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© Jan Tillmann
© Jan Tillmann

Einblicke in die Weltkirche: Warburger Jugendliche erkunden Rom

Bereits zum achten Mal führte die alljährliche Rompilgerfahrt Jugendliche und einige Erwachsene aus dem Warburger Land in die Ewige Stadt

Unter der bewährten Leitung von Jan Tillmann und Pfarrer Johannes Insel machten sich in diesem Jahr 43 Teilnehmer auf den Weg, um die Schönheit und Spiritualität Roms zu erleben. Die Pilgerfahrt hat sich seit 2015 zu einer festen Tradition entwickelt.

Nach den Einschränkungen durch die Pandemie war die Ewige Stadt in diesem Jahr erstmals wieder voll von Besuchern. Vor allem auch das ungewöhnlich warme Wetter trug dazu bei, dass die Straßen und Plätze von Menschen aus aller Welt belebt waren.

Auch in diesem Jahr hatten die Organisatoren ein reichhaltiges Programm von bewährten und neuen Programmpunkten zusammengestellt:

Am ersten Tag nahm die Gruppe an der Bruderschaftsmesse in der Kirche des Campo Santo Teutonico teil, wo sie dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing, als Hauptzelebrant begegnen konnten. Zudem stand eine Führung durch das antike Rom mit dem Kapitol, dem Forum Romanum und dem Kolosseum auf dem Programm.

Am zweiten Tag lernten die Teilnehmer die barocke Stadt Rom mit der Piazza Navona, dem Trevi-Brunnen und der Spanischen Treppe kennen. Nachmittags nahm sich Bischof Stephan Oster aus Passau Zeit für eine kurze Begegnung mit der Gruppe. Oster nimmt an der Weltbischofssynode teil, die in diesem Oktober im Vatikan stattfindet, und erzählte vom guten Miteinander der gut 400 Synodenteilnehmer. Er ermutigte die Jugendlichen, über die Grenzen Deutschlands und Europas zu schauen und einen Blick für die Weltkirche zu bekommen. Nach einem Besuch im North American College, in dem momentan etwa 120 junge Seminaristen aus den Vereinigten Staaten, Kanada und Australien studieren, konnten die Teilnehmer u. a. einen wunderbaren Blick von der Dachterrasse über die Stadt genießen. Danach ließen sie den Tag im malerischen Stadtviertel Trastevere ausklingen.

Der dritte Tag begann mit einer Führung durch die Scavi, die Ausgrabungen in der Nekropole unterhalb des Petersdoms. Direkt unter dem Papstaltar unter dem Baldachin und der Kuppel des Petersdoms befindet sich das Grab des Heiligen Petrus. Anschließend besichtigte die Gruppe den Petersdom und bestieg auch die Kuppel. Am Nachmittag wurden die Warburger von Vize-Korporal Claude Frei im Hauptquartier der Schweizergarde empfangen und erfuhren dort viel über das spannende Leben als Gardist. Der Tag endete mit der Abendmesse in der deutschen Nationalkirche Santa Maria del’Anima.

Am vierten Tag brachen die Pilger schon früh aus ihren Quartieren auf, um an der Generalaudienz mit dem Heiligen Vater auf dem Petersplatz teilzunehmen, bei der in diesem Jahr auch das Warburger Stadt- und Jugendorchester musizierte. Einige Teilnehmer hatten Briefe an Papst Franziskus dabei, die sie ihm persönlich übergaben. Nachmittags bestand die Möglichkeit, die Engelsburg zu besichtigen. Am Abend standen eine Begegnung und ein Gespräch mit Dr. Patrick Körbs, der an der päpstlichen Diplomatenakademie studiert, auf dem Programm. Er erzählte den Pilgern vom diplomatischen Dienst des Papstes und den Beziehungen des Heiligen Stuhls zu den Staaten der Welt. Die Rolle als Global Player in der Weltpolitik ist beim Heiligen Stuhl, der ein eigenes Völkerrechtssubjekt darstellt, nicht offensichtlich, weil er eben keine großen Armeen oder enorme Wirtschaftskraft besitzt, wie viele andere Staaten auf der internationalen Bühne. Er setzt sich für Werte und Humanität, für Grundrechte des Menschen weltweit ein. Dazu unterhält der Heilige Stuhl zu fast 200 Staaten diplomatische Beziehungen und bringt so auch Politiker an einen Tisch, die sonst nicht miteinander reden würden.

Einige Teilnehmer feierten am frühen Morgen des fünften Tages die Heilige Messe mit Kardinal Kurt Koch, dem „Ökumeneminister“ des Papstes in der Kirche des Campo Santo Teutonico. Anschließend machte die Gruppe einen Spaziergang durch die Vatikanischen Gärten und Museen bis hin zur Sixtinischen Kapelle. Der Nachmittag stand zur freien Verfügung; ein Teil der Gruppe hatte die Möglichkeit, von Dr. Luigina Orlandi eine Führung durch die Vatikanische Apostolische Bibliothek zu bekommen – ein besonderes Erlebnis.

Am sechsten Tag verbachten die jungen Warburger zunächst einige entspannte Stunden am Strand von Ostia, wo das Baden im Mittelmeer bei dem sonnigen Wetter für eine willkommene Abkühlung sorgte. Abends stand ein Besuch in Sant’Anselmo auf dem Programm: Pater Mauritius Wilde empfing die Gruppe und erzählte von seinem Leben im Kloster und der Arbeit in der Zentrale der Benediktiner in Rom. Nach der Teilnahme an der Vesper gab es ein gemeinsames Abschlussessen.

Am siebten Tag besichtigte die Gruppe die Basilika St. Paul vor den Mauern, wo sich auch das Paulusgrab befindet. Anschließend ging es weiter zur Domitilla-Katakombe, wo Manfred Wendel eine hervorragende Führung gab, in der er nicht nur historische Fakten vermittelte, sondern den Warburgern auch verdeutlichte, dass Christen immer voll von Freude sein sollten, die ansteckt und begeistert. Diese Freude im/am Glauben fehle uns Deutschen leider immer mehr. Nach einer gemeinsamen Messfeier in den Katakomben brach die Gruppe zum Flughafen auf.

Erneut hatten die Rompilger nicht nur die Möglichkeit, historische Stätten zu besichtigen und die reiche Geschichte und Kultur Roms zu erkunden, sondern vor allem auch Weltkirche zu erleben. Die Jugendlichen begegneten zahlreichen Menschen aus verschiedenen Ländern, die ihren christlichen Glauben mit Begeisterung leben. Sie trafen junge Priester und Ordensleute. Diese lebendige Erfahrung steht im Kontrast zur oft zurückhaltenden Art, wie der Glaube in Deutschland gelebt wird.

Einer der Teilnehmer, Simon Schmand, wird ein Video zur diesjährigen Romfahrt zusammenstellen. Darin wird er nicht nur von den einzelnen Programmpunkten berichten, sondern auch schildern, wie er ganz persönlich die Fahrt erlebt hat, und beschreiben, wie seine Erlebnisse in Rom seine Sicht auf Glauben und Kirche verändert haben. Das Video soll bei einem Nachtreffen im November erstmals gezeigt und dann auf seinem YouTube-Kanal (https://www.youtube.com/@simonschmand) veröffentlicht werden.

Für die Jugendlichen wurde die Fahrt – wie schon in den vergangen Jahren – vom Erzbistum Paderborn, dem Kreis Höxter, der Bank für Kirche und Caritas eG, der Bürgerstiftung Warburg und der Vereinigten Volksbank eG finanziell unterstützt.

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