Die Fatima-Madonna ist von April bis Oktober durch das Erzbistum Paderborn gereist. Jetzt wurde sie im Hohen Dom verabschiedet und reist weiter ins Bistum Hildesheim.pdp/David HesseDer portugiesische Ort Fatima ist ein bedeutender Wallfahrtsort der katholischen Kirche: Am 13. Mai 1917 soll hier drei Hirtenkindern auf einem Feld die Jungfrau Maria erschienen sein. Maria habe die Kinder darum gebeten, an jedem 13. im Monat an diesen Ort zurückzukehren. In die Tradition der daraus entstandenen Marienverehrung reiht sich auch eine eigens für Deutschland geweihte Fatima-Madonnen-Statue ein: eine Pilgermadonna, die jetzt durch das Erzbistum Paderborn reiste und am vergangenen Samstag im Hohen Dom zu Paderborn aus dem Erzbistum verabschiedet wurde – in der Fatima-Tradition am 13. des Monats Oktober. Weihbischof em. Manfred Grothe zelebrierte das festliche Pontifikalamt.
„Die Macht von uns Menschen scheint grenzenlos geworden zu sein“, stellte Weihbischof Manfred Grothe in seiner Predigt im Hohen Dom fest. Sie könnten zum Mond fliegen, den Mars erforschen, Bilder von allen Orten der Welt gleichzeitig sehen, Millionen von Informationen auf einem Stick speichern und doch sei das Leben leer geworden. „Alles gibt es im Überfluss. Wo finden wir noch Begeisterung? Tief im Inneren hoffen wir eine Mutter zu haben, die unsere Sorgen vor den Herrn trägt“, so Weihbischof Grothe.
Die Fatima-Madonna, die zu Beginn des Pontifikalamtes feierlich in den Hohen Dom getragen wurde, wurde 1967 als nationale Pilgermadonna von Papst Paul VI. für Deutschland geweiht – und damit am 50. Jahrestag der Erscheinungen von Fatima. Sie ist dem ersten Bild des Fatima-Madonna-Modells nachempfunden, das nach der Erscheinung in Fatima angefertigt wurde. Seit der Weihe der nationalen Pilgermadonna „tourt“ diese durch die verschiedenen Bistümer in Deutschland. Von Ende April bis zum 13. Oktober ist die Fatima-Madonna über 21 Stationen durchs Erzbistum Paderborn gereist. Unter anderem machte sie Station in Dortmund und Hagen, in Schloß Holte, Rietberg, Rheda-Wiedenbrück, Lippstadt und Medebach. Sie stand nicht nur in Pfarrkirchen, sondern auch in Altenheimen und Krankenhäusern. So befand sie sich durchschnittlich gesehen jede Woche an einem anderen Ort.
Zu Beginn des Pontifikalamtes wurde die Fatima-Madonna feierlich in den Hohen Dom getragen.pdp/David HesseGerd Schlüter und Werner Linkert leiten gemeinsam das Fatima-Welt-Apostolat im Erzbistum Paderborn, eine geistliche Gemeinschaft. Sie haben sich darum bemüht, die Pilgermadonna auch wieder ins Erzbistum Paderborn zu holen. „Wir hatten am Anfang keine Vorstellung davon, wie die Resonanz darauf ausfallen würde. Und wir waren am Ende selber überrascht: Die Madonna war den ganzen Sommer über ‚ausgebucht‘“, erinnert sich Gerd Schlüter. Aus dem Erzbistum Paderborn geht nun die Reise weiter ins Bistum Hildesheim nach Braunschweig.
Es ist geplant, die Madonna auch im nächsten Jahr wieder durch das Erzbistum reisen zu lassen. „Gern möchten wir dann auch besonders die Jugend ansprechen“, so Schlüter. Seine Motivation für sein Engagement benennt er mit Überzeugung: „In der heutigen Zeit herrscht vielerorts Orientierungslosigkeit. Und wer sich mit der Fatima-Botschaft befasst, wird erkennen, dass diese hochaktuell ist.“
Zu sehen ist dies auch im aktuellen Dokumentarfilm „Fatima, das letzte Geheimnis“, der am 21. Oktober um 12.30 Uhr auch im Paderborner Cineplex läuft. „Ich durfte die Vorpremiere sehen und war begeistert“, erklärt Gerd Schlüter. Er muss wissen, wovon er redet: Schon seit über 30 Jahren ist ihm die Fatima-Botschaft ein Anliegen.