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© Blautann-Film
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„Verlockender geht’s doch wohl nicht, oder?“

„Pilgern auf Jakobswegen im Hochstift Paderborn“ heißt eine Dokumentation, die ab Januar 2027 in ausgewählte heimische Kinos kommt. Warum es sich lohnt, einfach loszugehen - im Hochstift, im Sauerland, vor der eigenen Haustür.

„Es muss ja nicht gleich Santiago de Compostela sein“ haben Peter und Anke Schanz ihrem Filmtitel etwas Wegweisendes vorangestellt. Sie sind überzeugt, dass sich Pilgern vor der eigenen Haustür lohnt. Einfach losgehen, „verlockender geht’s doch wohl nicht, oder?“ Das fragt Peter Schanz schon im Trailer.

Die beiden haben ein feines Gespür für Themen: Unter ihrem Label „Blautann-Film“ haben sie allein 43 Filme rund um Themen des Erzbistums gedreht – zu Libori, zur Einweihung der Krypta, zuletzt über die kostbaren Glasmalereien im Paderborner Dom von Nikolaus Bette. Sie zeigen: die Kirche als pilgerndes Volk Gottes.

Das Ehepaar sitzt in seinem gemütlichen Zuhause in Bad Lippspringe und berichtet über sein neues Projekt. Der Film ist fertig, Termine für Erstaufführungen in Kinos entlang der Pilgerstrecke stehen.  „88 Minuten lang, getragen von gutgelaunten pilgernden Protagonisten auf- und neben den beiden Jakobswegen im Hochstift Paderborn, prall gefüllt mit unfassbaren Highlights in punkto Kunst, Kultur und reichhaltiger Geschichte“, schreiben sie auf ihrer Homepage.

Wie es zum Film kam? „Wir überlegen ja dauernd: Was für Themen könnten wir uns vornehmen. Und dann sind wir immer mal wieder über so eine Muschel gestolpert“, sagen die beiden. Die gelbe Jakobsmuschel auf blauem Hintergrund ist inzwischen weit über Spanien und Frankreich hinaus das Erkennungszeichen für die Pilgerwege und das Pilgern, so auch im Erzbistum Paderborn und in ganz Deutschland.

Das Umland neu entdecken: Von Corvey bis Werl, von Paderborn bis Brilon

Gleich zwei Trailer kündigen die Dokumentation an, weil es in zwei verschiedene Richtungen ging. „Wir gehen einmal von Corvey nach Werl und dann als zweiten Weg von Paderborn bis Brilon.“  Sie orientierten sich am alten Hellweg (heute B1) von Höxter über Paderborn und Soest bis Werl und am alten Heerweg von Paderborn über Kloster Dalheim, Marsberg und Brilon ins Sauerland. „Dieser Film soll Lust machen, selbst zu gehen. Pilgern vor der Haustür, Schmuckstücke im Umland mit offenen Augen zu entdecken und vielleicht auch ein bisschen sich selbst“, betonen die beiden.

Das Besondere an Anke und Peter Schanz: Beide sind stets mit wachen Augen unterwegs und sie verstehen es, in ihren Dokumentationen aus regionalen Themen spannende Geschichten zu formen. Das sei allerdings nicht schwer: „Es gibt hier wirklich aufregende Geschichten“, sagen sie. „Auf der Landkarte wirken die Ortschaften wie an einer Perlenschnur aufgereiht, in natura offerieren sie ein Highlight nach dem anderen: herrliche, abwechslungsreiche Landschaften, reiche Geschichte, Kunst, Kultur, gepflegte Gastlichkeit“, heißt es im ersten Trailer.

Peter Schanz (Kamera, Drehbuch, Regie) hat ihn selbst eingesprochen, er hat die perfekte Sprecherstimme – warm und ein bisschen wie ein Märchenonkel. Außer befruchtenden Gesprächen und Interviews mit Menschen an der Wegstrecke sowie an spirituellen Orten wie dem Paderborner Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz werden im Film auch Hoffmann von Fallersleben, der Dichter Friedrich Wilhelm Weber und der Maler Willy Lucas wieder lebendig und erzählen Geschichten aus ihrer Zeit, die Technik macht’s möglich.

