Priester des Weihejahrgangs 1993 besuchten anlässlich ihres Silbernen Weihejubiläums Assisi (v.l.n.r.): Pfarrer Thomas Metten, Krankenhauspfarrer Edgar Zoor, Domvikar Dr. Rainer Hohmann, Pfarrer Ludger Hojenski, Pastor Rüdiger Rasche, Pastor Thomas Nal, Pastor Markus Ueter, Pfarrer Bernhard Henneke, Domkapitular Dr. Thomas Witt, Propst Dietmar Röttger, Pastor Thorsten Neudenberger.Durch ihre gemeinsame Zeit im Erzbischöflichen Priesterseminar Paderborn und durch den Empfang des Sakramentes der Priesterweihe am 29. Mai 1993 im Hohen Dom zu Paderborn sind sie miteinander verbunden: Die elf Priester des Erzbistums Paderborn, die jetzt den 25. Jahrestag ihrer Priesterweihe begehen konnten. Eine gemeinsame Studienfahrt führte sie auf die Spuren des heiligen Franziskus ins italienische Assisi. Hier ließen sich Impulse für ihren priesterlichen Dienst im Erzbistum Paderborn entdecken.
Die elf Priesterweihe-Jubilare erlebten Assisi bei ihrer Studienfahrt nach Italien als Stätte des Lebens und Wirkens des heiligen Franziskus und der heiligen Klara – und somit als Ort, der eine Fülle an geistlicher Inspiration schenkt. Schwestern und Brüder des Franziskanerordens erschlossen den Geistlichen aus dem Erzbistum Paderborn die verschiedenen Orte und führten so hin zu den Wurzeln eines Lebens aus dem Glauben. Die täglichen Messfeiern an den verschiedenen Orten ermöglichten dabei einen besonderen geistlichen Zugang.
San Damiano als Ort der Berufung des Franziskus und als erstes Kloster der Schwestern um die heilige Klara ließen in den Weihejubilaren zwei Gedanken aufscheinen: Der Ruf Christi an Franziskus „Baue meine Kirche auf“ ist bis heute wichtig für eine beständige Erneuerung der Kirche. Das Leben der Schwestern und Brüder in Armut und Ablehnung aller Sicherheiten fordert bis heute zudem heraus: Ihr Beispiel ermutigt zum Vertrauen auf einen Gott, der durch Jesus gesagt hat „Sorgt euch zuerst um Gottes Reich, alles andere wird euch hinzu gegeben.“
Der Besuch der „Carceri“ als Rückzugsort des Franziskus in den Bergen machte für die Teilnehmer der Studienfahrt erfahrbar, wie wichtig ein ausgewogenes Verhältnis von Rückzug im Gebet einerseits und Zuwendung zu den Menschen andererseits auch für den priesterlichen Dienst ist. Gleichzeitig wurde das innere Ringen jedes Menschen im Glauben als Bestandteil des je eigenen geistlichen Weges greifbar.
In der Kirche vorn Portiuncula, in der die Franziskaner der Gründung ihres Ordens gedenken, konnte die Dimension von persönlicher Berufung und Glaubensgemeinschaft als Kirche vertieft werden. Die Diskussionen der ersten Brüder bei der Gründung der Gemeinschaft im 13. Jahrhundert stehen exemplarisch dafür, dass der Weg der Nachfolge Christi in der Kirche immer von Gespräch und Auseinandersetzung gekennzeichnet ist. Im Hinblick auf aktuelle Diskussionen in der Kirche könne diese Wahrnehmung Ermutigung sein, waren sich die Weihejubilare einig.
Am Sonntag konnte die ganze Gruppe als Konzelebranten die Pilgermesse in der Basilika San Francesco in Assisi mitfeiern. Das war für alle ein besonderes Geschenk, auch in der Erfahrung, Teil des Presbyteriums der weltweiten Kirche zu sein.
Für die Priester des Weihekurses 1993 war es die erste gemeinsame Fahrt seit langer Zeit. Zwei Drittel der vor 25 Jahren zum Priester geweihten Mitbrüder konnten eine Teilnahme an der Wallfahrt nach Assisi ermöglichen. Einhelliges Fazit: Die positive Erfahrung der Gemeinschaft wurde dankbar erlebt und als Stärkung für den eigenen Dienst als Priester in den oft sehr unterschiedlichen Aufgaben im Erzbistum Paderborn empfunden.