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Menschen auf Wallfahrt in grauer Wetterlage vor Bäumen © Dekanat Siegen
Menschen auf der Wallfahrt in grauer Wetterlage vor Bäumen © Dekanat Siegen

„ES GEHT! GERECHT“ — Unterwegs für die Armen

Hungertuchwallfahrt des Erzbistums Paderborn führt nach Freiburg

Die Vorfreude ist groß, bei 23 pilgernden Menschen, die ab Aschermittwoch an der Hungertuchwallfahrt des Erzbistums Paderborn teilnehmen. Ihr Ziel ist das Freiburger Münster, wo am 1. Fastensonntag, dem 6. März, die MISEREOR-Fastenaktion 2022 eröffnet wird.

Los geht es in Wallburg. Zur Erinnerung und in Dankbarkeit über die Heimkehr von Soldaten aus dem Zweiten Weltkrieg wurde hier die „Friedenskapelle“ gebaut, seit 1963 ein Ort des Gebets für Frieden und Versöhnung. Hier, mitten im Ortenaukreis zwischen Rhein und Schwarzwald, startet die Pilgergruppe, deren Teilnehmendenzahl in diesem Jahr Corona-bedingt deutlich reduziert ist.

Paderborner Hungertuchwallfahrt zur Eröffnung

Die Paderborner Hungertuchwallfahrt entstand vor 27 Jahren und führt jedes Jahr zum Ort der Eröffnung der MISEREOR-Fastenaktion. Mit dabei als Führer der Pilgernden Jochen Voss, der schon damals wesentlich an der Entstehung dieser Aktion beteiligt war, als er noch Referent der Seelsorgeregion Ruhr-Mark war, und der Siegener Dechant, Pfarrer Karl-Hans Köhle.

Von Wallburg geht es über Herbolzheim, Burkheim am Kaiserstuhl und Waltershofen nach Freiburg im Breisgau. Mitgetragen wird das Hungertuch, dessen Motiv die chilenische Künstlerin Lilian Moreno Sanchez geschaffen hat. Seit 45 Jahren bringt MISEREOR alle zwei Jahre ein solches heraus, welches in vielen Gemeinden während der Fastenzeit hängt. Fastentücher verhüllten in der 40-tägigen Vorbereitungszeit auf Ostern, der Fastenzeit, bildliche Darstellungen Jesu in Kirchen. Aus diesem Brauch entstand beim kirchlichen Hilfswerk MISEREOR das Hungertuch.

„Du stellst meine Füße auf weiten Raum“

Es zeigt in diesem Jahr einen Fuß mit gebrochenen Knochen und will die Verletzlichkeit allen Lebens vor Augen stellen. Sein biblisches Motto: „Du stellst meine Füße auf weiten Raum“ (Ps 31,9) lädt die Leidenden und Hungernden dieser Welt ein, ihre Füße in den weiten Raum Gottes zu setzen und so Befreiung aus der Enge und dem Elend des Lebens zu erfahren.

„Wir sind als Christen unterwegs, es ist ein ganz bewusster Einstieg in die Fastenzeit“, sagt Andreas Burger aus Dortmund, der schon mehrfach mitgelaufen ist. „Dieser ganz bewusste Start in die Vorbereitungszeit auf Ostern hilft mir, auch für meinen Glauben Impulse zu setzen. Und das Unterwegssein mit Gleichgesinnten zeigt mir, was Kirche auch ist: in Gemeinschaft auf dem Weg sein, zu Gott, zum Nächsten“, stimmt ihm Bärbel Weber aus Siegen zu, ebenfalls Mitpilgerin.

Klimagerechtigkeit ist großer Schwerpunkt

Unterwegs wird die Gruppe der Pilgernden aus Westfalen nicht nur ordentliche Wegstrecken zurücklegen und vielen Menschen begegnen, sondern sich auch mit dem Thema der MISEREOR-Fastenaktion 2022 auseinandersetzen: „ES GEHT! GERECHT“. Damit soll Anspruch, Zusage und Verheißung Jesu ausgedrückt werden. Ein besonderer Schwerpunkt wird in diesem Jahr auf die Klimagerechtigkeit gelegt.

„Die Gier tötet die Gerechtigkeit. Wenn alle immer nur haben wollen, geht das auf Kosten einer ausgeglichenen Verteilung der Güter dieser Welt“, ist Burger überzeugt. Mit der Teilnahme an der von der ARD übertragenen Fernsehmesse am 1. Fastensonntag mit dem Erzbischof von Freiburg und MISEREOR-Hauptgeschäftsführer Msgr. Pirmin Spiegel im Freiburger Münster endet das Unternehmen „HTW 2022“. Die Pilgernden werden aber von den Erfahrungen für die weitere Fastenzeit zehren.

Digitale Hungertuchwallfahrt möglich

Für alle, die nicht vor Ort mitpilgern, gibt es das Angebot einer digitalen Hungertuchwallfahrt von MISEREOR – den Link dazu findet man auf der Homepage des Dekanats: www.dekanat-siegen.de

Kontakt:
Dekanat Siegen: 0271 / 30371010 (Sekretariat) oder 0173 4376828 (Referentin Frau Ballhaus)
Gruppe der Pilgernden unterwegs: 0171 1234153 (Jochen Voss) und 0160 8133074 (Dechant Köhle)

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