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© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn
© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn

Den auferstandenen Christus im eigenen Leben sichtbar machen

Erzbischof Dr. Udo Bentz feiert mit zahlreichen Gläubigen die Osternacht im Hohen Dom / Weihbischof Josef Holtkotte ruft in Predigt zur Begegnung mit dem Auferstandenen auf

Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz hat am Samstagabend, 19. April 2025, mit zahlreichen Gläubigen die Auferstehung Jesu im Hohen Dom zu Paderborn gefeiert. Zu Beginn des Gottesdienstes entzündete der Paderborner Erzbischof vor dem Paradiesportal die Osterkerze, die anschließend in die dunkle Bischofskirche getragen wurde. Die Predigt im feierlichen Gottesdienst hielt Weihbischof Josef Holtkotte: „Für uns wurde Christus geboren, für uns ist er gestorben, für uns ist er auferstanden. Er will mit uns auf dem Weg sein“, sagte der Paderborner Weihbischof.

© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn

Christinnen und Christen feiern in der Nacht vor dem Ostersonntag die Auferstehung Jesu. Die Osternacht begann auch im Paderborner Dom mit einem eindrucksvollen Ritual: Die Feier der Auferstehung Jesu sei die wichtigste Feier im Verlauf des Kirchenjahres, erklärte Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz zu Beginn des Gottesdienstes vor dem Paradiesportal. „Gott hat uns gezeigt: Liebe überwindet jede Grenze – auch den Tod.“ Die Naturelemente Feuer und Wasser stünden im Mittelpunkt der Feier der Osternacht. „Beide Elemente haben eine zerstörerische Kraft, können aber auch heilsam sein: Feuer spendet Licht und Wärme, Wasser reinigt und erfrischt“, machte der Paderborner Erzbischof deutlich.

Nachdem Erzbischof Dr. Bentz die Osterkerze entzündet hatte und diese in die noch dunkle Bischofskirche getragen wurde, gaben sich Gläubigen das Licht dort untereinander weiter. So breitete sich im Hohen Dom ein Lichtermeer als Zeichen für den auferstandenen Christus aus. In diesem als Lichtfeier bezeichneten ersten Teils des Gottesdienstes erklang auch das Exsultet, das Osterlob: Es preist Christus als Licht der Welt und drückt die Verbindung seiner Auferstehung mit dem Heilsplan Gottes aus, der im Alten Testament offenbart wurde.

Wie wird der Auferstandene mir vertraut?

In seiner Predigt erklärte Weihbischof Josef Holtkotte, dass die Zweifel der Jünger Jesu nach dessen Tod übermächtig gewesen seien. Doch nach der Auferstehung sei die Hoffnung gewachsen: „Die Jünger machten sich auf den Weg, die aufstrebende Hoffnung erfüllte sie immer mehr“, so der Paderborner Weihbischof. „Die Begegnung mit dem Auferstandenen besiegte ihre Ängste und Zweifel.“

Um Jesus als lebendig zu erfahren, müssten Glaubende sich mit ihm vertraut machen: „Wir brauchen einen Blick für Jesus und sein Wirken in dieser Welt und in unserem Leben“, erklärte Weihbischof Holtkotte. Für einen „Auferstehungsglauben, der kraftvoll unser Leben trägt“, müsse jede und jeder sich fragen: „Wie wird Christus mir so vertraut, dass ich ihn an meiner Seite spüre, dass er mir zeigt, was Leben ist und wozu ich geschaffen bin?“

Der Auferstandene ist in der Welt zu finden

Die Begegnung mit dem auferstandenen Christus geschehe, „wenn wir christliche Zuversicht verbreiten, Hoffnung geben oder Menschen, die Fehler machen, nicht bloßstellen, erklärte Weihbischof Holtkotte. „Der Glaube an die Auferstehung ist nicht durch mein Leben zu belegen. Dennoch kann ich diesen Glauben durch meine Hoffnung und Überzeugung deutlich machen. Der Auferstandene ist mitten in dieser Welt neben uns zu finden: Er ist die alte Frau in ihrer Einsamkeit, der Mensch mit seinen Problemen, der Arme in unserer Nähe“, betonte Weihbischof Josef Holtkotte zum Abschluss seiner Predigt.

Am Ende der Osternacht segnete Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz Ostereier, die die Gottesdienstbesuchenden als „Symbol für Freude und neues Leben, das sich Bahn bricht“ mit nach Hause nehmen konnten. „Neues Leben entsteht, wenn etwas von innen her aufbricht. Mögen Sie die Freude dieser Botschaft mit in diese Nacht nehmen“, gab der Paderborner Erzbischof den Gläubigen mit auf den Weg.

Feierliche musikalische Gestaltung

Neben Weihbischof Josef Holtkotte konzelebrierte Domdechant Prälat Alfons Hardt im feierlichen Gottesdienst. Unter der Gesamtleitung von Domkapellmeister Thomas Berning gestalteten der Chor der Dommusik, Patrick Cellnik als Kantor und Domorganist Tobias Aehlig an der Orgel die Osternacht musikalisch, unter anderem mit Werken von Felix Mendelssohn-Bartholdy und César Franck.

Hintergrund: Liturgischer Ablauf der Osternacht

Die Feier der Osternacht hat vier Haupteile. Im ersten Teil, der Lichtfeier, wird das Licht der Osterkerze in die Kirche getragen und dort von den Gläubigen weitergegeben. Teil der Lichtfeier ist das Singen des „Osterlobs“ (Exsultet). Im zweiten Teil schließt sich der Wortgottesdienst an, bei dem Texte aus dem Alten und Neuen Testament vorgetragen werden – als Ausdruck der Heilsgeschichte Gottes mit seinem Volk. Im dritten Hauptteil, der Tauffeier, wird das Taufwasser geweiht und die Gläubigen erneuern ihr Taufversprechen. Als vierter Teil folgt die Feier der Eucharistie.

© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn

Videobotschaft von Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz zu Ostern

In einer Videobotschaft von Emsquellen betrachtet Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz frisches Wasser als „Zeichen für Erneuerung, Zukunft und Hoffnung“. Gerade zu Ostern spiele Wasser eine zentrale Rolle: „In der Feier der Osternacht segnen wir das Taufwasser. An Ostern waschen wir das Alte, Schuldhafte und Bedrohliche des Lebens ab und lassen uns erfrischen von dem Neuen, das durch Jesus Christus in die Welt gekommen ist“, erklärt der Paderborner Erzbischof. An den Emsquellen habe das Wasser viele Steine mit seiner Kraft abgeschliffen. „Kann ich glauben, dass die Kraft der Osterbotschaft auch in meinem Leben so manchen beschwerlichen Stein abschleifen kann?“, fragt Erzbischof Dr. Bentz.

Die Lebenszusage Gottes an jeden Menschen entspringe der Erfahrung des Kreuzes und des Todes, so der Paderborner Erzbischof weiter. „Ostern sagt uns: All die zerstörerische Kraft im Leben kann überwunden werden mit der Kraft der Liebe. Mögen wir durch Ostern entdecken, welche innere Kraftquelle die Frohe Botschaft für unser Leben sein kann: mit Jesus, der als Auferstandener mit uns geht. Mit der Liebe, die stärker ist als Leid und Tod. Und mit der Hoffnung, die nie zugrunde geht, weil wir mit Ostern eine Hoffnung über den Tod hinaus haben“, wünscht Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz den Menschen im Erzbistum hoffnungsvolle Ostern.

Ein Beitrag von:
Redakteurin Team Presse

Maria Aßhauer

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