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© Ronald Pfaff / Erzbistum Paderborn
© Ronald Pfaff / Erzbistum Paderborn

„Die Geschichte trägt den Samen guter Treue“

Begegnungsabend „Gesichter der Weltkirche“: Bischof Yves Le Saux berichtet aus dem Alltag des Bistums Le Mans

„Ihre Ausführungen waren eine Art Vermächtnis. Wir haben viel von den Schätzen der katholischen Kirche in Frankreich gelernt“, bedankte sich Dompropst Monsignore Joachim Göbel beim Bischof von Le Lans, Yves Le Saux. In einem kurzweiligen Interview sprach Bischof Le Saux am Freitag vor der Libori-Eröffnung beim Begegnungsabend „Gesichter der Weltkirche“. Er berichtete über Schwierigkeiten, Hoffnungen und Wünsche aus der Partnerstadt Paderborn, die von der „ewigen Liebesbruderschaft“ zwischen den Bischofssitzen seit dem Jahre 836 geprägt ist.

Von der Freundschaft zwischen Paderborn und Le Mans könne die Welt lernen, aber auch das Verhältnis zwischen Frankreich und Deutschland, sagte Bischof Yves Le Saux im Forum St. Liborius und betonte: „Die Geschichte trägt den Samen einer guten Treue.“ Diese einmalige Freundschaft solle auch von seinem Nachfolger im Amt als Bischof von Le Mans weiter getragen und gefördert werden. Auch die junge Generation, die am Abend „Gesichter der Weltkirche“ zahlreich vertreten war, solle diese Aufgabe weiterführen. „Viele junge Menschen haben Sehnsucht nach der Botschaft, die wir als katholische Kirche verkünden“, so Bischof le Saux.

Neuer Bischof der Diözese Annecy

Noch im Mai dieses Jahres nahmen Erzbischof Hans-Josef Becker und Bischof Yves Le Saux gemeinsam, stellvertretend für die von ihnen geleiteten (Erz-)Bistümer Paderborn und Le Mans den EMIL entgegen: Das Westfälische Forum für Kultur und Bildung e. V. verlieh dem Erzbistum Paderborn und dem Bistum Le Mans in Frankreich den Europäischen Meilenstein für Innovation und Leistung (EMIL) und würdigte damit eine Jahrhunderte alte Freundschaft. Nun wird Yves Le Saux die Diözese Le Mans verlassen und neuer Bischof der Diözese Annecy im Südosten Frankreichs, die an der Mündung des Lac d’Annecy in den Thiou liegt.

Auf die vielen gemeinsamen Jahre in seiner Amtszeit zwischen Paderborn und Le Mans blickt Bischof Yves Le Saux positiv zurück. Der katholischen Kirche in Frankreich ständen wenig finanzielle Mittel zur Verfügung, da es im Nachbarland eine strikte Trennung zwischen Kirche und Staat gebe. „Deshalb waren wir auch dankbar für Hilfen aus Paderborn“, so Le Saux. Eine Kirche mit wenig Mitteln sei auch herausfordernd, mit Vor- und Nachteilen. Viele Arbeiten würden von ehrenamtlich tätigen Frauen und Männern übernommen, weil das Geld für Festanstellungen fehle.

Lebendige Pfarreien und viele Familien

Froh sei er, so betonte Bischof Le Saux, aber über viele lebendige Pfarreien im Bistum Le Mans, zu der rund 360.000 Katholiken – bei einer Bevölkerungszahl von über einer halben Million Einwohnern – gehörten. Pfarreien, in denen Familien einen hohen Anteil hätten.

Monsignore Joachim Göbel überreichte im Namen des Metropolitankapitels abschließend Bischof Yves Le Saux einen symbolischen Scheck für die deutsche-französische Jugendbegegnung zwischen Le Mans und Paderborn. Zahlreiche Jugendliche aus der französischen Partnerstadt haben mit Vikar Marc Isnard ihren Bischof zum Liborifest nach Paderborn begleitet.

Für den musikalischen Rahmen am Abend der „Gesichter der Weltkirche“ sorgte die Band „We focus him“. Eingeladen hatten das Metropolitankapitel und die Fachstelle Weltkirche. Das Interview führten Pastor Jakob Jan Küchler und Marc Isnard (Le Mans).

© Ronald Pfaff / Erzbistum Paderborn
Zahlreiche Jugendliche aus Le Mans begleiten Bischof Le Saux (r.) beim Besuch in Paderborn. Dr. Thomas Witt (l.), Vorsitzender der deutsch-französichen St. Liborius Fraternität, und Bürgermeister Michael Dreier (2.v.r.) freuten sich über die große Gästeschar.
Ein Beitrag von:
Redakteur Team Presse und Redaktion

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