Verwurzelung und Verbundenheit im Erzbistum
Im Erzbistum Paderborn gebe es unter historischem Gesichtspunkt unterschiedliche Ausprägungen der „Ewigen Anbetung“, erklärt Professor Dr. Hans-Walter Stork von der Erzbischöflichen Akademischen Bibliothek Paderborn. Die Ewige Anbetung sei allerdings im Erzbistum „tief und fest verwurzelt“, sie wurde und wird von allen Kirchengemeinden, aber auch von Klöstern, getragen.
Professor Dr. Stork erläutert, dass Bischof Ferdinand von Bayern zuerst im Jahr 1644 in den pastoralen Anordnungen für das Bistum Paderborn Empfehlungen für das „Ewige Gebet“ gab. Das sei in den letzten Jahren des Dreißigjährigen Krieges für die notleidende Bevölkerung mit der Hinwendung zum Eucharistischen Christus besonders wichtig gewesen. In der Frömmigkeit des Volkes sei die Ewige Anbetung auch bereits vor dieser bischöflichen Regelung eine beliebte Andachtsform gewesen. „Bischof Konrad Martin schließlich war – mitten im Kulturkampf – die Ewige Anbetung ein ganz besonderes Anliegen“, weiß der Leiter der Erzbischöflichen Akademischen Bibliothek: „Bischof Konrad Martin bestimmte im Jahr 1857 in einem Hirtenschreiben, dass im Hohen Dom zu Paderborn am ersten Advent die Ewige Anbetung beginnt und dann in den Kirchen der Diözese fortgesetzt wird.“ Er habe damit eine auch heute lebendige Tradition geschaffen.
Heute finden die Kirchengemeinden und Einrichtungen des Erzbistums Paderborn im Kirchlichen Amtsblatt beziehungsweise im Schematismus, wann bei ihnen vor Ort das Ewige Gebet stattfindet. Es gibt im Erzbistum Paderborn durch die „Ewige Anbetung“ ein Gebetsnetz, das von Höxter bis Castrop-Rauxel und von Minden bis Siegen reicht.
Bistumsweite Eröffnung – Programm
Zu Beginn der „Ewigen Anbetung“ im Erzbistum Paderborn feiert Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz am Vorabend des ersten Advents, Samstag, 29. November 2025, um 18 Uhr ein Pontifikalamt im Hohen Dom. Es schließt sich eine Zeit der offenen persönlichen Anbetung an. Dabei ist es den Besuchern möglich, vor dem Allerheiligsten in Ruhe zu verweilen. Um 22.30 Uhr wird die Komplet gebetet und der Abend danach abgeschlossen.
Betstunden: Anliegen und Gruppen
Am Sonntagmorgen, 30. November 2025, werden um 7 Uhr, 8 Uhr, 10 Uhr sowie 11.45 Uhr die Sonntagsmessen im Hohen Dom gefeiert. Anschließend wird das Allerheiligste zu gestalteten Betstunden ausgesetzt: Begonnen wird um 15 Uhr mit einer Gebetsstunde der Paderborner Pfarrei St. Liborius. Um 16 Uhr startet eine Betstunde der Ordensleute. Die „Ewige Anbetung“ im Hohen Dom endet mit einer feierlichen Abschlussandacht um 17 Uhr.
Hintergrund: Ewige Anbetung
Über das ganze Kirchenjahr hinweg werden mit der „Ewigen Anbetung“ die Anliegen der Kirche, des Erzbistums Paderborn und der Gemeinden in einer Gebetskette in die Pfarreien und Klöster der Erzdiözese Paderborn getragen. Die „Ewige Anbetung“ geht im Erzbistum Paderborn auf Bischof Konrad Martin zurück, der sie zum ersten Advent 1857 einführte. In seinem damaligen Hirtenschreiben heißt es: „Vom ersten Advents-Sonntage an soll die ewige Anbetung ununterbrochen bei Tag und bei Nacht in Unserer Diöcese fortdauern, dergestalt, daß immer die eine Kirche oder Gemeinde die andere in der Anbetung des Allerheiligsten ablöse in der von Uns festgesetzten Reihenfolge und nach dem einer jeden Kirche und Gemeinde zugemessenen Zeitmaße.“
Heute wird die „Ewige Anbetung“ im Erzbistum im Sinne einer „täglichen Anbetung“ begangen. Das Erzbistum Paderborn folgt damit der Weisung des Apostels Paulus, der die Thessalonicher in einem Brief mahnt, ohne Unterlass zu beten (1Thess 5,17).