Laden...

logocontainer-upper
logocontainer-lower

Ein verrücktes Jahr

Ein Rückblick auf 2020

Ein Rückblick auf 2020

Kein Gottesdienst an Ostern. Arbeiten im Homeoffice. Ein rein digitaler Bistumstag. Als vor einem Jahr die ersten Meldungen über ein neuartiges Virus in China über die Bildschirme liefen, hätte wohl niemand geahnt, dass sich Leben und Arbeit in der Kirche so fundamental verändern würde. Das erzblatt, das Magazin der Mitarbeitenden im Erzbistum Paderborn, hat in seiner letzten Ausgabe des Jahres zurückgeblickt. Wir veröffentlichen diesen Rückblick an dieser Stelle.

Gottesdienste ohne Gemeinde

Für das Glaubensleben bringt der 16. März 2020 tiefe Einschnitte mit sich: Das Erzbistum sagt alle öffentlichen Veranstaltungen ab, auch Gottesdienste. Die Spendung der Sakramente wird ebenfalls stark eingeschränkt: Erstkommunionfeiern und Firmungen werden in die zweite Jahreshälfte verschoben, Taufen und Trauungen können nicht mehr in einer öffentlichen Feier stattfinden. Ein herber Schlag vor allem für Hochzeitspaare – genauso wie für viele Hinterbliebene die Tatsache, dass Beerdigungen nur noch im kleinsten Kreis direkt am Grab stattfinden dürfen. Ab 1. Mai können Gottesdienste wieder öffentlich gefeiert werden, doch sie sind anders als sonst: Es gelten strenge Abstands- und Hygieneregeln, Gemeindegesang muss aufgrund der erhöhten Ansteckungsgefahr durch Aerosole unterbleiben. Seit 30. Mai müssen Pfarreien zudem die Namen und Daten von Gottesdienstbesucherinnen und -besuchern erfassen.

KiTas im Notbetrieb

Vom Lockdown am 16. März 2020 waren auch die Kindertageseinrichtungen im Erzbistum Paderborn betroffen. „Es kam aber nicht zu einer kompletten Schließung, weil die Kitas direkt mit der Notbetreuung starteten“, so Lara Ostermann aus der Kompetenzeinheit Kindertageseinrichtungen im Generalvikariat. „Es haben nur jene Kitas geschlossen, in denen es keine Nachfrage nach der Notbetreuung gab.“ Die Rückkehr zum Normalbetrieb erfolgte schrittweise, von einer „erweiterten Notbetreuung“ über einen „eingeschränkten Regelbetrieb“ bis schließlich zum Regelbetrieb seit dem 17. August. „Die Herausforderungen bleiben natürlich groß“, so Lara Ostermann mit Blick auf die hohen Infektionszahlen, die natürlich auch an Kitas nicht spurlos vorübergehen.

Schulen auf Distanz

Das Erzbistum Paderborn setzte die Vorgaben des Landes NRW um und schloss am 16. März 2020 alle Schulen in seiner Trägerschaft. So weit wie möglich fand Distanzunterricht statt. Zusätzlich richteten die Schulen Notbetreuungen ein, um erwerbstätige Eltern zu entlasten. Nach den Osterferien am 20. April begann in den Schulen NRWs die allmähliche Rückkehr zum Präsenzunterricht, angefangen mit den Abschlussklassen der weiterführenden Schulen. Nach und nach wurde weiterer Unterricht möglich, entsprechend den räumlichen und personellen Voraussetzungen in den Schulen. Seit dem Ende der Sommerferien gab es wieder Regelbetrieb. Kurz vor Beginn des Schuljahres bedankten sich Mitarbeitende aus dem Bereich Schule und Hochschule bei den Lehrkräften für ihren Einsatz in einer nicht einfachen Zeit: „Wir mussten lernen, Dinge hinzunehmen, wie sie sind, Entscheidungen anderer umzusetzen und das Beste aus der tagesaktuellen Situation zu machen.“

Plötzlich Homeoffice

Während des ersten Lockdowns erhielten zahlreiche Mitarbeitende im Generalvikariat die notwendige Hard- oder Software für Homeoffice. „So konnten wir die Kontakte im dienstlichen Umfeld deutlich reduzieren“, sagt Julia Kroker, Leiterin der Abteilung Personal „Wir hätten sonst einen Teil der Belegschaft in die Freistellung schicken müssen. Außerdem konnten zumindest einige Mitarbeitende noch arbeiten, deren Einrichtungen eigentlich geschlossen waren. Das Gleiche gilt für Eltern von kleineren Kindern, die plötzlich zu Hause waren.“ Auch im neuen Lockdown light macht Homeoffice vieles einfacher. „Unsere Einrichtungen sowie Kitas und Schulen sind jetzt zwar geöffnet, dafür haben wir jetzt mehr Fälle von Quarantäne. Die betroffenen Mitarbeitenden und Mitarbeitende, deren Kinder in Quarantäne sind, können dann trotzdem weiter arbeiten.“

Ostern per Livestream

Als das Erzbistum am 16. März 2020 alle öffentlichen Veranstaltungen absagt, steht fest: Auch die Gottesdienste des Ostertriduum – eigentlich der Höhepunkt des Kirchenjahres – können in diesem Jahr nicht in gewohnter Weise gefeiert werden. Der Besuch der Liturgien an Gründonnerstag, Karfreitag und an Ostern in „ihrer“ Kirche muss für die Gläubigen in diesem Jahr ausfallen. Aus der Krypta des Hohen Domes werden die zentralen Gottesdienste per Livestream übertragen. Auch viele Kirchengemeinden übertragen ihre Gottesdienste per Livestream oder bieten den Gläubigen andere Möglichkeiten an, um Ostern trotzdem zu feiern: Sie stellen Material für die Feier von Gottesdiensten zu Hause zur Verfügung oder versorgen Familien mit Kindern mit zahlreichen Bastel- und Spielideen.

