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© Victor Picciuca / Shutterstock.com
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Eine Kirche für Suchende

Weihbischof Josef Holtkotte feiert Pontifikalamt an Pfingstmontag. In seiner Predigt ermutigt er die Gläubigen, eine anziehende Kirche mitzugestalten.

Pfingsten mit der Sendung des Heiligen Geistes gilt als Geburt der Kirche. Das Wort „Kirche“ ist eng mit dem griechischen Begriff „ekklesia“ verbunden, das nicht etwa ein Gebäude oder eine Institution, sondern eine „Versammlung“ und „die Herausgerufenen“ beschreibt. Auch heute ist „Kirche“ mehr als ein Kirchengebäude, vielmehr ist „Kirche“ die Gemeinschaft der Gläubigen, ein Ort, an dem Menschen die Gegenwart Gottes spüren und Kraft daraus ziehen können und ein Ort, an dem der Heilige Geist, den wir an Pfingsten feiern, wirkt. Doch wie wirkt die Kirche von heute auf die Fragen, die sich sinnsuchende Menschen stellen? Hierauf ging Weihbischof Josef Holtkotte in seiner Predigt anlässlich des Pfingstmontags ein.

Suchenden Menschen gehe es um die Erfahrung Gottes in ihrem Leben, erklärte Weihbischof Holtkotte am diesjährigen Pfingstmontag im Paderborner Dom. Diese Erfahrung Gottes würden sie auch in der Kirche suchen: „Da wollen sie etwas spüren von Gott, da muss doch Erlösung erfahrbar sein. Sie suchen in der Kirche nach Menschen, die die Erfahrung Gottes widerspiegeln. Sie wollen wissen, wie ein Mensch ist, der sich auf Gott eingelassen hat. Sie suchen nach Menschen, die sich auf sie einlassen, die sie begleiten und ihnen helfen, einen Sinn in ihrem Leben zu finden“, bekräftigte Weihbischof Holtkotte Vor allem aber suchten Menschen nach jemandem, der ihnen verständnisvoll und vorurteilsfrei begegnet und bereit ist, sie ein Stück ihres Weges zu begleiten, verdeutlichte der Weihbischof.

Aufgabe der Kirche

„Menschen, die nach Gott suchen, sind eine Chance für die Kirche und die Kirche ist eine Chance für sie. Aber leider wird diese Chance auf beiden Seiten oft vertan“, betonte Weihbischof Holtkotte. Suchende könnten der Kirche unter anderem mit ihren Ideen, ihrer Ehrlichkeit und ihrer Spontanität neue Lebendigkeit bescheren: „Der Heilige Geist könnte also durch die Suchenden in die Kirche einbrechen. Mit ihrem Sinn für Wirklichkeit und Echtheit sind die Suchenden ein ständiger Ansporn für die Kirche, ehrlich nach der Botschaft Christi zu fragen und danach zu leben“, erklärte der Weihbischof eindringlich und ergänzte: „Suchende Menschen sind für die Kirche eine Chance, sich auf neue Fragen einzulassen und nach neuen und unverfälschten Wegen Ausschau zu halten.“

Kirche als Chance

Andersherum biete die Kirche auch den Suchenden eine Chance, führte Weihbischof Holtkotte aus: „Die Kirche kann Suchenden helfen, bei ihrer Suche nach einem authentischen Leben. Sie kann ein Freiraum in unserer verzweckten und orientierungslosen Gesellschaft sein. Ein Freiraum, in dem man menschlich miteinander umgeht, in dem man sich Zeit nimmt für Gott und im Dasein vor Gott zu sich selbst findet“, stellte Weihbischof Holtkotte heraus.

Die Abläufe des Kirchenjahres erinnerten Gläubige an das eigentliche Geheimnis des Todes und der Auferstehung Jesu und daran, dass sie hineingetaucht seien in Gott. Der Mut, die Hoffnung und die Kraft, die vom Heiligen Geist ausgingen, könnten dazu beitragen, dass Suchende in der Kirche Freiheit und Weite erfahren und sich einlassen auf das Geheimnis Gottes. „Suchende möchten die Kirche erleben als ein Haus, das sie beschützt und als einen Baum, in dessen Schatten sich menschlich leben lässt, weil uns der Himmel blüht“, betonte Weihbischof Josef Holtkotte und rief zum Abschluss seiner Predigt dazu auf: „Der pfingstliche Geist lädt uns ein, an einer solchen Kirche mitzubauen, einer Kirche, die anziehend ist. Der Geist macht lebendig. Uns alle. Pfingsten ist keine verträumte Nostalgie.“

Ein Beitrag von:
© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn
Isabella Maria Struck
Referentin Team Presse

Isabella Maria Struck

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