Kino-Termine im Januar 2027

Paderborn (Premiere)
Pollux by Cineplex
Mittwoch, 6. Januar, 19.30 Uhr

Bad Lippspringe
Odins Filmtheater
Freitag, 8. Januar, 19.30 Uhr
Mittwoch, 13. Januar, 19.30 Uhr
Warburg
Cineplex
Sonntag, 10. Januar, 17.15 Uhr

Brilon
Cineplex
Dienstag, 12. Januar, 19.00 Uhr

Bad Driburg
Kino Bad Driburg
Sonntag, 17. Januar, 11.00 Uhr
Brakel
Kino Brakel
Sonntag, 17. Januar, 13.00 Uhr
Schloss Holte-Stuckenbrock
Rhythmus Kino
Mittwoch, 20. Januar, 19.50 Uhr

„Es gab Situationen, die haben alle gefesselt!“

Herumfahren, Orte suchen, Ansprechpartner überzeugen, notwendige Genehmigungen einholen: Das stand an, bis im April die ersten Drehs stattfanden. Sie begannen an einem sehr ehrwürdigen Ort: Im ehemaligen Kloster Corvey gab’s den ersten Stempel für die Darstellenden – eine ganz bunte, fünfköpfige Neupilger-Gruppe: „Wir haben sie aus einem gemischten Völkchen zusammengestellt. Leute, die wir bereits aus früheren Produktionen kannten und von denen wir wussten, dass sie über die nötige Kamera-Erfahrung verfügen.“

Über eine WhatsApp-Gruppe fügte Anke Schanz alle zusammen und schrieb, je nach Filmfortschritt: „Heute brauchen wir euch wieder für die nächsten zehn Kilometer!“ Stück für Stück eroberten sich die Doku-Pilgernden den Weg, bei Wind und Wetter. „Jede und jeder trägt eine Muschel hinten sichtbar am Rucksack. Über die Muschel und den Pilgerausweis waren alle von Anfang an sehr begeistert. Wir haben sie immer wieder gefilmt, wenn sie einen Stempel bekamen. Und wir haben festgestellt: Man muss doch erstmal anfangen, um zu merken, was es dem Einzelnen, der Einzelnen gibt oder nicht. Es gab Situationen, die haben alle gefesselt!“ So war es zum Beispiel an einem an den Seiten geöffneten metallenen Kreuz tief im Wald, in das Pilger Wunsch-Steine einwerfen können.

Insbesondere von vielen wunderschönen kleinen Kapellen – und dies nahe der eigenen Heimat – wurde die Pilgergruppe überrascht. Und ganz besonders von der Herzlichkeit der Franziskanerinnen in Salzkotten. „Da waren alle eingenommen, das haben alle richtig genossen.“

Pilgerstempel als Beweis: Ich gehöre zur Gemeinschaft

So erleben die Zuschauerinnen und Zuschauer hautnah mit, was Pilgern auch in der Heimat bewirken kann. Der Großteil der Gruppe sei dem Pilgern nun verfallen, wolle dranbleiben, sagt Peter Schanz und betont: „Da ist der Stempel nun auch ein Beweis: Hey, ich gehöre zur Gemeinschaft!“

Und er freut sich, dass seine Laien-Darsteller genau die Intention des Films ausstrahlen. „Er soll ja Lust machen und zeigen, dass es geht. Selbst zu gehen. Pilgern von der Haustür aus. Und wenn es nur zehn Kilometer sind! Das ist wie in dem Buch mit der 1-Prozent-Methode, wo es darum geht, dass schon kleinste Veränderungen zu einer maximalen Wirkung führen können. Man hat die Erfahrung von den zehn Kilometern schon mal im Herzen und ist schon wieder ein Stückchen weiter.“

Landschaft, Gastlichkeit, Kultur und Kunst sowie Geschichte aus der eigenen Heimat im Unterwegssein erleben. „Verlockender geht’s doch wohl nicht, oder?“, fragt Peter Schanz im Trailer. Mit seiner Frau hat er es selbst immer so gemacht, ob im Hochstift oder irgendwo in Asien. „Egal, wo wir auf der Welt waren, ob es ein Tempel oder eine Kirche war, wir haben uns alles angeschaut. Und wir haben uns Zeit genommen, uns mit den Menschen zu unterhalten.“ Dort haben sie festgestellt: „Alles hat einen Zauber.“ Und sie glauben: „Alle Pilger kriegen etwas Spirituelles mit, zumal hier im Hochstift die Landschaft stark durch die Kirche geprägt ist.“

"Einen Segen nehmen alle gerne mit!"

