„Mer muss och jünne künne“
So viel zur Selbstfürsorge. Aber wie kommen wir vom „Ich“ zum „Du“ und damit zum „Wir“? Sprich: Wie sieht es mit dem Mitmenschen aus? Teil des „Kölschen Grundgesetzes“ ist der Satz „Mer muss och jünne künne“ – zu Hochdeutsch: Man muss auch gönnen können. Das heißt: Sich für andere freuen. Nicht neidisch sein – auch wenn der oder die andere vielleicht ein größeres Stück vom (Erfolgs-)Kuchen hat als man selbst. Oder, um im kulinarischen Bild zu bleiben: keinem die Butter vom Brot nehmen wollen. Das ist manchmal schwieriger, als es klingt …
Gehen wir noch einen Schritt weiter – zu Gott, für den Neid in seiner unüberbietbaren Größe und Liebe ein Fremdwort ist. Sicher, Gott sieht, wenn wir immer wieder in unsere menschlichen Neid-Muster verfallen und uns das Gönnen schwerfällt. Ich glaube: Gott sieht trotzdem auf jede und jeden von uns mit einem wohlwollenden, gönnenden und vergebenden Lächeln. Nicht gönnerhaft-herablassend, sondern mit der tiefsten Zuneigung, die ein Vater für seine geliebten Kinder hat.
Gott gönnt uns alles Gute. Er will, dass wir gut und erfüllt leben und dass wir das Leben und den Glauben feiern. Also gönnen wir uns und anderen!