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Domkantorin Gabriele Sichler-Karle verabschiedet sich mit Musik

Gründerin der Paderborner Mädchenkantorei wechselt in ihrem „Vor-Ruhestand“ nach Trier

Domkantorin Gabriele Sichler-Karle verabschiedete sich heute, am 17. Januar 2020, musikalisch vom Hohen Dom zu Paderborn als ihrer langjährigen Wirkungsstätte: Zum letzten Mal gestaltete sie mit Sängerinnen der von ihr gegründeten Mädchenkantorei am Paderborner Dom das Kapitelsamt in der Kathedralkirche des Erzbistums. Seit ihrem Stellenantritt im Jahr 2008 hat sie über zwölf Jahre zahlreiche Gottesdienste im Hohen Dom durch ihren Kantorengesang bereichert, die Mädchenkantorei aufgebaut, zu einem anerkannten Chor entwickelt und auf zahlreiche Konzertreisen geführt. Am 31. Januar 2021 verlässt die profilierte Kirchenmusikerin Paderborn in Richtung Trier, um am Trierer Dom für 14 Monate vertretungsweise die Leitung der dortigen Mädchenkantorei zu übernehmen. Ihren ursprünglich am 31. Januar 2021 beginnenden Ruhestand verschiebt die 63-Jährige zugunsten dieser weiteren musikalischen Station. Dompropst Monsignore Joachim Göbel dankte der scheidenden Domkantorin am Ende des von Weihbischof Hubert Berenbrinker zelebrierten Gottesdienstes für die aufbauende und inspirierende Tätigkeit am Paderborner Dom. Erzbischof Hans-Josef Becker und Paderborns Bürgermeister Michael Dreier verabschiedeten Sichler-Karle mit anerkennenden Worten bei einer Begegnung im Kapitelsaal des Domes.

Domkantorin Gabriele Sichler-Karle (Mitte) umringt von Sängerinnen „ihrer“ Mädchenkantorei am Paderborner Dom. Die Kirchenmusikerin verlässt Paderborn offiziell am 31. Januar 2021. Foto: Thomas Throenle / Erzbistum Paderborn

Dompropst Monsignore Joachim Göbel erinnerte die musikalischen Stationen von Domkantorin Gabriele Sichler-Karle und betonte, das von ihr mitorganisierte Chorfestival vom 3. bis 7. Juli 2019 in Paderborn unter dem Leitwort „Unsre Quelle bist DU“ habe die Stadt und die ganze Region verzaubert. Er sei dankbar, dass Sichler-Karle den Start der neuen Grundschule St. Michael mit ihrem musikalischen Schwerpunkt mitbegleitet habe. Durch den Aufbau der Mädchenkantorei stehe die Paderborner Dommusik nun auf vier festen Säulen „und alle Chöre unserer Dommusik spielen dauerhaft in der ersten Liga“, bekräftigte Dompropst Göbel. Seine Worte: „Mit Dank und Respekt schaut das Metropolitankapitel auf Ihre Leistungen!“ wurden mit langanhaltendem Applaus bestätigt.

Solider Baustein für die Zukunft

Erzbischof Hans-Josef Becker erklärte, Domkantorin Sichler-Karle habe beim Aufbau der Mädchenkantorei am Paderborner Dom Pionierarbeit geleistet und mittlerweile einen „soliden Baustein für die Zukunft“ gelegt. Die Paderborner Dommusik stehe auf einem sicheren Fundament. Der Paderborner Erzbischof würdigte die überzeugende künstlerische und pädagogische Arbeit von Sichler-Karle. Er hoffe auf eine weiterhin lebendige Verbindung nach Paderborn. Paderborns Bürgermeister Michael Dreier überbrachte die Grüße und den Dank der Stadt. Er würdigte Sichler-Karle als „Botschafterin für die Dommusik sowie für die Musik insgesamt“.

Dank und Respekt für die Arbeit seit 2008 am Paderborner Dom und für die Paderborner Dommusik von Domkantorin Gabriele Sichler Karle. V.l.n.r.: Erzbischof Hans-Josef Becker, Bürgermeister Michael Dreier, Domkantorin Gabriele Sichler-Karle, Dompropst Monsignore Joachim Göbel. Foto: Thomas Throenle / Erzbistum Paderborn

Vision wird Realität

In ihren Dankesworten erinnerte sich Domkantorin Gabriele Sichler-Karle an ihre Anfänge in Paderborn: „Mehrere Menschen und Institutionen, die Dommusik, das Metropolitiankapitel, das Erzbistum, hatten eine Vision und es ist wertvoll, dass im Jahr 2008 diese Vision zusammengekommen sind und Realität wurden mit der Mädchenkantorei.“ Sie sei dankbar, dass sie bei der Umsetzung dieser Vision habe mitwirken dürfen, für alle Unterstützung und Begleitung.

Domkantorin Gabriele Sichler-Karle schaut zum Abschied aus Paderborn auf eine bewegte Zeit am Paderborner Dom zurück: Sie gestaltete Gottesdienste als Kantorin und die hat die Mädchenkantorei am Paderborner Dom aufgebaut, die mittlerweile aus drei Chorgruppen besteht. Im Nachwuchschor, Aufbauchor und Konzertchor singen aktuell 170 Mädchen und Frauen zwischen acht und zwanzig Jahren. Zahlreiche Konzerte hat die Kirchenmusikerin selbst dirigiert und zudem bei Konzerten der Paderborner Dommusik mitgewirkt. Während ihrer Zeit in Paderborn leitete die scheidende Domkantorin das Pueri-Cantores-Mädchenchor-Festival 2013 und trug damit dazu bei, das große Chorfestival im Jahr 2019 nach Paderborn zu holen.

Nachfolger

Mit dem 27-jährigen Patrick Cellnik aus Remscheid hat das Paderborner Metropolitankapitel einen jungen Nachfolger für die langjährige Domkantorin verpflichtet. Der neue Domkantor wird die Stelle am Paderborner Dom am 1. Februar 2021 antreten. Er studierte Kirchenmusik, Gesangspädagogik und Chorleitung in Wuppertal und Köln und wird in Detmold den Master-Studiengang Chorleitung absolvieren.

Biografisches

Gabriele Sichler-Karle studierte Kirchenmusik an der Kirchenmusikschule Rottenburg sowie Chor- und Orchesterleitung an der Staatlichen Hochschule für Musik in Karlsruhe. 1996 bis1997 war sie Assistentin an der Domsingschule Rottenburg. Seit 2001 war sie tätig als Kantorin in der Seelsorgeeinheit Achern-Stadt und Diözesanbeauftragte für den Bereich Kinderchor und Kinderchorleiterausbildung in der Erzdiözese Freiburg. Gabriele Sichler-Karle ist Vorstandsmitglied im deutschen Chorverband der Pueri Cantores. Im Oktober 2008 wurde sie als Domkantorin an den Hohen Dom zu Paderborn berufen.

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