Anke und Peter Schanz sind ein unschlagbares Team: „Ich habe immer ein Drehbuch im Kopf und weiß, jetzt fehlen mir noch Details. Wir filmen immer mit wenigstens drei, häufig vier Kameras aus unterschiedlichen Positionen, viele Innenaufnahmen sind bereits im Vorfeld fertiggestellt, bevor die Pilgergruppe erscheint. Ich bediene die überwiegend eingesetzte Filmkamera.

Wenn es mit den Pilgern an die Live-Wanderszenen in Wald und Flur ging, war Anke mit der Action-Cam gefragt. Sie ist inzwischen meisterlich damit unterwegs und ist immer einen Teil der Strecke mitgewandert.“ Drohnenaufnahmen zeigen gleichzeitig eine abwechslungsreiche Landschaft von flach bis hügelig. Und unten quasi rangezoomt dann diese Schätze vor Ort, Kirchen wie auch Herbergen und die Natur selbst: „Das war zum Beispiel direkt am Anfang in Ovenhausen, gerade waren wir von Corvey losgegangen. Da ist eine wunderschöne Kapelle auf dem Heiligenberg, in der St. Michael verehrt wird, und auch die heilige Salome, die Mutter des Jakobus. Davon wussten wir vorher auch nichts, obwohl es so nah ist. Eine tolle Entdeckung!“

Das spirituelle Angebot ist da, jede und jeder entscheidet selbst, was angenommen wird. „Aber man sieht auch: einen Segen nehmen alle gerne mit. Das fühlt jeder auf eine gewisse Weise“, sagt Peter Schanz.

Was es braucht? Losgehen?

Und darum sagen sie gemeinsam mit dem Philosophen Bertrand Russell, von dem das Zitat stammt: „Der schwierigste Weg, den ein Mensch zurücklegen kann, ist der zwischen Vorsatz und Ausführung. Geht raus!“

Ein Anfang wäre ihr Film, über den sie alle Interessierten auf ihrer Homepage unter www.blautann-film.de permanent auf dem Laufenden halten.

Mit Jesus Christus an der Seite einem Ziel entgegengehen, das ist die innere Grunddimension des Pilgerns.

Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz

Finaler Dreh-Termin im Paderborner Dom

Auch der Paderborner Dom ist ein Pilgerort, am Infostand gibt es für alle Ankommenden mit Pilgerpass einen Stempel. Im Dom stellen die neun riesigen Fenster des Glasmalers Nikolaus Bette entlang des Mittelgangs die Kirche als das pilgernde Volk Gottes dar.

Dazu sagt Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz beim kurzen Film-Dreh vor Ort im Dom unter anderem dies: „ Was Pilgerinnnen und Pilger erfahren, ist, dass, wenn ich äußerlich in Bewegung komme, auch innerlich etwas in mir in Bewegung kommt. Spirituell, geistlich, ich werde nachdenklich, ich öffne mich für neue Erfahrungen. Pilgern ist eine wunderbare Weise, Gott näher zu kommen. Es ist diese Erfahrung, dass Gott mit seinem Volk auf dem Weg ist und dass das Volk Israel schon im Alten Testament die Erfahrung macht: bei allen Unwägbarkeiten und Unvorhersehbarkeiten, die ein Unterwegs sein und ein Pilgerweg mit sich bringen: Gott geht mit, Gott ist dabei.“

An diesem Tag, so viel sei verraten, erweitert der Erzbischof persönlich den Pass der pilgernden Film-Crew um einen Stempel aus dem Dom.

Ein Beitrag von:
Sonja Funke
Redakteurin

Sonja Funke

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