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© Photo Kozyr / Shutterstock.com
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Die Liebe Christi an die Menschen weitergeben

Erzbischof Becker weiht zwei Priester für das Erzbistum Paderborn

Der Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker spendete am „Tag der Deutschen Einheit“ zwei Männern im Hohen Dom zu Paderborn das Sakrament der Priesterweihe. Durch das Weihesakrament mit Handauflegung und Gebet des Erzbischofs wurden Diakon Thorsten Hasse aus Geseke und Diakon Michael Stiehler aus Hilchenbach in die Gemeinschaft der Priester des Erzbistums Paderborn aufgenommen. Die ursprünglich vor dem Pfingstfest geplante Weihe der beiden Priesterkandidaten wurde aufgrund der Corona-Pandemie verschoben.

Familienmitglieder und Gläubige aus den Heimat- und Diakonatsgemeinden feierten den Gottesdienst unter Einhaltung der Corona-Schutzmaßnahmen mit. Zudem konnten Interessierte via Live-Stream dabei sein. „Im Leben eines Priesters kommt alles darauf an, dass nicht seine Person im Mittelpunkt steht, sondern Jesus Christus selbst“, bekräftigte Erzbischof Becker in seiner Predigt.

Durch Handauflegung und Gebet spendet Erzbischof Hans-Josef Becker zwei Männern das Sakrament der Priesterweihe, hier Thorsten Hasse. Danach wird er Michael Stiehler die Hände aufgelegt und ihm so das Sakrament spenden. Foto: Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn

Ein Priester sei dazu berufen und gesandt, die Liebe Christi zu den Menschen durch Wort und Sakrament weiterzugeben, in Jesu Christi Namen und somit in seinem Auftrag zu handeln, führte der Paderborner Erzbischof im feierlichen Gottesdienst aus. „Ein Priester handelt in den entscheidenden Vollzügen seines Amtes ‚in persona Christi‘“, betonte Erzbischof Becker. Es komme wesentlich darauf an, dass der Priester transparent wird für Jesus Christus.

Von Christus empfangen

„Wenn wir unseren priesterlichen Dienst als ein durch und durch sakramentales Geschehen verstehen und leben, dann können sich leidenschaftliche Aktivität für die uns anvertrauten Menschen und ruhige Gelassenheit im Vertrauen auf das Wirken Christi miteinander segensreich verbinden“, sagte der Paderborner Erzbischof zu den Weihekandidaten. „Im Sakrament der Priesterweihe wird sichtbar und wirksam, dass Christus selbst Sie qualifiziert! Er qualifiziert Sie, indem er Sie in seinen Dienst nimmt und bevollmächtigt, seine Sendung weiterzuführen. Denn das Sakrament der Priesterweihe erinnert Sie und uns stets daran, dass Sie zunächst immer von Christus empfangen müssen, was Sie sich nicht von sich aus besorgen können, um es dann anderen Menschen weiterzugeben.“

Dankbarkeit

„Als Kirche von Paderborn sind wir Gott dankbar, dass wir heute doch die Priesterweihe von zwei Männern feiern dürfen“, hatte Erzbischof Becker zu Beginn des Gottesdienstes gesagt und die Gottesdienstteilnehmer im Paderborner Dom und an den Bildschirmen herzlich begrüßt. Aufgrund der Corona-Pandemie sei die Weihe später als geplant, „aber das Weihejahr 2020 steht für beide fest“. Die Weihe von zwei Priestern Paderborn sei für das Erzbistum ein Zeichen der Hoffnung und der Zuversicht, so der Paderborner Erzbischof. „Wir dürfen in Dankbarkeit diesen Tag feiern und um Gottes Begleitung bitten, für die neuen Priester, für die Gemeinden und für uns selbst.“

„Hier bin ich!“

Der Gottesdienst begann mit einem feierlichen Ritual: Die beiden Weihekandidaten wurden durch Diakon Jonathan Berschauer namentlich aufgerufen, sie traten vor Erzbischof Becker und erklärten mit den Worten „Hier bin ich!“ ihre Bereitschaft zur Weihe. „Mit dem Beistand unseres Herrn und Gottes Jesus Christus, des Erlösers, erwählen wir diese unsere Brüder zu Priestern“, antwortete Erzbischof Hans-Josef Becker auf die im Namen der Kirche von Regens Monsignore Dr. Michael Menke-Peitzmeyer ausgesprochene Bitte, den Weihekandidaten das Sakrament der Priesterweihe zu spenden. Die versammelte Gemeinde bekundete ihre Zustimmung zur Erwählung der Weihekandidaten mit den Worten „Dank sei Gott, dem Herrn“. Zuvor hatte der Regens des Erzbischöflichen Priesterseminars Paderborn bestätigt, dass die Weihekandidaten würdig seien, das Sakrament zu empfangen: „Das Volk und die Verantwortlichen wurden befragt. Ich bezeuge, dass sie für würdig gehalten werden.“

