Die Mutter weint vor Erleichterung. Endlich erhält sie notwendigen Medikamente gegen die schwere Bronchitis ihres Kindes. „Die Untersuchung und die Medizin hätte sich die Familie niemals leisten können. Ohne Behandlung wäre das Kind vor ihren Augen gestorben“, sagt Dr. Furat Makdasi. Er ist Leiter einer medizinischen Ambulanz in der Stadt Kamishli im Nordosten Syriens, unmittelbar an der Grenze zur Türkei. Die Einrichtung wurde vor fünf Jahren mit finanzieller Unterstützung des Caritasverbandes für das Erzbistum Paderborn gegründet und bietet ihre Hilfe kostenlos an. Denn eine Krankenversicherung gibt es für die Menschen nicht. Angesichts der sich weiter verschlechternden Versorgungslage für einen Großteil der syrischen Bevölkerung ist die Ambulanz unverzichtbar geworden. Getragen wird sie vom Assyrischen Komitee für humanitäre Hilfe und Entwicklung. Mit Hilfe der Caritas aus dem Erzbistum Paderborn wurde sie inzwischen um ein medizinisches Labor und eine Röntgenabteilung erweitert.
Im vergangenen Jahr wurden in der Ambulanz mehr als 8300 Patienten von sieben Ärztinnen und Ärzten kostenlos behandelt, knapp 700 Patienten monatlich. „Das wäre ohne die Hilfe der Caritas aus Paderborn nicht möglich“, bedankt sich Dr. Furat Makdasi im Namen des Assyrischen Komitees in einem Brief an Diözesan-Caritasdirektor Josef Lüttig. Im vergangenen Jahr half der Diözesan-Caritasverband der Einrichtung mit knapp 50.000 Euro vor allem für Medikamente und die Ausstattung der Ambulanz, insgesamt waren es bisher mehr als 240.000 Euro. „Dabei hilft uns sehr, dass viele Menschen im Erzbistum Paderborn mit ihren Spenden ein deutliches Signal senden: Wir denken an euch, auch wenn der Krieg in Syrien nicht mehr die Schlagzeilen beherrscht“, betont Lüttig, der auch Flüchtlingsbeauftragter des Erzbistums Paderborn ist.