Generalvikar Hardt betonte zum Auftakt, dass das Mentoring-Programm sich im Erzbistum Paderborn etabliere: „Uns ist es ernst damit, mehr Frauen auf Leitungspositionen vorzubereiten.“ Er benannte in diesem Zusammenhang wichtige Folgefragen: „Sprechen wir Frauen mit unseren Stellenausschreibungen an? Reicht es aus, dass wir Führungsstellen im Erzbischöflichen Generalvikariat in Teilzeit ausschreiben, dass wir Führung im Tandem ermöglichen? Wie gestalten wir den Wandel in den Köpfen?“ Erste Schritte seien gemacht. Nun gelte es, in Bewegung und im Austausch zu bleiben, sagte Generalvikar Hardt, der die Frauen ermutigte, sich weiter zu vernetzen.
Arbeit im Tandem
Das Erzbistum Paderborn beteiligt sich regelmäßig am Programm „Kirche im Mentoring – Frauen steigen auf“ und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Steigerung des Anteils von Frauen in Führungspositionen. Im Programm arbeiten jeweils eine Mentorin oder ein Mentor und eine Mentee ein Jahr lang zusammen. Als Tandem besprechen sie Fragen nach Zielen, Strategien und nächsten Schritten. Die Mentees entwickeln eigenständig Projekte – im zurückliegenden Jahr zur Einführung eines Managements von Verbesserungsideen, zum Wissenstransfer von Mitarbeitenden, die in den Ruhestand gehen und zu einer Kampagne, die Präventionsfachkräfte bekannt macht.
Verantwortung übernehmen
Die Frauen, die zum Austausch nach Paderborn gekommen waren, sprachen über ihre Erfahrungen und Erwartungen. „Mit meiner Teilnahme konnte ich zeigen, dass ich Verantwortung übernehmen möchte“, erklärte Lina Kruse ihre Motivation. Die junge Frau arbeitet im Bereich Personal und Verwaltung des Generalvikariats. Diözesanbaumeisterin Carmen Matery-Meding hat sie als Mentorin begleitet.
Über den Tellerrand geschaut
„Ich habe mich selbst vor dem Programm eher nicht in Führungsverantwortung gesehen, aber jetzt bin ich durch diese Profilschärfung neugierig darauf geworden“, beschrieb Rabea Krato ihre Erfahrungen. Sie ist Dekanatsreferentin für Jugend und Familie im Dekanat Bielefeld-Lippe. Ihr Mentor war kfd-Diözesanpräses Roland Schmitz. Sabrina Bauland aus dem Bereich Personal und Verwaltung im Generalvikariat fand die Zusammenarbeit mit ihrem Mentor Benedikt Bohn, Stellvertretender Leiter des Bereiches Schule und Hochschule im Generalvikariat, besonders spannend: „Er kommt aus dem Bereich Theologie, ich aus dem Bereich Verwaltung. Nicht nur durch diese Kombination, sondern auch insgesamt hat mir das Programm geholfen, über den Tellerrand zu schauen.“
Beidseitiges Lernen im Mentoring
Sabrina Hecker aus dem Bereich IT und Datensicherheit im Generalvikariat, die als Mentee jetzt beginnt, möchte das Thema “Führung” für sich beleuchten und daraus neue Entwicklungsmöglichkeiten für sich erschließen. Sabrina Heckers Mentorin ist Christiane Beel, Leiterin der Ehe-Familien- und Lebensberatung (EFL) im Erzbistum Paderborn. Alina Brinkmann aus dem Bereich Pastorale Dienste wird von Dr. Petra von der Osten als Mentorin begleitet. Die EFL-Beraterin hat auf ihrem eigenen Weg immer wieder die Erfahrung gemacht, von Menschen begleitet und gefördert worden zu sein: „Deshalb bin ich dankbar, bei diesem tollen Programm dabei sein zu dürfen“, so Mentorin von der Osten.
Was braucht es noch?
Frank Rosenberger und Stefanie Berns vom Bereich Personal und Verwaltung des Erzbischöflichen Generalvikariats unterstrichen, dass Personalentwicklung immer im Austausch mit der Führungskraft beginne: „Wir haben als Leitbild unser Zukunftsbild, in dem Vertrauen und Zutrauen in die Mitarbeitenden sowie Fehlerfreundlichkeit zentrale Kategorien sind“, stellte Rosenberger fest. Stefanie Berns fasste zusammen: „Wir sind auf einem guten Weg mit vielen neuen Arbeitsformen, die mehr Flexibilität ermöglichen. Darauf wollen wir uns aber nicht ausruhen, sondern immer wieder fragen: Was braucht es noch?“