Weihbischof Holtkotte: „Dienst am Nächsten ist Ausdruck von Freiheit“
Detlef Herbers, aktueller Direktor der Kommende Dortmund, begrüßte die Gäste und eröffnete das Fest. Anschließend nahm Weihbischof Josef Holtkotte in seinem Impuls eine klare Standortbestimmung katholischer Sozialverantwortung vor. Er warnte eindringlich vor gesellschaftlicher Polarisierung. „Wir müssen unsere Gesellschaft vor Kompromisslosigkeit und Polarisierung schützen“, sagte er. Kompromisse seien eine Grundlage demokratischen Zusammenlebens, „ein Deal ist kein Kompromiss, sondern Ausübung von Macht“.
Holtkotte mahnte, dass „Werke der Solidarität und Nächstenliebe in der Gesellschaft nicht ihren Platz verlieren dürfen“. Freiheit sei kein egoistisches Prinzip, sondern stehe immer im sozialen Kontext: „Das Absolutsetzen der eigenen Meinung darf nicht mit Freiheit verwechselt werden.“ Als Christinnen und Christen seien Gläubige gefordert, „mit Nachdruck auf die Würde des Menschen hinzuweisen“.
Vor dem Hintergrund wachsender gesellschaftlicher Spannungen betonte der Weihbischof: „Der Dienst am Menschen ist ein Ausdruck von Freiheit.“ Persönliche Freiheit müsse stets vor dem Horizont sozialer Verbundenheit betrachtet werden. Holtkotte berichtete zugleich von positiven Erfahrungen aus dem Erzbistum: „Bei meinen Reisen erlebe ich oft viel Engagement, Zusammenhalt und Zivilcourage.“