Auf großes Interesse stieß am Mittwochabend das Thema des Kommende-Forums „Potentiale und Herausforderungen intelligenter Maschinen“. Zu dem Abend hatte die Kommende Dortmund, das Sozialinstitut des Erzbistums Paderborn, zusammen mit der Komturei St. Meinolphus Dortmund des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem eingeladen. Es ging um Chancen und Risiken der sogenannten „Künstlichen Intelligenz“ (KI).
Zu Beginn präsentierte Kommendedirektor Prälat Dr. Peter Klasvogt die „Geschichte eines Roboters in der Identitätskrise“. Den Text hatte Peter Klasvogt über die Internet-Anwendung ChatGPT erzeugt. Die Formulierungen waren flüssig, erschienen sinnvoll, so als hätte ein Mensch den Text geschrieben.
„Performative Intelligenz“
Prof. Dr. Jakob Rehof, Lehrstuhlinhaber Software Engineering an der TU Dortmund, bezeichnet dies als „performative Intelligenz“. Er und Dr. Anne Weber, Philosophin und Ethikerin am Forschungsinstitut für Philosophie Hannover, referierten und diskutierten an diesem Abend unter der Leitung von Dr. Hans-Jürgen Schlinkert.
Professor Rehof erläuterte, dass KI nach heutigem Stand keine menschliche Intelligenz im Sinne einer bewussten Intelligenz sei. Die „performative Intelligenz“ der KI sei aber nicht mehr von menschlicher Leistung zu unterscheiden und gehe häufig darüber hinaus. „KI verschiebt die Grenzen der Wahrnehmung des speziell Menschlichen“, erklärte er. Aktuell sei KI im Wesentlichen eine Verwendung von klug ausgedachten statistischen Modellen in Verbindung mit massenhaften Daten. Sowohl im Gesundheitsbereich als auch bei der Automatisierung in der Produktion gebe es viele sehr sinnvolle Anwendungsmöglichkeiten. Zugleich bestünden aber auch erhebliche Risiken, weshalb Professor Rehof einer Regulierung der Anwendungen durch die Europäische Union eine besondere Bedeutung zuwies.