nur noch Verlierer geben kann, findet man auch in der Bibel. Hier gibt es aber auch Lösungen“, machte Dr. Udo Markus Bentz Mut. Mut würden die Menschen benötigen, „um die Spirale der Schuldzuweisung zu durchbrechen.“
Jesu Pädagogik sei großartig, so der Paderborner Erzbischof weiter: „Nicht Vorwurf und Zwang bewegen den Menschen zur Herzensumkehr und Selbsterkenntnis.“ Vielmehr böten Unaufgeregtheit und Selbstreflexion Chancen. „Ein wenig mehr Nachdenken und weniger mit dem Finger auf andere zeigen: Das täte unserer Gesellschaft gut“, betonte Erzbischof Dr. Bentz.