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© Michael Wöstheinrich
© Michael Wöstheinrich

Freundeskreis Propstei Clarholz hat drei Gründe zum Feiern

Am Samstag, 30. Mai 2026, wurde nach dreijähriger Schließung das Clarholzer Klostermuseum in renovierten Räumen der Propstei wiedereröffnet. Gleichzeitig feierte der Freundeskreis Propstei Clarholz sein 30jähriges Bestehen und das 50jährige Jubiläum der Priesterweihe von Prof. Dr. Johannes Meier, dem Initiator und Mitgründer des Freundeskreises.

Festgottesdienst in der Laurentius-Kirche

Dem Festakt mit zahlreichen Gästen, der vor dem neuen Museumseingang stattfand, ging ein festlicher Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Laurentius voraus. Musikalisch begleitet wurde die heilige Messe vom Kirchenchor Clarholz Lette unter der Leitung von Matthias Wrede.

Zelebriert wurde der Gottesdienst von  Prof. Dr. Johannes Meier und Pastor Josef Kemper sowie von Dr. Franz-Josef Hermann Bode, der bis 2023 Bischof von Osnabrück und stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz war. Er wurde im selben Jahr zum Priester geweiht, wie Prof. Meier und ist ihm seit langem freundschaftlich verbunden.

Für die Predigt hatte Johannes Meier, der als Theologe und Universitätsprofessor lange an der Universität Mainz geforscht und gelehrt hat, die Theologin Sara-Marie Hüser gewinnen können. Sie ist Pastoralreferentin und Ausbildungsleiterin im Haus der kirchlichen Berufe in Mainz. „Die Theologie öffnet sich weiten Bereichen und Wissenschaften, sie hat ihren Platz in der Gesellschaft“, so die junge Theologin,  Mit Bezug auf die Lesung des Abends aus dem Evangelium (Joh 3,16-18), in der es heißt: „Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird“, betonte sie, dass Gott auf alle Menschen zukommt und wir die Freiheit haben, ihm im Glauben zu antworten. „Wenn uns aber niemand von Gott erzählt, wie soll ich dann zu ihm finden?“ Hier betonte Sara-Marie Hüser die Aufgabe der geistlichen Berufe. Sie blickte auf ihre eigene Entscheidung und die von Johannes Meier, der vor 50 Jahren die Priesterweihe empfangen hat. „Er hat mich ermutigt, eine Zeit lang in Lateinamerika  zu verbringen, und dort zu lernen und zu wirken, so wie er es getan hat.“ Mit Bezug auf den Dreifaltigkeitssonntag schloss sie mit dem Gruß aus dem Korintherbrief des Paulus: „Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen!“

Als Freund des Wanderns und des Pilgerns passt wohl ein Rucksack. Und da Johannes Meier sich besonders für die Rückkehr der Jakobusfigur nach Clarholz eingesetzt hat, kommen noch eine Pilgermuschel und Jakobsweg-Wanderutensilien dazu.

Zum Schluss des Gottesdienstes überreichte Pastor Josef Kemper ein kleines Geschenk

Feierliche Eröffnung des Museums und Propsteifest

Im Anschluss an den Gottesdienst  fand vor dem neuen Museumseingang der Festakt statt, bei dem Dr. Reinhold Schoppmann, der Vorsitzende des Freundeskreises, zahlreiche Ehrengäste begrüßte und all denen dankte, die sich für die Neugestaltung des Klostermuseums und den Bezug der zwei neuen Räume eingesetzt hatten.

