Die Geschichte der HEGGE ist ein Stück Frauengeschichte des 20. Jahrhunderts. Beherzte junge Frauen setzten in freier Initiative – nach den Zerstörungen der nationalsozialistischen Diktatur und des Zweiten Weltkrieges – jene Ideen durch, denen sie sich seit den 30er Jahren auf Anregung des Religionspädagogen Theoderich Kampmann verschrieben hatten: Die Idee einer ganzheitlichen, christlich orientierten Erwachsenenbildung, die den Verstand ebenso wie Leib und Seele anspricht und einbezieht.
Ort der geistigen Freiheit
Sie waren überzeugt, dass es nötig sei, der Tatsache ins Auge zu blicken, dass künftig Laien, und vor allem Frauen, pastorale und pädagogische Aufgaben übernehmen müssten, die bis dato dem Klerus vorbehalten waren. So schlossen sie sich 1945 noch in den Trümmern der Nachkriegszeit zusammen, setzten ihren Plan in die Tat um und gründeten die Hegge-Gemeinschaft, eine benediktinisch geprägte Frauenkommunität, sowie als gemeinsames Lebenswerk das Christliche Bildungswerk DIE HEGGE – als Ort der geistigen Freiheit und Toleranz gegenüber Andersdenkenden, als Kulturträger inmitten der Zerstörung, als Lernort christlicher Communio. Seit 1946 wird in dieser bis heute politisch, wirtschaftlich und kirchlich unabhängigen Einrichtung Bildungsarbeit geleistet, die zur Mündigkeit in der Lebensgestaltung sowie zu kirchlichem und gesellschaftlichem Engagement ermutigt und befähigt.
80 Jahre im Dienst christlicher Bildung
Am Sonntag der Jubiläumstagung wurde gemeinsam mit Generalvikar Dr. Michael Bredeck ein Dankgottesdienst gefeiert. Der Paderborner Generalvikar würdigte die jahrzehntelange Arbeit der HEGGE im Dienst christlicher Bildung und Verkündigung. Im Anschluss berichteten die Bildungsreferentinnen Dr. Sandra Legge (Leitungsassistenz), Dr. Anne Kirsch und Dagmar Feldmann sowie der Bildungsreferent Damian Lazarek gemeinsam mit der Oberin der Hegge-Gemeinschaft Dorothee Mann dem Generalvikar von Seminaren und Seminarreihen. Hierzu zählen politische Tagungen, Angebote für Frauen, Seminare für angehende ErzieherInnen, bibeltheologische und spirituelle Seminare, Fastenkurse, die HEGGE als FrauenOrt, ein niedrigschwelliges Kontaktangebot oder auch Studienreisen. Deutlich wurde, dass DIE HEGGE in den neuen pastoralen Plänen des Erzbistums ein verlässlicher Lebens- und Bildungsort ist und bleiben will.