Vor allem junge Menschen nutzen die erweiterten, digitalen Kontaktwege. Diese seien Teil der Antwort auf die tiefgreifenden gesellschaftlichen Entwicklungen, erklärt Dr. Stefan Schumacher. „Wir verstehen Digitalisierung nicht als Bedrohung unserer seelsorgerischen Arbeit, sondern als Erweiterung unserer Möglichkeiten. Wir wollen dort sein, wo Menschen uns brauchen – ob am Telefon oder im Internet“, so der Diözesanbeauftragte für die Telefonseelsorge im Erzbistum Paderborn weiter.
Telefonseelsorge im Wandel
Organisatorisch befindet sich die Telefonseelsorge analog zum Bistumsprozess im Wandel. In einer Zeit, in der die Nachfrage nach niedrigschwelliger Hilfe zunimmt, richtet sich das traditionsreiche Angebot strategisch und inhaltlich neu aus: Unter dem Schlagwort „Transformation“ gestalten die westfälischen Stellen einen tiefgreifenden Veränderungsprozess – mit klarer Vision und starker Basis.
Ein zentrales Element der Transformation ist die engere Vernetzung der regionalen Standorte. Schulungen, Supervisionen und Ausbildungsformate – etwa für neue Onlineberaterinnen und -berater – werden zunehmend gemeinsam organisiert. Auch die Personalentwicklung und Qualitätsstandards sollen zukünftig überregional abgestimmt werden. Ziel ist es, Ressourcen zu bündeln und voneinander zu lernen, ohne die lokale Verankerung zu verlieren.
Beim Jahrestreffen, das Thomas Klöter, Bereichsleiter der Pastoralen Dienste im Erzbistum Paderborn, stellvertretend für Generalvikar Dr. Michael Bredeck begleitet hatte, sei man sich einig gewesen, berichtet Dr. Stefan Schumacher: „Wir bleiben, was wir sind – ein Ort für Gespräche im Verborgenen, aber wir öffnen neue Türen – damit mehr Menschen sie finden. Die Kraft der Telefonseelsorge liegt in ihren Menschen.“ In der Transformation gehe es auch darum, Ehrenamtliche gut zu qualifizieren, ihre Erfahrungen zu wahren und gleichzeitig neue Zielgruppen für das Ehrenamt zu gewinnen – etwa digital affine, berufstätige, jüngere Menschen und Menschen mit Migrationshintergrund. Dazu gehörten moderne Fortbildungsformate, flexible Einsatzmöglichkeiten und gezielte Ansprache über soziale Netzwerke, weiß Dr. Schumacher: „Die Seelsorge wird vielfältiger – und damit auch zukunftsfähiger.“