Paderborn, 26.02.2026 (cpd) – „Ich bin bereit zu sterben. Ich möchte nur nicht in Gefangenschaft geraten.“ Diese Worte einer 19-jährigen Protestierenden sind paraphrasiert über Kontakte aus dem Iran übermittelt worden. Sie beschreiben eindrücklich, wie viel Angst gegenüber der Regierung der islamischen Republik vorhanden ist und wie viel Mut es gleichzeitig erfordert, dennoch auf die Straße zu gehen.
Seit dem 28.12.2025 gibt es eine Protestwelle im Iran, welche zunächst ökonomisch, dann jedoch politisch motiviert ist und in der die Bewegung explizit einen Regimewechsel fordert. Sie gliedert sich damit in eine Reihe von Protesten gegen das Regime, die in den vergangenen Jahren immer wieder aufflammt.
Gewalt, Menschenrechtsverletzungen und gesellschaftliche Folgen
Die Antwort der Regierung der Islamischen Republik war und ist massive Gewalt gegen die Zivilbevölkerung, willkürliche Inhaftierungen sowie ein telekommunikativer Blackout. Die Opferzahlen lassen sich aufgrund der Informationsblockade nicht vollständig beziffern, dürften jedoch mehrere tausend Menschen umfassen. Darüber hinaus gibt es weit mehr Verwundete, Inhaftierte und Erblindete.
Mittlerweile sind die Proteste aufgrund des hoch repressiven öffentlichen Raumes, der durch tödliche Gewalt und massive Präsenz teils schwer bewaffneter Milizen, Söldner und Soldaten geprägt ist, zurückgegangen. Gleichzeitig wird berichtet, dass Angehörige für den Erhalt des Leichnams eines Verstorbenen einen Preis pro Kugel im Körper des Verstorbenen bezahlen müssen, um eben jenen erhalten zu können und angemessen zu bestatten. Eine Entwürdigung, die selbst nach dem Tode fortgeführt wird.
Der gesellschaftliche Widerstand verlagert sich unter diesen Bedingungen in weniger sichtbare oder symbolische Formen. Diese Entwicklungen weisen auf schwerwiegende und systematische Verletzungen grundlegender Menschenrechte hin. Der Caritasverband für das Erzbistum Paderborn e.V. verurteilt diese Entwicklungen daher zutiefst.