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© Photo Kozyr / Shutterstock.com
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“Der Wunsch reifte beim Weltjugendtag in Panama”

44 Frauen und Männer bei der Erwachsenenfirmung im Hohen Dom zu Paderborn mit Weihbischof Matthias König


Lisa Rüther aus Dortmund komplettierte mit der Firmung ihre Konversion zur katholischen Kirche.pdp / Ronald Pfaff
Paderborn, 15. Juni 2019. „Eigentlich fand ich es ja nur cool nach Panama zu fahren, um Menschen und Kulturen kennenzulernen“, erinnert sich Lisa Rüther an den Weltjugendtag 2019 in Panama zurück. Doch das Treffen zu Beginn dieses Jahres hinterließ bei der 16-jährigen Dortmunderin nachhaltige Spuren. Sie konvertierte zur katholischen Kirche und komplettierte diesen Schritt mit dem Sakrament der Firmung.

Lisa Rüther gehörte zu 44 Firmbewerbern, die Weihbischof Matthias König am Samstagmorgen im Hohen Dom zu Paderborn zur Erwachsenenfirmung begrüßen durfte. Was im Glauben mit der Taufe begonnen habe, solle heute durch den Heiligen Geist festgezurrt werden, freute sich der Weihbischof über die hohe Zahl der Firmlinge. Wenngleich das Gros aus den Dekanaten Paderborn sowie Rietberg-Wiedenbrück kam, so waren viele der Frauen und Männer unterschiedlichen Alters auch aus den Dekanaten Herford, Südsauerland und Hochsauerland angereist.

In Begleitung ihrer Eltern und ihrer Firmpatin, Christina Gäbel (Gemeindereferentin im Pastoralverbund am Revierpark in Dortmund), war Lisa Rüther nach Paderborn angereist. „Klar, haben meine Freunde mitbekommen, dass ich mich für den Glauben in der katholischen Kirche entschieden habe. Sie akzeptieren das und stehen hinter mir, obwohl sie selbst mit Kirche nicht so viel anfangen können. Sie finden es wichtig, dass ich das mache, womit ich mich wohl fühle“, freute sich die 16-Jährige auf einen weiteren Baustein ihrer bewussten Entscheidung.

Als Lisa aus Panama zurückkam, waren ihre Eltern – beide evangelisch – erstaunt, dass die Tochter, die „nur eine Kulturreise“ machten wollte, nun mit großer Überzeugung konvertieren möchte. Sie haben es akzeptiert und unterstützt. Vielleicht sogar mit einem gewissen Stolz, auf den Mut und die klare Entscheidungslinie ihrer Tochter.

„Ich habe mich einfach wohl gefühlt in den Messen und mit den Menschen beim Weltjugendtag. Da habe ich mit dann ganz auf den Glauben eingelassen“, sagte Lisa Rüther, die bis dahin mit „Kirche nicht viel am Hut hatte“.


44 erwachsene Frauen und Männer wurden im Hohen Dom zu Paderborn von Weihbischof Matthias König am Samstag gefirmt.pdp / Ronald Pfaff
Weihbischof Matthias König ermunterte in seiner Predigt alle Firmbewerber, sich dem Geist Gottes zu öffnen –  egal mit welcher Intention sie sich für die Firmung entschieden hätten: ob aus Überzeugung und bewusster Entscheidung oder weil die Firmung dazu gehöre, um heiraten zu können.

Wenn sich auch im Alltag des Lebens ein Kosten-Nutzen-Denken eingebrannt habe, so glaubten die Christen doch an einen Gott, der im unbegrenzten Maße geben würde. „Wenn uns Gott mit dem Blick seiner Liebe anschaut, ist er mit seinem Geschöpf zufrieden. Alle Menschen haben unterschiedliche Fähigkeiten bekommen, die sie im Leben einsetzen können. Unsere Gaben und Fähigkeiten sollten wir eingeben, ohne gleich zu rechnen, was bekomme ich dafür zurück“, so der Weihbischof.

So sei es gerade auch in der heutigen Zeit wichtig, Gott um die Kraft zu bitten, „dass ich einen Menschen respektieren kann, wenn ich ihn schon nicht lieben kann“. Das gelte auch für die Weltpolitik. Ein erster Schritt sei, Frieden im eigenen Umfeld zu wahren. „Und um den Frieden zu beten. Unterschätzen Sie nicht die Kraft des Betens.“

Die Spendung des Sakramentes erfolgte durch Handauflegung und Salbung der Stirn des Firmkandidaten mit Chrisam. Dabei spricht der Bischof den Firmling mit seinem Taufnamen an und sagt: „Sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist“. Der Firmling wird durch einen Firmpaten begleitet. „Der Pate oder die Patin haben auch die symbolische Bedeutung, dass es gut tut, wenn jemand hinter einem steht“, betonte Weihbischof König.

Gemeinsam mit Don Marcin Tadrazk, der seit vier Jahren Pfarrer der italienischen Gemeinde in Paderborn und Umgebung ist, zelebrierte Weihbischof König den feierlichen Gottesdienst. Für die musikalische Begleitung sorgte Domorganist Tobias Aehlig.


Kerstin Aufderstroth aus Verl entschied sich für die Firmung, um gemeinsam mit der Familie den Glauben erleben zu können.pdp / Ronald Pfaff
Zufrieden blickte auch Kerstin Aufderstroth aus Verl am Ende der Firmung nach vorn: „Das Sakrament war ein weiterer Schritt auch gemeinsam den Glauben erleben zu können.“ Denn die zweifache Mutter und Ehefrau ihres katholischen Mannes konvertierte erst jetzt zur katholischen Kirche. „Wir haben unsere Kinder schon katholisch erzogen und ich habe sie sogar bei der Kommunionvorbereitung begleitet“, erzählt Kerstin Aufderstroth. Die die Firmung ist für sie nun eine logische Folge und Erfüllung für den Glauben, dem sie über den Weg der Kommunionvorbereitung und dank der Unterstützung der Kirchengemeinde Verl näher gekommen ist.

 

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