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Die Oma hat das erste Sternsinger-Gewand genäht

„Auf eine Kaffeelänge mit…“ Markus Stadermann, Vizeoffizial und Domvikar, über das Sternsingen in der Jugend
Ronald Pfaff / Erzbistum Paderborn
Unser Glaube
03. Januar 2022

Die Oma hat das erste Sternsinger-Gewand genäht

„Auf eine Kaffeelänge mit…“ Markus Stadermann, Vizeoffizial und Domvikar, über das Sternsingen in der Jugend

Innerhalb unserer Reihe „Auf eine Kaffeelänge mit …“ treffen wir uns regelmäßig mit einer Person aus dem Erzbistum Paderborn. Einzige Vorgabe der Zusammenkunft: Das Treffen endet, sobald die Kaffeebecher geleert sind. Diesmal haben wir mit Markus Stadermann gesprochen. Der Vizeoffizial und Domvikar blickt gern auf seine Zeit als jugendlicher Sternsinger in seiner Heimatgemeinde zurück. In dieser Woche startet auch im Erzbistum Paderborn die Aktion Sternsingen mit dem Motto „Gesund werden – gesund bleiben. Ein Kinderrecht weltweit“.

Als Messdiener endlich „dabei“

„Schon als Kind habe ich mich immer auf die Sternsinger gefreut. Als ich dann 1983 Messdiener geworden bin, durfte ich endlich dabei sein“, erinnert sich Markus Stadermann (47) an seine Anfänge in der Heimat Platte-Heide. Nach dem Krieg hatten sich seine Großeltern in dem Mendener Vorort niedergelassen und zählten sozusagen mit zu den Begründern der neuen Siedlung Platte Heide. „Meine Oma hat mir auch das erste Gewand selbst genäht.“ Dazu kamen dann Turban oder Krone.

„Trio Stadermann“ im Ortsteil bekannt

Später gab es dann das eigene „Trio Stadermann“, denn auch die jüngeren Cousinen von Markus Stadermann schlossen sich den Sternsingern an. „Man kannte uns im Ort, wenn meine Cousinen Janine und Simone mit mir das Viertel um unsere Straße herum besuchten. Wir haben nicht nur Freude und Großzügigkeit erlebt, sondern auch steigende Spenden-Bereitschaft durch unsere Bekanntheit: Da kommen die Stadermanns wieder.“ Rund 60 Häuser wurden besucht, jeweils gesungen und gesammelt. Natürlich habe man sich auch auf die Süßigkeiten gefreut, doch schon als Kind habe man an die armen Kinder der Welt gedacht – für die der Erlös der Sternsinger-Aktion sei.

Von Gemeindereferentin Hildegard Schneider und dem damaligen Pfarrer Reinhold Theune sei man gut vorbereitet worden. „Auch in diesem jungen Alter war es uns schon immer ein Anliegen, den Menschen den Segen des Christkinds ins Haus zu bringen“, sagt Stadermann, so dass man selbst bei schlechtem Wetter motiviert durch die Straßen gezogen sei. Weihrauch habe man immer dabei gehabt. Manche Anwohner hätten dies auf die Öfen gelegt, so dass ein wunderbarer Duft durch die Wohnung gezogen sei. Zum Schluss wurde der Segenspruch mit Kreide an die Haustür geschrieben.

Überall herzlich willkommen

„Wir waren überall herzlich willkommen und wurden freudig empfangen. Manchmal bekamen wir sogar einen warmen Kakao“, erzählt Stadermann, der sich aber auch an lustige oder überraschende Momente erinnert. „Unsere Familiengruppe war schon etwas ganz Besonderes“, so Stadermann. Weil man sie in der Ortschaft so gut kannte, gab es bei den Süßigkeiten sogar die „Lieblingssorten“ der drei Sternsinger. Das habe man nicht gewollt und natürlich Süßes an Bedürftige abgegeben. Cousine Janine habe betont: „Nicht nur die guten Dinge behalten, sondern wir müssen auch davon abgeben!“

Bis zum Abitur ist Markus Stadermann dem Sternsingen treu geblieben, dann führte ihn der Weg zum Studium und dann ins Priesterseminar nach Paderborn. Bei seiner ersten Vikarstelle in St. Patrokli Soest lernte er das „Kneipen-Singen“ zum Dreikönigsfest kennen. Die über 18-Jährigen zogen in Königsgewändern durch die Innenstadt von Gaststätte zu Restaurant. „Das war schon eine humorige Sache, wenn möglichst viele Spenden gesammelt wurden, es aber auch Bier oder mal einen Schnaps gab“, so Stadermann, der selbst aktiv teilgenommen hat. Das Sendungsbewusstsein sei, für die Kirche und den guten Zweck zu stehen, aber auch Spaß dabei zu haben.

In der Kirche fühlten sich alle Sinne angesprochen

Markus Stadermann ist vor allem gern Priester geworden. „Der Wunsch war wohl schon früh in mir und ist etwas Gewachsenes. Ich fand es in der Kirche bereits als Kind nie langweilig. Hier habe ich Weite und Geborgenheit empfunden. Alle Sinne fühlten sich angesprochen.“ Dabei sei die Großmutter für ihn stets eine wichtige Begleiterin gewesen. „Als ich mich dann aber zum Priestertum entschieden habe, hat sie am Anfang sogar gebremst“, erinnert sich Stadermann: „Dann hat sie aber schließlich doch mit Stolz auf mich geschaut.“

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Ein Beitrag von:
Redakteur

Ronald Pfaff

 
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