Weiheliturgie: Versprechen

Zu Beginn der Weiheliturgie sangen die beiden Weihekandidaten mit dem Chor der Paderborner Dommusik das Lied „Komm, Heilger Geist, …“ und riefen damit den Heiligen Geist um seinen Beistand an. Dann legten die zwei Weihekandidaten vor Erzbischof Becker und der Gemeinde ihr Weiheversprechen ab. Sie erklärten sich bereit, das Priesteramt als zuverlässige Mitarbeiter des Bischofs auszuüben und „unter Führung des Heiligen Geistes die Gemeinde des Herrn umsichtig zu leiten“, den Dienst am Wort Gottes treu und gewissenhaft zu erfüllen, die Mysterien Christi „zum Lobe Gottes und zum Heil seines Volkes in gläubiger Ehrfurcht“ zu feiern, für die ihnen anvertraute Gemeinde zu beten, den Armen, Kranken, Heimatlosen und Notleidenden beizustehen und zu helfen und ein Leben in enger Christus-Verbundenheit zu führen und „so zum Heil der Menschen für Gott zu leben“. Während die beiden Weihekandidaten einzeln vor Erzbischof Hans-Josef Becker knieten und ihre Hände in seine Hände legten, versprachen sie ihm und seinen Nachfolgern Ehrfurcht und Gehorsam.

Hingabe

Im anschließenden Gebet der Gottesdienstteilnehmer für die Weihekandidaten wurden die Heiligen der Kirche um Beistand angerufen. Zum Zeichen ihrer besonderen Hingabe lagen die zwei Priesteramtskandidaten währenddessen flach ausgestreckt auf dem Boden des Altarraums im Hohen Dom. Diese Geste bringt den Willen und die Bereitschaft der Weihekandidaten zum Ausdruck, sich Gott in Jesus Christus ganz zu übergeben, dass sie aus sich selbst heraus schwach sind und ihre Stärke und Kraft allein von Gott empfangen, der sie aufrichtet.

Weihe: Handauflegung und Gebet

Nach der Allerheiligenlitanei legte Erzbischof Hans-Josef Becker jedem Weihekandidaten schweigend die Hände auf den Kopf und erbat für ihn die Kraft und Vollmacht Gottes. Auf diese Weise wird seit den Tagen der Apostel das geistliche Amt in der Katholischen Kirche weitergegeben. Aufgrund der Corona-Pandemie legten danach lediglich die anwesenden Weihbischöfe Hubert Berenbrinker und Manfred Grothe, die Leitung des Erzbischöflichen Priesterseminars sowie die Heimat- und Praktikums-Pfarrer ihren neuen Mitbrüdern die Hände auf zum Zeichen ihrer Aufnahme in die Gemeinschaft der Priester. Im Anschluss sprach Erzbischof Hans-Josef Becker das Weihegebet, das das Sakrament der Priesterweihe vollendet, mit der Bitte an Gott: „Gib diesen deinen Dienern die Würde des Priestertums“.

Salbung der Hände

Die beiden Neupriester erhielten dann von ihren Heimatpfarrern und Priestern, die ihnen verbunden sind – Thorsten Hasse von Pfarrer Rainer Stahlhacke (Geseke) und Michael Stiehler von Subregens Matthias Klauke –, ihre priesterlichen Gewänder: Stola und Messgewand angelegt. Darin kommt zum Ausdruck, dass die Neugeweihten in der heiligen Weihe Christus wie ein Gewand angezogen haben, in seiner Vollmacht handeln und ihn in der Mitte seiner Gemeinde darstellen. Erzbischof Hans-Josef Becker salbte den zwei Neugeweihten jeweils die Hände mit heiligem Chrisam-Öl als Zeichen der Verbindung mit Jesus Christus, dem Gesalbten Gottes. Dabei sprach Erzbischof Becker: „Unser Herr Jesus Christus, den der Vater mit dem Heiligen Geist und mit Kraft gesalbt hat, behüte dich. Er stärke dich in deinem Dienst, das Volk Gottes zu heiligen und Gott das Opfer darzubringen“.

