Noch vor dreißig Jahren sei Kirche wie selbstverständlich „mittendrin“ im Leben der Menschen gewesen, „nahe bei den Menschen im Auf und Ab des Lebens“, beschrieb Weihbischof Matthias König seine frühen Erfahrungen als Seelsorger. Kirche hätte „viele Impulse für das Leben und den Glauben eines Ortes“ geben können. Heute sei die Situation grundlegend anders. Weniger als die Hälfte der Bevölkerung in Deutschland seien Mitglied einer der beiden christlichen Kirchen. Doch auch viele dieser Menschen würden laut einer Kirchenmitgliedschaftsstudie „den Kern des Glaubens nicht mehr verstehen oder mittragen“, stellte Weihbischof König fest.
Den Glauben leben in anderen Strukturen
Im Erzbistum Paderborn stehe der Begriff „Transformation“ dafür, in der gesamtkirchlichen Situation notwendige „Veränderungen anzugehen, solange wir das noch selbst in der Hand haben“, machte der Paderborner Weihbischof deutlich. Der Transformationsprozess im Erzbistum Paderborn, bei dem 21 Seelsorgeräume entstehen, löse derzeit noch viel Unsicherheit aus – zum Beispiel bezogen auf mögliche Kirchenschließungen oder auch weitere Wege zum Gottesdienst. „Alle, die an dieser Transformation mitwirken, kennen diese Ängste und nehmen sie sehr ernst. Sie versuchen immer wieder deutlich zu machen, dass das Ziel der Transformation nicht Abbruch und Zentralisation ist, sondern das Fördern von Glaubensleben in anderen Strukturen, die lebendigen Glauben möglich bleiben lassen“, erläuterte Weihbischof Matthias König.