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© Erzbistum Paderborn
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Finanzbericht 2025: Bereit für morgen – Kirche verändert sich und bleibt nah bei den Menschen

Engagement vor Ort bringt neue Formen kirchlichen Lebens hervor / Kirchensteuer steigt nur durch Sondereffekt: Schere zwischen Erträgen und Aufwendungen öffnet sich / Solide Basis für Umbau von Strukturen und Verwaltung

Das kirchliche Leben im Erzbistum Paderborn verändert sich und bleibt dabei lebendig. Das zeigt der Finanzbericht 2025, den das Erzbistum heute veröffentlicht hat. Neben der wirtschaftlichen Entwicklung stellt der Bericht auch Beispiele vor, wie ehrenamtlich und hauptberuflich Mitarbeitende Kirche vor Ort gestalten.

So organisieren im Pastoralverbund Salzkotten ehrenamtlich Engagierte, dass in Mantinghausen die Gemeinde trotz weniger Messfeiern zum Wortgottesdienst zusammenkommt. Sie nutzen die Möglichkeit, mit den Wortgottes-Feiern andere Lebensrealitäten, Erfahrungen und Erlebnisse abbilden zu können. „Das macht uns vielfältiger“, finden die Engagierten.

In Arnsberg fahren seit Mai 2025 rund 15 Ehrenamtliche der Propsteipfarrei St. Laurentius und der Caritas-Konferenzen mit der „ansprechBar“ regelmäßig zu den Friedhöfen und anderen Orten, um Trauernden und Menschen, die allein sind, ein offenes Ohr und Gespräche bei einer Tasse Kaffee zu schenken. Der kleine Anhänger mit Kühlschrank und Kaffeemaschine wird vom Erzbistum finanziell unterstützt.

Auch im ländlichen Raum gibt es Orte mit großer Anziehungskraft. Ein solcher Ort ist das Geistliche Zentrum Kohlhagen an der Wallfahrtskirche Mariä Heimsuchung, an der Grenze von Sauer- und Siegerland. Zum Sonntagsgottesdienst kommen dort Menschen aus der ganzen Region, darunter viele junge Familien.

1.300 Euro pro Kita-Platz

Der Finanzbericht zeigt, in welche vielfältigen Aufgaben die Finanzmittel des Erzbistums fließen. Aus Kirchensteuern und Kapitalerträgen hat das Erzbistum Paderborn im Jahr 2025 insgesamt 404,7 Mio. Euro für Seelsorge, Bildung und soziale Aufgaben aufgewendet. Das sind rund 1,1 Mio. Euro an jedem Tag.

Mehr als die Hälfte der Mittel floss in die Seelsorge, davon 176,1 Mio. Euro in die Kirchengemeinden. Rund 1.300 Euro stellte das Erzbistum für jedes Kind in den rund 500 geförderten katholischen Kindertagesstätten bereit. In die 15 erzbischöflichen Schulen flossen zusätzlich zu den staatlichen Mitteln fast 33 Mio. Euro aus Kirchensteuermitteln und Kapitalerträgen. Für soziale Aufgaben wendete das Erzbistum 37,0 Mio. Euro auf.

Kirchensteuer steigt nur vordergründig

Auch wirtschaftlich ist das Erzbistum Paderborn stabil durch das Jahr 2025 gegangen. Die Erträge aus der regulären Kirchenlohn- und Kircheneinkommensteuer blieben auf dem Niveau des Vorjahres. Zwar verzeichnete das Erzbistum einen Anstieg um 7,0 Prozent auf 449,7 Mio. Euro. Der Zuwachs geht aber zum weit überwiegenden Teil auf einen Sondereffekt infolge des Kirchensteuer-Clearings zwischen den deutschen Bistümern zurück.

Die Schere zwischen Erträgen und Aufwendungen hat sich im Jahr 2025 geöffnet. Während die Erträge um 2,9 Prozent zulegten, stiegen die Aufwendungen um 5,9 Prozent auf 511,0 Mio. Euro, vor allem durch höhere Zuweisungen an Kirchengemeinden, Kindertagesstätten und Caritas. Die Ausschüttung aus dem Spezialfonds stärkte das Finanzergebnis. Der Jahresüberschuss ging im Vergleich zum Vorjahr um 18,8 Prozent auf 67,2 Mio. Euro zurück.

Jahresüberschuss stärkt Kirchengemeinden, Bildung und Caritas

Das Erzbistum Paderborn nutzt Überschüsse der Bilanz regelmäßig für zusätzliche Fördermaßnahmen. Die Entscheidung darüber trifft der Kirchensteuerrat. Aus dem Bilanzgewinn 2025 werden insgesamt 76,3 Mio. Euro ausgeschüttet.

Davon gehen 16,1 Mio. Euro als Sonderförderung an die Kirchengemeinden. 30,0 Mio. Euro fließen in einen neuen Fonds für Besondere Bistumsprojekte und 6,0 Mio. Euro in einen neuen Fonds für digitale Zukunft, mit dem die Potenziale digitaler Lösungen auch in der Seelsorge erschlossen werden sollen. Die Kindertagesstätten erhalten über die etatmäßige Förderung hinaus zusätzlich 7,8 Mio. Euro, der Diözesan-Caritasverband bekommt 5,6 Mio. Euro als Sonderförderung. Außerdem fließen 5,0 Mio. Euro in den ökologischen Umbau der kirchlichen Immobilien im Erzbistum. Der verbleibende Betrag aus dem Jahresüberschuss wird in die Ausgleichsrücklage eingestellt.

Solide Basis für langfristiges Handeln

Die Bilanz des Erzbistums bleibt solide. Der größte Teil des bilanziellen Kapitals ist in zweckgebundenen Rücklagen gebunden, etwa für den Erhalt von Gebäuden und für die Altersversorgung. Zugleich muss sich das Erzbistum Paderborn an gesellschaftliche und wirtschaftliche Veränderungen anpassen, um langfristig handlungsfähig zu bleiben.

„Wir brauchen Strukturen, die auch in 15 Jahren noch tragfähig sind“, sagt Volker Mauß, Diözesan-Ökonom und Leiter des Bereichs Finanzen. Deshalb richtet das Erzbistum im Bistumsprozess „Glauben. Gemeinsam. Gestalten.“ seine Pastoral neu aus und passt die Verwaltung an. Die inhaltliche Gestaltung bleibt Aufgabe der Seelsorge vor Ort. „Uns ist klar, dass diese Transformation schwierig ist, aber wenn wir sie nicht angehen, werden wir kaum in der Lage sein, die lokale Nähe zu behalten“, so Mauß.

Mit dem Finanzbericht 2025 hat das Erzbistum Paderborn zum zwölften Mal freiwillig einen Jahresabschluss nach den Regeln des Handelsgesetzbuches aufgestellt. Der aktuelle Jahresabschluss trägt den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk der SGP Schneider Geiwitz GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft.

Für Fachfragen: finanzen@erzbistum-paderborn.de

 

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