An den meisten Ständen sind die Läden und Planen noch geschlossen. Es ist ruhig, friedlich und noch angenehm schattig auf dem Pottmarkt, als um 8.30 Uhr in der Alexiuskapelle der Gottesdienst für die Marktbeschicker beginnt.
Wenig später werden sie wieder ihre Waren anpreisen, mit offenen Augen und Ohren auf die Menschen zugehen und spontan auf ihre Kundschaft reagieren. Jetzt aber nehmen sie sich einen Moment der Stille – zum Durchatmen, Nachdenken und Zusammensein.
„Sie sind mittendrin rund um den Dom!“ Mit diesen Worten begrüßt Dompropst Monsignore Joachim Göbel die Marktbeschicker zu ihrem Libori-Gottesdienst.
Zwei Menschen sind an diesem Morgen in besonderer Weise in die Gebete eingeschlossen: Petra Wiedig, die kürzlich verstorbene langjährige Sprecherin der Interessengemeinschaft Pottmarkt-Beschicker, und ihr erkrankter Kollege Will Koch.
Dompropst Göbel erinnert bereits zu Beginn des Gottesdienstes an die beiden, die sonst immer dabei gewesen seien. Als neuer Sprecher nimmt Thomas Philip an dem Gottesdienst teil. Auch Paderborns Bürgermeister Stefan-Oliver Strate ist unter den Gästen. Sie sind in Gesellschaft von knapp drei Dutzend Marktleuten, die sich eine Dreiviertelstunde Ruhe und Einkehr gönnen. Zum Reflektieren, zum Luftholen, zum Zusammensein.