Der Gottesdienst ist vorbei. Doch kaum jemand eilt nach Hause. Im Gemeindesaal flitzen Kinder durch den Raum, an den Tischen wird Kaffee ausgeschenkt, Menschen aus Indien, den Philippinen, Afrika und von den Färöer-Inseln kommen miteinander ins Gespräch. Es wird gelacht, erzählt und gemeinsam gegessen. Auch wer zum ersten Mal kommt, bleibt nicht lange allein.
Für Bonifatiuswerk-Generalsekretär Monsignore Georg Austen ist genau dieser Moment bezeichnend für die katholische Kirche auf den Färöer-Inseln. „Ein Gemeindemitglied aus Indien erzählte mir, dass die Kirche für sie zu einer zweiten Familie geworden sei.“ Für zwei Wochen unterstützt er die einzige katholische Gemeinde St. Marien des Inselarchipels in Tórshavn als Urlaubsvertretung und verbindet diese Zeit mit dem Besuch der Gemeinde. „Ich bin derzeit sozusagen der katholische Pastor der Färöer-Inseln“, sagt er mit einem Schmunzeln. Sein Ziel: Er möchte den Alltag einer Diaspora-Gemeinde nicht nur aus Berichten kennen, sondern selbst miterleben: „Als Bonifatiuswerk ist es uns wichtig, mit den Menschen in unseren Fördergebieten im Austausch zu sein und zu sehen, wie Kirche unter den besonderen, oft schwierigen Bedingungen der Diaspora lebt.“ Begleitet wird er von Pfarrer Martin Geistbeck aus Ingolstadt, dem Vorsitzenden des diözesanen Bonifatiuswerks Eichstätt.
„Die Menschen hier freuen sich über den Besuch, den sie als Wertschätzung sehen, und sind dankbar für die solidarische Unterstützung durch das Bonifatiuswerk – dank der Spenderinnen und Spender“, sagt Monsignore Austen.