Zur Innerlichkeit finden
Jesus handele in der Beziehung zu seinen Jüngern ähnlich. Zunächst zeige er sich. Dann aber sage er „Haltet mich nicht fest“. Er leite seine Jünger auf diese Weise in einen geistlichen Prozess, um zur Innerlichkeit zu finden, erklärte der Erzbischof: „Weg von der sinnenhaften Äußerlichkeit zur geistlichen Innerlichkeit. Christi Himmelfahrt ist das Fest, das den Blick von außen nach innen lenkt: Jesus in mir! Das ist die neue Qualität der Beziehung zwischen Jesus und seinen Jüngern.“
Wir als Kirche gingen den gleichen Weg wie die Jünger, ist sich der Erzbischof sicher: „Es ist dieselbe Herausforderung, derselbe Lernprozess. Es gilt, unseren Glauben immer wieder von der sinnenhaften Äußerlichkeit zu vertiefen zu geistlichen Innerlichkeit.“ Wichtig sei es in diesem Prozess, Liturgie, Riten, Zeichen und Bilder, kurzum, das Sakramentale, als Werkzeug zur Innerlichkeit zu nutzen. All das unterstütze uns in unserer Glaubenserfahrung. „Wo wir aber ‚nur‘ dieses Äußerliche vollziehen, wo wir es nicht schaffen, dieses Äußerliche als Brücke und Hilfe zu einer geistlichen Innerlichkeit zu nehmen, dort laufen wir Gefahr uns in Äußerlichkeiten zu verlieren, Formen zu pflegen, die zwar ästhetisch schön, geistlich innerlich aber vielleicht hohl sind. Und dann meinen manche, wir müssten nur die äußeren Formen ändern, aktualisieren, modernisieren – und schon stünde es besser mit der Kirche. – Nein! Die eigentliche Erneuerung und Reform unsrer Kirche kommen von innen! Die Erneuerung unsrer Kirche setzt die Bereitschaft zur geistlichen Verinnerlichung voraus“, appellierte der Erzbischof an die Gläubigen.