Jedes Jahr zu Libori veranstaltet der Verein Mission im Erzbistum Paderborn e.V., der von einem großen ehrenamtlichen Engagement getragen wird, den bei vielen Libori-Gästen beliebten Missionsgarten am Konrad-Martin-Haus im Schatten des Paderborner Domes. Mit den erzielten Einnahmen werden alljährlich ausgesuchte Hilfsprojekte in der Welt unterstützt. Weil das in diesem Jahr nicht wie sonst möglich ist, versuchen die Verantwortlichen aus Sonderaktionen Spendengelder zusammenzutragen: zum Beispiel aus der vom Erzbistum Paderborn angebotenen Libori-Charity-Box-Aktion oder dem Verkauf von Erinnerungen an die Kunstinstallation „Liborius in der Welt“ auf dem Platz vor dem Paderborner Dom.
„Da müssen wir was machen!“
„Als ich dieses besondere Engagement sah, dachte ich gleich: Da müssen wir was machen“, erklärte Erzbischof Becker seine spontane Idee zur Verdoppelung der gesamten Spendensumme. „Es ist gut, wenn wir trotz aller eigenen Einschränkungen und Sorgen aufgrund der Corona-Pandemie nicht diejenigen vergessen, denen es schlecht geht und denen kaum das Nötigste zum Überleben bleibt. Zwar können wir die Welt nicht retten, aber vielleicht etwas zum Besseren hin wenden, wenn wir nicht nur an uns selber denken, sondern die anderen im Blick haben und uns an etwas Gutem beteiligen – und sei der Beitrag noch so klein“, betonte der Paderborner Erzbischof.
Hilfe für Malawi
Die Spendengelder dieses Jahres sind für von Hunger bedrohte Aids-Waisen in Malawi bestimmt. Wie in Deutschland kam es Corona-bedingt auch in Malawi zu einem Lockdown, allerdings mit deutlich schwerwiegenderen Folgen. Viele Kinder, die in die Schule und den Kindergarten der Franziskanerinnen in Madisi gehen, sind Waisenkinder, deren Eltern an Aids verstorben sind und die jetzt bei Großeltern oder Verwandten leben. Schulbesuch in Malawi bedeutet aber nicht nur Bildung, sondern auch Ernährung, da die Kinder in der Schule ihre festen Mahlzeiten erhalten.
Corona verstärkt Gefahr von Mangelernährung
Mit der Schulschließung und weiteren Kontakt- und Versammlungsverboten bestand nun die Gefahr von Mangelernährung, entsprechend groß war die Sorge der Missionsschwestern um die Situation der Schülerinnen und Schüler. In Abstimmung mit den Dorfältesten legten die Ordensschwestern fest, dass die Kinder eine wöchentliche Ration an Mais- und Sojamehl bekommen, die auch für die Großeltern oder andere Betreuungspersonen reicht. Für ihre Versorgung werden wöchentlich 2.200 Kilo Mais- und Sojamehl im Wert von 700 Euro gebraucht.
Spenden noch bis Ende August möglich
Die Höhe der gesamten Spendensumme steht noch nicht fest, weil die Einzelaktionen noch nicht abgeschlossen sind. Trotzdem sagte Erzbischof Hans-Josef Becker die Zahlung aus dem Erzbischöflichen Stuhl in gleicher Höhe wie die gespendete Gesamtsumme bereits jetzt zu.