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Flutschäden wirken noch lange nach

Erzbischof Becker und Generalvikar Hardt informieren sich über die Folgen der Hochwasserkatastrophe in Hagen-Hohenlimburg
In Hagen-Hohenlimburg informierten sich Erzbischof Hans-Josef Becker (2.v.r.) und Generalvikar Alfons Hardt (1.v.r.) bei Betroffenen und Helfenden über die andauernden Folgen der Hochwasserkatastrophe.© Michael Bodin / Erzbistum Paderborn
Pressemeldung
27. Oktober 2021
Hagen

Flutschäden wirken noch lange nach

Erzbischof Becker und Generalvikar Hardt informieren sich über die Folgen der Hochwasserkatastrophe in Hagen-Hohenlimburg

Mit Betroffenen sowie Helferinnen und Helfern der Hochwasserkatastrophe in NRW trafen sich am Dienstag der Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker und sein Generalvikar Alfons Hardt bei einem Besuch in Hagen-Hohenlimburg. Hier, in der Gemeinde St. Bonifatius, waren die Auswirkungen der Flut in der Nacht vom 14. auf den 15. Juli 2021, bezogen auf das Gebiet des Erzbistums Paderborn, besonders katastrophal.

„Mein Dank gilt zuerst den vielen Helferinnen und Helfern. Und ich freue mich, dass die Hilfen des Erzbistums gut angekommen und wirksam sind“, erklärte Erzbischof Hans-Josef Becker im Anschluss an den Austausch mit Helferinnen und Helfern, Mitarbeitenden der Caritas Hagen sowie Betroffenen. Durch die etablierten kirchlichen Strukturen sei eine schnelle und unbürokratische Hilfe für die durch die Flut geschädigten Menschen möglich.

Unbürokratische Hilfe

Unmittelbar nach der Katastrophe hatte das Erzbistum Paderborn unter anderem finanzielle Hilfen aus dem Fluthilfefonds bereitgestellt. Insgesamt wurde der Fonds bis heute auf 1,2 Millionen Euro für Soforthilfen aufgestockt, welche über die Caritas-Organisationen vor allem in den Flutgebieten in Hagen, Iserlohn und Fröndenberg eingesetzt werden. Dabei bilden die Soforthilfen eine der insgesamt fünf Säulen der Fluthilfe des Erzbistums Paderborn. Ebenso dazu gehören die seelsorgliche Begleitung, die Bereitstellung von Räumlichkeiten, die Öffnung der Bildungsstätten zu Erholungszwecken sowie Hilfen für die Kirchengemeinden beim Wiederaufbau.

In der Alten Weinhofschule in Hagen-Hohenlimburg schilderten Beteiligte die damalige Situation und die bis heute andauernden Folgen. „Ich versuchte noch das Wasser aus dem Haus zu schippen, als die Feuerwehr mir sagte, dass das keinen Sinn mehr hat und wir in die oberen Stockwerke gehen sollten“, erinnert sich Birgit Binding, die mit ihrem Mann und ihrer Tochter mit Behinderung in einem Einfamilienhaus lebt.

Heute, mehr als drei Monate nach der Katastrophe, teilt sich die Familie zweieinhalb Zimmer im Dachgeschoss ihres Hauses nachdem sie zuvor zwei Monate im Wohnmobil verbringen musste. Ein Gemisch aus Schlamm, Benzin und Wasser habe mehr als einen Meter hoch im Haus gestanden. Die Waschmaschine im Keller war ebenso zerstört, wie die Heizung und die Stromversorgung des Hauses. Die nun notwendige Kernsanierung werde noch viel Zeit und Energie beanspruchen. Sehr dankbar sei sie für die Unterstützung, Beratung und Hilfe durch die Caritas und die Pfarrgemeinde, sagte Birgit Binding im Gespräch mit Erzbischof Becker und Generalvikar Hardt.

9.000 Haushalte betroffen

Bernadette Rupa, Vorstandsvorsitzende des Caritasverbandes Hagen, hatte für die Besucher aus Paderborn einige Zahlen zusammengestellt. Demnach sind in Hagen 9.000 Haushalte mit mehr als 20.000 Menschen von der Flut betroffen. Neben den unmittelbaren finanziellen und praktischen Hilfen ist die psychosoziale Beratung sehr gefragt. „Die Menschen kommen mit Fragen zu einem Antrag, haben dann aber auch einen sehr großen Redebedarf“, berichtete Jana Ellerbrake, eine der Ansprechpartnerinnen für die Fluthilfe. Viele der Ratsuchenden würden unter Existenzängsten leiden, seien traumatisiert, hätten Fotos und andere Erinnerungsstücke unwiederbringlich verloren, schilderte die Sozialarbeiterin die Situation.

In der Pfarrgemeinde St. Bonifatius in Hagen-Hohenlimburg hat es besonders die Kleiderkammer der Pfarrcaritas getroffen, deren Räume unter Wasser standen und bis heute nicht wieder genutzt werden können, wie Pfarrsekretärin Erika Hankeln bei einer Besichtigung der beschädigten Räume erläuterte. In den ersten schlimmen Tagen hätten besonders die Pfadfinder sehr viel Hilfe geleistet, oftmals bis an den Rand der eigenen Kräfte.

Erzbischof Hans-Josef Becker und Generalvikar Alfons Hardt bedankten sich bei den Anwesenden für ihren großen Einsatz und den „authentischen Lagebericht mit Perspektiven für die Zukunft“.

Ein Beitrag von:
Team Presse

Michael Bodin

 
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