Die Herzkammer der Welterbestätte Corvey, das karolingische Westwerk, und auch die Dauerausstellung über das Jahrtausend der Mönche im Schloss haben eine museumsdidaktische Zeitenwende erlebt. Diese attraktive Aufwertung mithilfe des Einsatzes digitaler Tools ist auch dem „Förderverein Karolingisches Westwerk Corvey“ zu verdanken.
Was der kleine, aber schlagkräftige Verein in den vier Jahren seines Bestehens für Corvey erreicht hat, ist enorm. Dieses Fazit haben der Vorsitzende Rudolf Jäger und seine Mitstreiter während einer Vorstandssitzung in der Welterbestätte gezogen. Voller Tatendrang schauen sie aber auch nach vorne. „Wir möchten neue Mitglieder gewinnen und uns weiterhin aktiv einbringen“, signalisieren Rudolf Jäger und der zweite Vorsitzende, Monsignore Andreas Kurte.
Erhalt der Bausubstanz bleibt Daueraufgabe
Die Unterstützung der Corvey-Begeisterten wird stets hilfreich sein. Denn die Fortentwicklung und publikumswirksame Erschließung des einzigen Welterbes in Westfalen bleiben herausfordernd. Außerdem muss die sensible Bausubstanz im Westwerk, die das Weserkloster zum Welterbe adelt, restauratorisch gesichert und in ihrem Erhaltungszustand permanent überwacht werden. Hier sind Fachleute mehrerer Disziplinen beteiligt. Standortleiterin Annika Pröbe hatte in ihrem „Zeitreise“-Vortrag im Rahmen des Jubiläumsprogramms zum 1200-jährigen Bestehen der Benediktinerabtei im September 2023 sehr informativ dargestellt, was stets zu tun ist, um die hochbedeutenden Wandmalereien aus der Erbauungszeit des Westwerks zu sichern.
Hier ist Corvey durchaus vergleichbar mit den Dombauhütten berühmter Kathedralkirchen wie dem Kölner Dom. Umso glücklicher sind Annika Pröbe und die Kirchengemeinde St. Stephanus und Vitus darüber, den Förderverein als starken Partner an der Seite zu haben.
Die kleine Gemeinde trägt als Eigentümerin des Westwerks und der Abteikirche für dieses Kulturdenkmal von Weltrang Verantwortung. Die fragmentarisch erhaltenen karolingischen Architekturzeugnisse, die es zu schützen gilt, erblühen im Johanneschor im Rahmen von Führungen auf dem Bildschirm eines Tablets in ihrer ursprünglichen Farbigkeit virtuell neu. Der Förderverein hat sich in dieses Projekt ebenso eingebracht wie in den durchgreifenden Relaunch der Dauerausstellung unter der Ägide des ehemaligen Direktors des Erzbischöflichen Diözesanmuseums, Professor Dr. Christoph Stiegemann. Rudolf Jäger und seine Mitstreiter haben Fördermittel für fesselnde digitale Einblicke in 1000 Jahre Klostergeschichte im Rahmen der Schau im Schloss generiert. Dem Verein ist es zu verdanken, dass die NRW-Stiftung, die Bank für Kirche und Caritas und die „VerbundVolksbank OWL Stiftung“ sich mit Finanzmitteln großzügig eingebracht haben. „Wir hoffen, dass die neue Dauerausstellung und die digitalen Angebote die Besucherzahlen in Corvey nachhaltig erhöhen“, so der Vorstand.