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© Maria Aßhauer / Erzbistum Paderborn
© Maria Aßhauer / Erzbistum Paderborn

Gott bleibt bei allen Umbrüchen „mittendrin“

Tag der älteren Generation: Weihbischof Matthias König betont im Libori-Pontifikalamt die Notwendigkeit der Transformation im Erzbistum Paderborn

Zahlreiche Gläubige feierten heute, 30. Juli 2026, gemeinsam das Pontifikalamt am Tag der älteren Generation im Hohen Dom zu Paderborn – darunter auch viele Menschen, die durch körperliche Einschränkungen auf Hilfe angewiesen sind. Weihbischof Matthias König stand der Heiligen Messe vor. „Die äußere Gestalt unserer Kirche verändert sich. Von uns wird Einiges an Vertrauen verlangt. Aber wenn wir in Gott bleiben, dürfen wir sicher sein, dass er in uns bleiben wird – ‚mittendrin‘. Und das nicht nur am Liborifest“, sagte der Paderborner Weihbischof in seiner Predigt.

Noch vor dreißig Jahren sei Kirche wie selbstverständlich „mittendrin“ im Leben der Menschen gewesen, „nahe bei den Menschen im Auf und Ab des Lebens“, beschrieb Weihbischof Matthias König seine frühen Erfahrungen als Seelsorger. Kirche hätte „viele Impulse für das Leben und den Glauben eines Ortes“ geben können. Heute sei die Situation grundlegend anders. Weniger als die Hälfte der Bevölkerung in Deutschland seien Mitglied einer der beiden christlichen Kirchen. Doch auch viele dieser Menschen würden laut einer Kirchenmitgliedschaftsstudie „den Kern des Glaubens nicht mehr verstehen oder mittragen“, stellte Weihbischof König fest.

Den Glauben leben in anderen Strukturen

Im Erzbistum Paderborn stehe der Begriff „Transformation“ dafür, in der gesamtkirchlichen Situation notwendige „Veränderungen anzugehen, solange wir das noch selbst in der Hand haben“, machte der Paderborner Weihbischof deutlich. Der Transformationsprozess im Erzbistum Paderborn, bei dem 21 Seelsorgeräume entstehen, löse derzeit noch viel Unsicherheit aus – zum Beispiel bezogen auf mögliche Kirchenschließungen oder auch weitere Wege zum Gottesdienst. „Alle, die an dieser Transformation mitwirken, kennen diese Ängste und nehmen sie sehr ernst. Sie versuchen immer wieder deutlich zu machen, dass das Ziel der Transformation nicht Abbruch und Zentralisation ist, sondern das Fördern von Glaubensleben in anderen Strukturen, die lebendigen Glauben möglich bleiben lassen“, erläuterte Weihbischof Matthias König.

Was vor Ort lebendig sei, solle gefördert werden, ebenso wie Ehrenamtliche intensiv unterstützt werden sollen. „Es soll nicht ein ‚Weniger‘ an Glauben, sondern ein ‚Mehr‘ erzielt werden, weil Kräfte gebündelt werden und gemeinsam geistliches und kirchliches Leben möglich ist, das allein an einem Ort nicht mehr verwirklicht werden kann“, führte Weihbischof König weiter aus.

Das Neue wagen

Gerade bei manchen jungen Menschen scheine wieder ein Interesse für den Glauben und das kirchliche Leben zu erwachen. „Das stärkt in mir die Zuversicht, dass Gott ‚mittendrin‘ bleibt: in dieser zerrissenen Welt, in der Kirche, die durch so viele Krisen gehen muss, in unseren Herzen, die manchmal nicht mehr so recht wissen, wo sie sich festmachen sollen“, erklärte Weihbischof Matthias König. An den Schluss seiner Predigt setzte der Paderborner Weihbischof den Appell an die Gläubigen im Paderborner Dom, alle zu unterstützen, „die mit gutem Willen das Neue wagen.“ Weihbischof Matthias König ermutigte dazu, „aus der Mitte zu leben, aus der immer neuen Begegnung mit dem lebendigen Gottessohn, der Herr und Haupt seiner Kirche bleibt.“

© Maria Aßhauer / Erzbistum Paderborn

Musikalische und inhaltliche Mitgestaltung

Musikalisch gehört zum Pontifikalamt am Libori-Donnerstag traditionell der Polizeichor Paderborn. Unterstützt wurden die Sänger durch die Männergesangvereine Tandaradei Nordborchen, Cäcilia Schloß Neuhaus und Herbram. Die Gesamtleitung lag bei Frank Bodemeyer. Domorganist Tobias Aehlig spielte an der Domorgel.

Vorbereitet hatte das Pontifikalamt der Arbeitsbereich „Offene soziale Altenarbeit“ beim Diözesan-Caritasverband. Marie-Louise Tigges, die den Arbeitsbereich leitet, hatte die Gläubigen zum Gottesdienst begrüßt und gab ihnen am Schluss gute Gedanken mit auf den Weg: „Das aktuelle Jahresmotto der Caritas lautet ‚Zusammen geht was‘. Dieses Motto zeigt uns: Alle Generationen können sich gegenseitig viel geben, wenn sie füreinander offen und von Herzen zugewandt sind“, unterstrich Marie-Louise Tigges.  In diesem Kontext war im Dom auch der zehn Meter lange „Schal des Zusammenhalts“ ausgestellt.

© Maria Aßhauer / Erzbistum Paderborn
Ein Beitrag von:
Redakteurin Team Presse

Maria Aßhauer

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