Die Krypta des Paderborner Domes ist die „Herzkammer“ des Erzbistums, denn in ihr ruhen die Reliquien des heiligen Liborius, dem Schutzpatron des Hohen Domes, des Erzbistums und der Stadt Paderborn. Auf Einladung des Paderborner Metropolitankapitels haben sich sechs Architekturbüros Gedanken gemacht, wie die Krypta des Hohen Domes zu Paderborn als Raum neu erschlossen werden kann. Nachdem eine elfköpfige Fachjury Mitte Juli über die Entwürfe beraten hat und einen ersten Preis vergab, werden jetzt alle Entwürfe im Hasenkamp präsentiert. „Wir laden alle Interessierten ein, sich von den Ideen und Entwürfen der beteiligten Architekturbüros selbst ein Bild zu machen. Wir freuen uns, die kreativen Lösungen im Hasenkamp vorzustellen“, sagte Diözesanbaumeisterin Carmen Matery-Meding vom Erzbischöflichen Generalvikariat.
Einblicke in Ideen und Entwürfe
„In der Krypta ruhen nicht nur in einem Ebenholzschrein die Reliquien des heiligen Liborius, vielmehr ist die Domkrypta die letzte Ruhestätte der Paderborner Erzbischöfe sowie ein beliebter Ort für Andacht und Gebet“, stellte Dompropst Monsignore Joachim Göbel heraus. Die von der Fachjury bewerteten Entwürfe sind noch bis zum 20. August 2020 im Hasenkamp des Paderborner Domes zu sehen. Während der Öffnungszeiten der Paderborner Bischofskirche können sie dort betrachtet werden.
Wichtiger Auftrag im Hinblick auf die Neugestaltung der Domkrpyta für die Architekturbüros sei es gewesen, die Präsenz des heiligen Liborius in der Krypta hervorzuheben, erklärte Architektin Stefanie Kroll vom Erzbischöflichen Generalvikariat Paderborn. Zudem sollte ein stufenloser Zugang geschaffen werden sowie eine zeitgemäße Erneuerung von Beicht- und Gesprächsgelegenheit und Bestuhlung erfolgen, ebenso die Überplanung der Krypta-Orgel, des Bodenbelags und der Beleuchtung.
„Wir sind stolz auf die gelungenen Entwürfe zur ‚Neubelebung‘ dieses für das Erzbistum so wichtigen Raumes“, hatte Dompropst Monsignore Joachim Göbel betont bei der Präsentation des Sieger-Entwurfs. „Noch stehen wir ganz am Anfang. Den Siegerentwurf verstehen wir zunächst als ‚Impulsidee‘, die wir nun gemeinsam weiterentwickeln werden. Konkrete Angaben zur Umsetzung dieses spannenden Projekts werden daher erst zu einem späteren Zeitpunkt möglich sein.“
Die Form der Paderborner Domkrypta geht im Wesentlichen auf das Jahr 1100 zurück. Seitdem gab es immer wieder Phasen mit zum Teil deutlichen baulichen Eingriffen und Veränderungen. Die letzte Renovierung liegt mittlerweile 40 Jahre zurück.