Fotoexerzitien, Bergexerzitien, meditatives Bogenschießen und sogar Schwimmexerzitien: Im neuen Exerzitienkalender des Erzbistums Paderborn für das Jahr 2026 ist vieles in Bewegung. Eine mögliche Ursache dafür ist sicherlich, dass im Programm des Kalenders noch das Heilige Jahr 2025 und sein Motto „Pilger der Hoffnung“ mitschwingen. Eine weitere Erklärung findet sich im Vorwort des Exerzitienkalenders, das Florian Jansen und Schwester Clara Schmiegel SCC von der Fachstelle Geistliche Begleitung und Exerzitien gemeinsam verfasst haben. In ihrem Geleitwort schreiben die beiden vom „Habitare secum“.
Exerzitien – ein Frühjahrsputz für die Seele
Dieser ursprünglich aus der benediktinischen Spiritualität stammende Begriff beschreibt das Ideal, bei sich selbst, in sich selbst zu wohnen, unter den Augen Gottes mit sich selbst identisch zu sein. „Bevor der Mensch diese Beheimatung in sich findet, muss er unterwegs zu sich sein“, sagt Schwester Clara. „Als Wegweiser dienen geistliche Begleitung und Exerzitien.“
Und noch einen weiteren Aspekt kann die Ordensfrau, die im Exerzitien- und Bildungshaus Maria Immaculata in Paderborn selbst als Dozentin Exerzitien leitet, dem Begriff des „Habitare secum“ abgewinnen: „Wer in sich wohnt, kennt die Stellen und Orte, in denen sich etwas angesammelt hat, das endlich aufgeräumt gehört.“ Exerzitien sind demnach auch so etwas wie ein ganzjährig angebotener Frühjahrsputz für die Seele.
Für Neulinge und Fortgeschrittene
Das Programm des Exerzitienkalenders ist breit gefasst. Zu den eingangs erwähnten geistlichen Bewegungsangeboten in Gottes freier Natur (oder auch in der Stadtnatur) kommen viele weitere Veranstaltungen der Bildungshäuser im Erzbistum Paderborn. Insgesamt 101 Termine umfasst der Exerzitienkalender 2026, ein deutliches Plus gegenüber dem Vorjahr. Der Katalog bietet klösterliche Erholungstage für Körper und Seele ebenso wie Meditationstage und Schweigezeiten oder einen theologisch höchst anspruchsvollen „Dialog mit Martin Buber“. Fester Bestandteil des Katalogs sind die Ignatianischen Exerzitien und daran angelehnte Einzelexerzitien.
„Das Programm ist auch deshalb so umfangreich und verschiedenartig, weil wir die unterschiedlichen Bedürfnisse unterschiedlicher Menschen nach geistlicher Begleitung, nach Sinn- und Gottsuche abdecken möchten“, erklärt Schwester Clara. „Ein neues Publikum ist jederzeit willkommen!“