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Fotograf Wolfgang Weiss und sein Dialog mit dem Drei-Hasen-Fenster

„Drei-Hasen-Fenster“? Unzählige Male hat man es schon gesehen. Sein Ursprungsort ist der Domkreuzgang, wo sich heute eine Kopie befindet.

Das Original kann im Diözesanmuseum aus der Nähe betrachtet werden. Bis heute geht von dieser Steinmetzarbeit aus dem Mittelalter eine große Faszination aus. Als Motiv finden die „Drei-Hasen“ vom Postkartendruck bis zum Kanaldeckel weite Verbreitung.

Im letzten Jahr hat sich der Fotograf Wolfgang Weiss dem originalen „Drei-Hasen-Fenster“ im Diözesanmuseum künstlerisch genähert. Er platzierte einen gebogenen Spiegel vor die Skulptur und fotografierte die Reflexionen. Aus den so entstandenen Fotoaufnahmen komponierte der Künstler eine Serie von neun Bildern mit dem Titel „Hasenskulptur: Hasen 1 bis 9“. Sie zeigen das gewohnte Bildmotiv stark verändert. Es wirkt fremd und vertraut zugleich. Die Serie konnte kürzlich vom Diözesanmuseum erworben werden und ist nun direkt neben dem mittelalterlichen Original ausgestellt.

Zentrales Bildmotiv der Serie sind die Hasenohren, die drei Löffel. Während die Hasenkörper durch den verformten Spiegel stark verändert erscheinen, bleiben die Löffel klar erkennbar. Für den Künstler Weiss symbolisieren sie in der mittelalterlichen Deutungstradition die Dreifaltigkeit Gottes.

Das Diözesanmuseum kann mit dem Erwerb der Bilderserie den Sammlungen ein außergewöhnliches zeitgenössisches Kunstwerk hinzufügen.

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