Der digitale Diözesantag

Eigentlich war für den 13. und 14. November 2020 ein Diözesanes Forum mit 800 Teilnehmerinnen und Teilnehmern geplant. Schon im März war klar: Eine solche Veranstaltung wird im November kaum durchzuführen sein. Sie wird ins kommende Jahr verschoben, am 14. November soll stattdessen ein Diözesantag stattfinden. „Uns war von Anfang an klar, dass wir auch diesen Tag nur auf Sicht planen können“, erinnert sich Markus Freckmann aus der Abteilung Entwicklung. Und so kam es dann auch: War der Diözesantag zunächst als dezentrale Veranstaltung an mehreren Orten mit kleineren Gruppen geplant, stand Mitte Oktober fest: Die steigenden Infektionszahlen machen auch das unmöglich. Mitte Oktober entschied Erzbischof Becker daher, dass der Diözesantag rein digital stattfinden soll: der erste digitale Bistumstag! „Der Diözesantag war außergewöhnlich, aber es war gut, dass er stattgefunden hat“, findet Freckmann.

Ein besonderes Weihnachtsfest

Auch der Advents- und Weihnachtszeit drückt die Corona- Pandemie ihren Stempel auf – und damit jenem Fest, an dem die meisten Menschen in die Kirchen strömen. Volle Kirchen, Krippenspiele und fröhliche Gemeindegesänge fallen in diesem Jahr aus. Auch Begegnungen mit dem Nikolaus, Weihnachtskonzerte oder die Sternsingeraktion können nicht so stattfinden wie gewohnt. Nach dem Osterfest war man im Erzbistum allerdings auf eine solche Situation vorbereitet. Vielerorts beginnt man bereits nach den Sommerferien mit den Überlegungen, wie man Advent und Weihnachten auch unter Corona-Bedingungen würdig und stimmungsvoll feiern kann. Das Erzbistum Paderborn unterstützt diese Ideen finanziell mit den Fonds „Weihnachten trotz Corona“.

Das Corona-Jahr weltweit...

... und im Erzbistum Paderborn

November / Dezember 2019: In der chinesischen Stadt Wuhan treten erste Fälle einer unbekannten Lungenerkrankung auf.

27. Januar 2020: Aus dem bayrischen Landkreis Starnberg wird die erste erfasste Erkrankung in Deutschland gemeldet.

25. Februar 2020: Erste erfasste Corona-Infektion in NRW (Kreis Heinsberg)

16. März 2020: Es kommt zum ersten deutschlandweiten Lockdown.

16. März 2020: Im Zuge des ersten Lockdowns sagt das Erzbistum alle öffentlichen Veranstaltungen ab, auch öffentliche Gottesdienste.

27. März 2020: Papst Franziskus spendet auf dem leeren Petersplatz den Segen „Urbi et Orbi“.

9. bis 13. April 2020: Das Ostertriduum wird ohne öffentliche Gottesdienste gefeiert. Viele Gemeinden senden Gottesdienst-Livestreams.

20. April 2020: Nach den Osterferien gibt es in den Schulen in Trägerschaft des Erzbistums Unterricht für die Abschlussklassen.

1. Mai 2020: Im Erzbistum können wieder öffentliche Gottesdienste gefeiert werden. Es gelten strenge Abstands- und Hygieneregeln.

17. August 2020: Nach den Sommerferien sind Kitas und Schulen wieder im Regelbetrieb.

5. Oktober 2020: Das Erzbistum richtet den Fonds „Weihnachten trotz Corona“ ein.

28. Oktober 2020: Der „Lockdown light“ wird beschlossen, zunächst bis zum 30.11.2020. Gottesdienste bleiben erlaubt.

9. November 2020: Das erste Unternehmen meldet einen Durchbruch bei der Impfstoff-Forschung.

© siam.pukkato / Shotterstock

14. November 2020: Anstelle des an diesem Tag geplanten Diözesanen Forums findet erstmals ein digitaler Diözesantag statt.

16. Dezember 2020: Der zweite harte Lockdown beginnt.

Weitere Einträge

© Tobias Schulte / Erzbistum Paderborn

Unser Glaube Es geht ums Teilen

Ein Brötchen gegen eine Spende: Bei der Aktion Minibrot der KLJB unterstützen junge Menschen Projekte weltweit. Luisa und Luis erzählen, was das mit ihrem Glauben zu tun hat.
© Besim Mazhiqi

Unser Glaube Jeder Mensch hat einen Engel

Bei aller Vereinnahmung durch den Kommerz: Im Kern sind Schutzengel christliche Figuren! Daran erinnert die Archivalie des Monats zum Gedenktag der heiligen Schutzengel am heutigen 2. Oktober.
© Reinhard Goette

Unser Glaube Auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen

In der tausendjährigen Geschichte von St. Petrus in Padberg wurde die Kirche von den Menschen „durchgebetet“
Kontakt
| |
generalvikariat@erzbistum-paderborn.de
+49 (0)5251 125-0