Am vierten Tag brachen die Pilger schon früh aus ihren Quartieren auf, um an der Generalaudienz mit dem Heiligen Vater auf dem Petersplatz teilzunehmen, bei der in diesem Jahr auch das Warburger Stadt- und Jugendorchester musizierte. Einige Teilnehmer hatten Briefe an Papst Franziskus dabei, die sie ihm persönlich übergaben. Nachmittags bestand die Möglichkeit, die Engelsburg zu besichtigen. Am Abend standen eine Begegnung und ein Gespräch mit Dr. Patrick Körbs, der an der päpstlichen Diplomatenakademie studiert, auf dem Programm. Er erzählte den Pilgern vom diplomatischen Dienst des Papstes und den Beziehungen des Heiligen Stuhls zu den Staaten der Welt. Die Rolle als Global Player in der Weltpolitik ist beim Heiligen Stuhl, der ein eigenes Völkerrechtssubjekt darstellt, nicht offensichtlich, weil er eben keine großen Armeen oder enorme Wirtschaftskraft besitzt, wie viele andere Staaten auf der internationalen Bühne. Er setzt sich für Werte und Humanität, für Grundrechte des Menschen weltweit ein. Dazu unterhält der Heilige Stuhl zu fast 200 Staaten diplomatische Beziehungen und bringt so auch Politiker an einen Tisch, die sonst nicht miteinander reden würden.
Einige Teilnehmer feierten am frühen Morgen des fünften Tages die Heilige Messe mit Kardinal Kurt Koch, dem „Ökumeneminister“ des Papstes in der Kirche des Campo Santo Teutonico. Anschließend machte die Gruppe einen Spaziergang durch die Vatikanischen Gärten und Museen bis hin zur Sixtinischen Kapelle. Der Nachmittag stand zur freien Verfügung; ein Teil der Gruppe hatte die Möglichkeit, von Dr. Luigina Orlandi eine Führung durch die Vatikanische Apostolische Bibliothek zu bekommen – ein besonderes Erlebnis.
Am sechsten Tag verbachten die jungen Warburger zunächst einige entspannte Stunden am Strand von Ostia, wo das Baden im Mittelmeer bei dem sonnigen Wetter für eine willkommene Abkühlung sorgte. Abends stand ein Besuch in Sant’Anselmo auf dem Programm: Pater Mauritius Wilde empfing die Gruppe und erzählte von seinem Leben im Kloster und der Arbeit in der Zentrale der Benediktiner in Rom. Nach der Teilnahme an der Vesper gab es ein gemeinsames Abschlussessen.
Am siebten Tag besichtigte die Gruppe die Basilika St. Paul vor den Mauern, wo sich auch das Paulusgrab befindet. Anschließend ging es weiter zur Domitilla-Katakombe, wo Manfred Wendel eine hervorragende Führung gab, in der er nicht nur historische Fakten vermittelte, sondern den Warburgern auch verdeutlichte, dass Christen immer voll von Freude sein sollten, die ansteckt und begeistert. Diese Freude im/am Glauben fehle uns Deutschen leider immer mehr. Nach einer gemeinsamen Messfeier in den Katakomben brach die Gruppe zum Flughafen auf.
Erneut hatten die Rompilger nicht nur die Möglichkeit, historische Stätten zu besichtigen und die reiche Geschichte und Kultur Roms zu erkunden, sondern vor allem auch Weltkirche zu erleben. Die Jugendlichen begegneten zahlreichen Menschen aus verschiedenen Ländern, die ihren christlichen Glauben mit Begeisterung leben. Sie trafen junge Priester und Ordensleute. Diese lebendige Erfahrung steht im Kontrast zur oft zurückhaltenden Art, wie der Glaube in Deutschland gelebt wird.
Einer der Teilnehmer, Simon Schmand, wird ein Video zur diesjährigen Romfahrt zusammenstellen. Darin wird er nicht nur von den einzelnen Programmpunkten berichten, sondern auch schildern, wie er ganz persönlich die Fahrt erlebt hat, und beschreiben, wie seine Erlebnisse in Rom seine Sicht auf Glauben und Kirche verändert haben. Das Video soll bei einem Nachtreffen im November erstmals gezeigt und dann auf seinem YouTube-Kanal (https://www.youtube.com/@simonschmand) veröffentlicht werden.
Für die Jugendlichen wurde die Fahrt – wie schon in den vergangen Jahren – vom Erzbistum Paderborn, dem Kreis Höxter, der Bank für Kirche und Caritas eG, der Bürgerstiftung Warburg und der Vereinigten Volksbank eG finanziell unterstützt.