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© Heiko Appelbaum
© Heiko Appelbaum

Christliches Miteinander als Hövelhofer Zukunftsversprechen

Katholische und evangelische Gemeinden leben räumliche Gemeinschaft

Mit einem dauerhaften Schulterschluss leben die Katholische Kirchengemeinde Pfarrei St. Johannes Nepomuk Hövelhof und die Evangelische Johannes Kirchengemeinde Hövelhof konfessionsübergreifende Gemeinschaft vor. Für die Menschen in Hövelhof hat das viele Vorteile. Im Rahmen einer Versammlung haben Vertreter beider Kirchengemeinden ihre Pläne öffentlich gemacht.

Basis für das neue Zukunftskonzept ist der aktuelle Praxisleitfaden für die ökumenische Nutzung von Kirchen und Gemeindehäusern mit dem Titel „und wenn alle zusammenziehen?“. Das Konzept ist die Grundlage für einen Beschluss, der jetzt in den Gremien der beiden christlichen Kirchen gefasst wurde. Dort heißt es: „Die beiden Kirchen vor Ort arbeiten stärker zusammen und nutzen Ressourcen gemeinsam, um vor Ort präsent zu sein. Wir beginnen damit, eine gemeinsame Nutzung der kirchlichen Gebäude zu ermöglichen.“

Ulrich Richter, Pfarrer der Evangelischen Johannes-Kirchengemeinde sieht in dem Projekt „die Verstetigung des bereits beschrittenen gemeinsamen Weges“. In der Tat haben beide Kirchengemeinden bereits früh gegenseitig die eigenen Räumlichkeiten genutzt, wenn das etwa baustellenbedingt erforderlich war. Als das 2006 eingeweihte Gemeindehaus der evangelischen Kirchengemeinde noch im Bau war, stellten die Katholiken ihr Pfarrheim zur Verfügung und zwischenzeitlich feierte die evangelische Gemeinde die Konfirmation in der katholischen Kirche.

Auf der anderen Seite können die Katholiken während des aktuellen Pfarrheim-Umbaus die Räumlichkeiten im Gemeindehaus nutzen.

„Wir haben keine Vorbehalte untereinander und in der Vergangenheit bereits oft unbürokratische Lösungen gefunden“, sagt Bertold Filthaut, Gemeindereferent im katholischen Pastoralverbund Delbrück-Hövelhof.

Das vorliegende Konzept wurde in den vergangenen Monaten gemeinsam mit den Gremien vor Ort entwickelt und jetzt einem weiteren Kreis vorgestellt.

Das nun auch vertraglich geregelte Miteinander bezieht sich auf die gemeinsame Nutzung der Gemeinde-Räumlichkeiten, ist aber gleichzeitig auch ein Zukunftsversprechen.

Julian Erber ist seit 2023 Mitglied des evangelischen Presbyteriums und betreut dort das Aufgabengebiet Bauen und Liegenschaften. Er hat an der Konzipierung mitgewirkt und sieht in der Umsetzung eine große Chance für das Gemeindeleben: „Wir wissen, dass der Bedarf an Räumen aufgrund der prognostizierten Verringerung der Mitgliederzahl in den christlichen Gemeinden sinkt und handeln rechtzeitig. Dabei geht es um Wirtschaftlichkeit aber in erster Linie auch darum, die Bedürfnisse der Menschen in Hövelhof und Umgebung zu erfüllen.“

Daher sollen die Räume mittelfristig auch für nicht-kirchliche Gruppen geöffnet werden.

Michael Fortströer ist Teil des Kirchenvorstands der Katholischen Kirchengemeinde und gehört ebenfalls zur Arbeitsgemeinschaft Ökumenische Gebäudenutzung/Kirche in Hövelhof. Er sieht in dem zukünftigen Zusammenwirken große Chancen, zukünftig möglichst allen Zielgruppen gerecht zu werden: „Unser neues Pfarrheim mit dem KirchenGasthaus „Johannes“ bietet eine vollumfängliche professionelle Versorgung mit Speisen und Getränken, während das Gemeindehaus der Johannes-Kirchengemeinde durch eine Selbstversorgung mit mehr Freiraum und Eigenverantwortung gekennzeichnet ist.“

Ein weiterer Vorteil wird ein einheitliches Buchungssystem für sämtliche Räume sein. Hier sehen sich die Verantwortlichen als Dienstleister, die Kundenorientierung in den Mittelpunkt des Handelns stellen. Der christliche Kern bleibe jedoch die Basis, was gewisse Nutzungen ausschließe. Und so lautet das zentrale Motto der gemeinsamen Arbeit: „Wir wollen die Kirche in Hövelhof im Sinne der Ökumene gemeinsam leben.“

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