Was entsteht, wenn Glaube auf Handwerk trifft und dieser Dialog über Jahrzehnte hinweg lebendig bleibt? Eine Partnerschaft, die trägt, Orientierung gibt und gesellschaftliche Verantwortung übernimmt. Genau dafür steht der Zentrale Besprechungskreis Kirche-Handwerk, der 2026 in Braunschweig nicht nur zu seiner jährlichen Sitzung zusammenkommt, sondern zugleich ein besonderes Jubiläum begeht: Seit 60 Jahren pflegen die Kirchen und das Handwerk in diesem Gremium einen kontinuierlichen, vertrauensvollen Austausch über wirtschaftliche, gesellschaftliche und sozialpolitische Fragen.
Im rund dreißigköpfigen Besprechungskreis diskutieren hochrangige Vertreterinnen und Vertreter der evangelischen und katholischen Kirche mit Delegierten des Handwerks über Themen von gemeinsamem Interesse. Dazu gehören derzeit beispielsweise die zunehmend erschwerten Standortbedingungen des Handwerks durch überbordende bürokratische Pflichten, hohe Energiepreise sowie Steuer- und Abgabenlasten. Kirchen und Handwerk fordern gemeinsam von der Politik mutige Reformen, um den Arbeitsmarkt und die Sozialsysteme zu stärken. Ausgangspunkt der Beratungen des Besprechungskreises ist stets das gemeinsame christliche Wertefundament.
„Ich bin dankbar und stolz, dass es diesen Besprechungskreis seit nunmehr 60 Jahren gibt und wir immer wieder neue Mitwirkende gewinnen. Getragen von gemeinsamen Werten und der Überzeugung, dass der Mensch im Mittelpunkt steht, wollen wir auch künftig Impulse für gesellschaftliches Engagement setzen und den Dialog zwischen Handwerk und Kirchen festigen“, betonte Karl-Sebastian Schulte, Geschäftsführer des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH). In Zeiten gesellschaftlicher Polarisierung und politischer Extreme komme es mehr denn je darauf an, eine klare Haltung für Weltoffenheit, Toleranz und Vielfalt im Handwerk vorzuleben, so der Vorsitzende des Besprechungskreises.