Brot und Wein – Eucharistie

Schließlich überreichte der Paderborner Erzbischof den beiden Neupriestern jeweils Brot in einer Hostienschale und Wein in einem Kelch als Zeichen für den Auftrag, die Eucharistie zu feiern. Dabei sagte Erzbischof Becker: „Empfange die Gaben des Volkes für die Feier des Opfers. Bedenke, was du tust, ahme nach, was du vollziehst, und stelle dein Leben unter das Geheimnis des Kreuzes“. Zum Abschluss der Weihehandlung tauschten Erzbischof Hans-Josef Becker und der Regens des Erzbischöflichen Priesterseminars Paderborn als Konzelebrant mit den neugeweihten Priestern den Friedensgruß als Zeichen der Verbundenheit und Gemeinschaft. Dann feierten Erzbischof Hans-Josef Becker sowie Regens Dr. Michael Menke-Peitzmeyer als Konzelebrant gemeinsam mit den zwei neuen Priestern des Erzbistums Paderborn die Eucharistie.

Mitwirkende

Regens Monsignore Dr. Michael Menke-Peitzmeyer konzelebrierte im Gottesdienst. Durch den Regens sowie durch Subregens Matthias Klauke und Spiritual Christian Städter wurden die Weihekandidaten im Erzbischöflichen Priesterseminar Paderborn auf den Empfang der Priesterweihe vorbereitet und begleitet. Ein Chor der Paderborner Dommusik unter der Leitung von Domkantorin Gabriele Sichler-Karle und Domorganist Tobias Aehlig an der Orgel gestalteten den Gottesdienst musikalisch.

Die neuen Priester des Erzbistums Paderborn feiern in den kommenden Tagen in ihren Heimat- und Diakonatsgemeinden ihre Primiz.

Neupriester

Das Sakrament der Priesterweihe empfingen:

Neupriester Thorsten Hasse aus der Pfarrei St. Cyriakus in Geseke wurde 1992 geboren. Nach seinem Abitur am Gymnasium Antonianum in Geseke absolvierte er ein Freiwilliges Soziales Jahr im vom Erzbistum Paderborn getragenen Jugendhaus in Hardehausen. Von 2012 bis 2018 studierte Thorsten Hasse Katholische Theologie in Paderborn und Würzburg. Im Pastoralverbund Iserlohn war er als Diakon eingesetzt. Als Neupriester wird Hasse seine Primiz am 4. Oktober 2020 in Geseke feiern, in der anschließenden Woche wird er in Geseke weitere Gottesdienste feiern und den Primizsegen spenden. Die Nachprimiz von Neupriester Hasse wird am 25. Oktober 2020 in Iserlohn sein. Auch hier feiert er in der Zeit vom 24. bis 26. Oktober mehrere Gottesdienste und spendet den Primizsegen.

Neupriester Thorsten Hasse wird eingesetzt als Vikar im Pastoralverbund Elsen-Wewer und Pastoralverbund Borchen. Leiter ist Domkapitular Dr. Thomas Witt. Der Dienstsitz von Vikar Thorsten Hasse ist die Vikarie an St. Dionysius in Elsen.

Neupriester Michael Stiehler aus der Pfarrei St. Augustinus Keppel in Hilchenbach-Dahlbruch wurde 1993 geboren. Nach seinem Abitur am Gymnasium Stift Keppel in Hilchenbach-Allenbach studierte Michael Stiehler Katholische Theologie in Paderborn und München. In der Pfarrei St. Petri in Hüsten war er als Diakon eingesetzt. Als Neupriester wird Stiehler seine Primiz am 18. Oktober 2020 in St. Petri in Hüsten feiern. Seine erste Heilige Messe am heimatlichen Altar wird Neupriester Stiehler am 23. Oktober 2020 in St. Vitus in Hilchenbach feiern.

Neupriester Michael Stiehler wird eingesetzt als Vikar im Pastoralen Raum Pastoralverbund Soest. Leiter des Pastoralen Raumes ist Propst Dietmar Röttger. Der Dienstsitz von Vikar Michael Stiehler ist die Vikarie an St. Patrokli in Soest.

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