Die neue Glocke für die Bartholomäus-Kapelle wurde nach mittelalterlichem Handwerk gegossen.pdp / Ronald PfaffDie nach mittelalterlicher Handwerkstradition gegossene romanische Bienenkorbglocke „Theophilus“ ist fertig und wartet nun auf ihren Einsatz in der Bartholomäuskapelle. Der Archäologe Dr. Bastian Asmus, Spezialist für Archaeometallurgie und Kunstgießer, war am Samstag nach dem Guss im Garten der Abdinghofkirche überaus zufrieden.
Sehr geehrter Herr Dr. Asmus, so ein Guss nach mittelalterlicher Tradition kann auch Risiken haben. Sind Sie zufrieden mit der Fertigstellung?
Asmus: Ja, sehr! Die Oberfläche ist der originalen Glocke sehr ähnlich. Solch ein Prozess lässt sich nur im Team durchführen, auf das ich mich glücklicherweise hundertprozentig verlassen kann. Somit gebührt tatsächlich allen Mitarbeitern und Helfern der selbe Dank für ihren Einsatz. Der Ofen hat so gut funktioniert wie noch nie. Er hat in einer Rekordzeit 60 Kilogramm Metall geschmolzen.
Lässt sich schon eine Ton-Art erahnen?
Asmus: Ich darf die Glocke erst nach der Weihe anschlagen. Somit bleibt der Klang ein kleines Geheimnis. Immerhin ist beim Auspacken natürlich hin und wieder gegen die Glocke geschlagen worden. Speziell beim Entfernen der Gussgrate mit Hammer und Meißel. Ich kann mit Gewissheit sagen, dass die Glocke intakt ist und für eine Bienenkorbglocke wohl einen relativ klaren Klang haben wird.
Worin lag – im Nachhinein betrachtet – die besondere Schwierigkeit bei diesem Guss?
Asmus: Das Wetter einzuschätzen war dieses Mal die größte Schwierigkeit. Eine andere Hürde war der Termin um 17 Uhr, denn das Metall war bereits nach gut drei Stunden flüssig, und ich musste es warm halten.
Am Samstag wurde die Glocke aus der Form geschlagen.pdp / Ronald Pfaff