„Wir dürfen uns zeitlich und geistlich verbunden wissen als Gemeinde Jesu Christi, unseres Erlösers“, begrüßte Erzbischof Becker die per Live-Stream mitfeiernden Gläubigen zu Beginn des Abendmahl-Amtes am Gründonnerstag. Es erinnert an die Einsetzung des Altarsakraments durch Jesus Christus.
Eucharistie als Quelle und Gipfel
Von der Eucharistie gehe Glaube und gläubiges Leben aus, erläuterte der Paderborner Erzbischof in seiner Predigt. Die Messfeier sei Ursprung und ständige Erneuerung des christlichen Daseins in all seinen Lebensformen. Zugleich sei die Messfeier Gipfel, auf sie hin bewege sich der Glaube mit all seinen Erfahrungen, Fragen und Hoffnungen. „Denn in der Eucharistie geschieht und vollzieht sich die Begegnung mit Christus als dem Auferstandenen“, erklärte Erzbischof Becker.
Sakrament und Nächstenliebe
„Das Abendmahlsamt heute Abend stellt uns vor allem zwei Aspekte des Altarsakramentes vor Augen: Einmal die uns zugesagte Gegenwart Jesu Christi in diesem Sakrament, und zum anderen die Verpflichtung zur Nächstenliebe, die aus der Gemeinschaft mit Christus hervorgeht“, bekräftigte Erzbischof Becker. Wer die Eucharistie mitfeiere, begehe ein wirksames und ein sich auswirkendes Gedächtnis des Herrn, vertiefte der Paderborner Oberhirte. „Das ist kein sentimentales Sich-Erinnern an Jesus und kein verschwommenes Zurückdenken an frühere Begebenheiten. Vielmehr ist die Eucharistie uns zugesagte, tatsächliche Gegenwart Jesu Christi, verborgen zwar unter den Gestalten von Brot und Wein, sichtbar jedoch dem Auge des Glaubens.“
Es komme darauf an, sich der Begegnung mit Jesus in der Eucharistie auszusetzen und sich durch sie verwandeln zu lassen, forderte Erzbischof Becker. „Die Gegenwart Christi will gerade nicht in die private Frömmigkeit verbannt sein. Die Gegenwart Christi will sich ausbreiten in die Welt und zu allen Menschen, damit der Segen Gottes sich auswirken kann in einer sich wandelnden und von ihm her verwandelten Welt.“
Österliches Triduum
Nach dem Gottesdienst wurden sämtliche Decken und jeglicher Schmuck vom Altar entfernt. Der Gründonnerstagsgottesdienst wird auch ohne die gewohnten Schlussriten beendet, wodurch deutlich wird, dass die Feier des österlichen Triduums eine einzige große Feier ist, die sich über drei Tage, vom Abend des Gründonnerstags bis zum Ostersonntag, erstreckt. Aus diesem Grund wird auch die Karfreitagsliturgie ohne die gewohnten Eröffnungsriten eröffnet und ohne Schlussriten beendet. An das Abendmahl-Amt schloss sich das Gebet der Komplet an. Das Nachtgebet der Kirche betete Erzbischof Becker mit den Mitgliedern des Paderborner Metropolitankapitels in der Krypta des Domes.