Einen besonderem Dank sprach er Gottfried Pavenstädt, Altbürgermeister und langjähriger Vorsitzender des Freundeskreises Propstei aus: „Er verfügt über viel Hintergrundwissen und hat mir die Arbeit im Vorstand leichter gemacht.“  An Bürgermeister Marco Diethelm (CDU) gerichtet, meinte Schoppmann: „Wir sind froh, die Gemeinde so kraftvoll neben uns zu haben!“

Das Gemeindeoberhaupt hob voller Anerkennung die ehrenamtliche Arbeit der Mitglieder und des Vorstands heraus und dankte vor allem den Fördermittelgebern für die finanzielle Unterstützung des Projekts Museum Propstei Clarholz: „Hier sind schon ein paar Euros hineingeflossen…“

Eckhard Uhlenberg, der ehemalige NRW-Landwirtschaftsminister und Landtags-Vizepräsident, ist seit 2017 Präsident der NRW-Stiftung. Er nannte konkrete Zahlen: „Die Stiftung hat einen Förderbetrag von 70 000 Euro zur Verfügung gestellt und wir freuen uns, dass der Freundeskreis damit einen Ort, der so wichtig für unser kulturelles Gedächtnis ist, erhalten kann. Hier verbinden sich Geschichte, Architektur und Glauben. Seit der Errichtung des barocken Gebäudes unter Propst Elbert von Kückelsheim bis heute beeindrucken diese Räume. Sie leben durch die Menschen, die sich für ihre Pflege, Erhaltung und Nutzung einsetzen.“

Dank an Unterstützer und Wegbegleiter

Dr. Reinhold Schoppmann nannte Namen der Menschen, die bei der Realisierung des Projekts beteiligt waren. Dazu gehören die Architekten Luca de Virgilio und Theo Altefrohne, Maurermeister Werner Schumacher, die Tischlerei Röwekamp & Stumpe, Elektro Burholt, Heizung und Sanitär Petermann sowie Malermeister Edgar Tohermes. Der Vereinsvorsitzende dankte auch den „Museumsleuten“ Adelheid Eimer, Dr. Holger Kempkens, Karin Wermert, Reinhard Feldmann und Ulrike Frey sowie der Kolpingsfamilie, dem Heimatverein und auch Christoph und Stefan Rugge.

Ein besonderer Dank ging an die Vorstandsmitglieder Claudia Strässer und an Martha Franzgrote.

Dann holte der Vereinsvorsitzende seinen Stellvertreter nach vorn. „Johannes Meier und ich waren Schulkameraden auf dem Laurentianum in Warendorf, seitdem sind wir befreundet. Es ist mir eine große Ehre, ihm einerseits zum 50jährigen Priesterjubiläum zu gratulieren und andererseits auf 30 Jahre Freundeskreis Propstei zu blicken, deren Initiator er war“, so Reinhold Schoppmann. Als Geschenk überreichte er eine Bronzeskulptur des Beckumer Künstlers Ludwig Dinnendahl mit dem Titel „Gratwanderung“ an Johannes Meier und meinte noch: „wenn er’s mir nicht verboten hätte, würde ich verraten, dass er am 31. Mai Geburtstag hat…“

Mit den Worten. „Kommt und seht – das Museum ist eröffnet“, lud Schoppmann die Gäste ein, die neu bezogenen Räume in Augenschein zu nehmen.

Damit begann auch der gesellige Teil des Propsteifests mit Musik des Ensembles um Sabine Seipelt von der Musikschule für den Kreis Gütersloh und mit einem Imbiss am Stand von Yvonne Homeyer und der Kolpingsfamilie.

Das Museum Propstei Clarholz präsentiert seine Exponate nun auch in den zwei ehemaligen Speisesälen mit den dekorativen „Kölner Decken” und zeigt die Geschichte des Prämonstratenserstifts und späteren Klosters, das bis zur Säkularisation 1803 bestand. Die ehemalige Propstei Clarholz ist seit der Auflösung des Klosters im Besitz des Fürstenhauses zu Bentheim-Tecklenburg. Die Gemeinde Herzebrock-Clarholz schloss einen langfristigen Mietvertrag für die Räume, die sie ihrerseits dem Freundeskreis weitervermietet.

Das Museum Propstei Clarholz ist jeden Sonntagnachmittag von 15:00 bis 18:00 Uhr geöffnet und bildet damit eine Bereicherung für einen Besuch im schönen Klosterensemble Clarholz.

Ein Beitrag von:

Michael Wöstheinrich

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