Nachdem die erste Gemeindekirche für die Umgestaltung des Stadtzentrums abgerissen worden war, behalf sich die Gemeinde St. Eugenia mit provisorischen Unterkünften. 1982 zog die Gemeinde schließlich in die neue Kirche, die in einen Stadtpalast aus dem Jahr 1887 integriert wurde. Wenn man an der Fassade der Kirche St. Eugenia vorbeigeht, läuft man Gefahr, das Gotteshaus nicht als solches zu erkennen: Nur ein kleines, vergoldetes Kreuz über dem Haupteingang deutet auf die Funktion des Gebäudes als Kirche hin.
Im Inneren des Sakralbaus befindet sich ein Holzkreuz; dieses wurde aus den Dachbalken der alten, abgerissenen Kirche gefertigt. Doch auch neue Stilelemente zogen ein. An Stelle der üblichen Weihekreuze verfügt die Kirche St. Eugenia über Weihesteine. „Es handelt sich um Steine aus zwölf Ländern, von denen die Kirche in Schweden ihren Ursprung herleitet, wichtige Impulse bekommen hat oder Gemeindemitglieder herstammen“, sagt Pater Dominik Terstriep. „Da es nur für zwölf Steine Platz gab, sind die Länder mehr repräsentativ ausgewählt.“ So stehen die Steine aus Peru, Spanien, Ungarn, Simbabwe, Polen, Philippinen, Frankreich, England, Italien, Tschechien, Israel und Deutschland stellvertretend für die weltweiten Einflüsse.
Überhaupt herrsche in der Gemeinde eine positive Dynamik: Viele Menschen entscheiden sich bewusst für den Glauben, identifizieren sich mit Leben und Lehre der Kirche und wollen sich engagieren. „Die Gemeinde ist geprägt von einem Miteinander von ‚Eingeborenen‘ und Einwanderern, die rein äußerlich und innerlich prägend sind“, sagt Pater Dominik Terstriep. Ein Ereignis sei ihm besonders in Erinnerung geblieben: „Am Ende der englischen Abendmesse vor einigen Jahren kam ein Mann aus Afrika zu mir auf den Kirchplatz. Er hatte Tränen in den Augen und berichtete, dass er den weiten Weg von seinem afrikanischen Heimatland über Lampedusa nach Schweden geschafft hätte. Das erste, was er hier gesucht hätte, war ‚a place to worship‘. Den hatte er hier gefunden.“ A place to worship – ein Ort des Lobpreises.